Marissa (Israel)

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Höhle in Marissa

Marissa ist der antike Name einer kleinen antiken Stadt im heutigen Israel. Der Ort erscheint als Marescha in der Bibel. Der heutige Ruinenhügel trägt die Bezeichnung Tell Sandahannah. Dieser Name stammt von den Ruinen einer hier gelegenen Kirche.

Der alte kanaanitische Ort Marescha (Maresha) wurde als Muhraschti schon in den Amarnabriefen (14. Jahrhundert v. Chr., Pharao Echnaton) erwähnt. Der Ort wurde unter Salomos Sohn Rehabeam (ca. 920 v. Chr.) befestigt und 587 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Nach deren Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft wurde der Ort nicht von Juden besiedelt, sondern von den Edomitern, die ihn auch zu ihrer Hauptstadt machten. Im vierten Jahrhundert siedelten Phönizier hier. Der Ort wurde unter den Diadochen hellenisiert und wohl neu aufgebaut. Er erhielt nun den Namen Marissa und war der Hauptort der Idumäer. Seit 312 v. Chr. wechselte die Stadt mehrfach ihren Besitzer, abwechselnd herrschten Seleukiden und Ptolemäer. Der Ort wurde im Jahr 40 v. Chr. von den Parthern zerstört und danach nie wieder aufgebaut. Wahrscheinlich stammten die Familien des Herodes, des Königs von Judäa, und des Kostobaros, seines Schwagers, aus Marissa.

Die innere Stadt wurde 1898 bis 1900 vollständig ausgegraben und eingehender untersucht als die meisten anderen hellenistischen Siedlungen in Palästina. Weitere Grabungen finden seither immer wieder statt. Die innere Stadt von Marissa ist nur 150 × 160 m groß und von einer Mauer umgeben. Im Kern befanden sich eine Ost-West verlaufende Hauptstraße und mehrere kleinere Straßen. Der Plan ist in etwa schachbrettartig und zeigt deutliche hellenistischen Einfluss. Um diese innere Stadt gibt es die sogenannte Unterstadt. Die Häuser waren oftmals über Höhlen errichtet. Ein Teil von ihnen wurde als Ölpressen benutzt, ein anderer Teil diente anscheinend als Columbarien. Außerhalb der Stadt gibt es eine Nekropole mit teilweise dekorierten Grabanlagen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marissa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • John P. Peters, Hermann Thiersch: Painted Tombs in the necropolis of Marissa (Marêshah). Palestine Exploration Fund, London 1905 (Online bei Internet Archive)
  • Amos Kloner (Hg.): Maresha Excavations Final Report. Bd. 1: Subterranean Complexes 21, 44, 70. IAA Reports 17. Jerusalem 2003. ISBN 965-406-150-3; Bd. 2: Hellenistic Terracotta Figurines from the 1989 - 1996 Seasons. IAA Reports 35. Jerusalem 2008. ISBN 978-965-406-201-5

31.592963334.8982407Koordinaten: 31° 36′ N, 34° 54′ O