Marita Lorenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Marita Lorenz (* 18. August 1939 in Bremen) ist eine Deutsche, die 1959 im Alter von 19 Jahren die Geliebte von Fidel Castro war.

Biografie[Bearbeiten]

Marita Lorenz ist die Tochter von Kapitän Heinrich Lorenz und der amerikanischen Tänzerin Alice June Lorenz, geborene Lofland. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mutter wegen Spionage für die USA in Deutschland verhaftet. Mutter und Tochter wurden im Konzentrationslager Bergen-Belsen bis 1945 gefangen gehalten.

1959 befand sie sich auf einer Karibik-Kreuzfahrt an Bord der Berlin, auf der ihr Vater Kapitän war. Die Berlin legte kurz nach Ende der Kubanischen Revolution in Havanna in Kuba an. Sie lernte Präsident Fidel Castro bei einem Bordbesuch kennen und wurde seine Geliebte.

Nach dem Ende dieser Beziehung aufgrund einer unter unklaren Umständen erfolgten Geburt, Fehlgeburt oder Abtreibung (je nach Quelle) wurde sie von der CIA rekrutiert und arbeitete mit militanten Castro-Gegnern in Florida zusammen. Sie ging zunächst zurück nach Deutschland. Sie kehrte dann nach Miami zurück, um sich Frank Sturgis und E. Howard Hunt anzuschließen. Ersterer war Anführer der „Internationalen Anti-Kommunistischen Brigade“, die „Operation 40“, letzterer bei der CIA für Finanzierungen zuständig. Beide waren auch in den Watergate-Einbruch verwickelt. Marita Lorenz wurde von der CIA im Januar 1960 ausgesandt, Castro zu ermorden, führte das Vorhaben jedoch nicht aus.

Laut Aussage vor einem amerikanischen Gericht in einem Ehrverletzungsprozess kannte sie auch Lee Harvey Oswald und Jack Ruby. Sie gab dort unter Eid an, am Vortag des Attentats auf den amerikanischen Präsidenten Kennedy sei ein Waffentransport nach Dallas erfolgt. Bei diesem sollen, neben anderen bekannten Personen der Gruppe 40, Orlando Bosch und Pedro Diaz Lanz zugegen gewesen sein, sowie in einem gesicherten Haus der CIA in Dallas Gerry Hemming, Frank Sturgis und die Novo-Brüder (darunter Guillermo Novo). Zu den Geschehnissen an den Vortagen des Attentats stehen sich die Aussagen von Marita Lorenz und der genannten Vertreter der anti-kubanischen terroristischen Opposition diametral gegenüber.

Nach dem missglückten Anschlag auf Fidel Castro stand sie in intimer Beziehung zum venezolanischen Diktator Marcos Pérez Jiménez, der im Exil lebte. Pérez stand mit Carlos Marcello und Meyer Lansky in Kontakt. Marita hat mit ihm eine Tochter, Monica. Nach dem Tod vermachte Pérez Marita 5 Mio. US-Dollar, die von der CIA einbehalten worden sein sollen.

1993 schrieb sie mit Ted Schwarz ihre erste Autobiographie Marita. Im Jahr 2002 erschien ihre zweite Autobiographie mit dem Titel Lieber Fidel – Mein Leben, meine Liebe, mein Verrat unter Mitarbeit des deutschen Filmemachers Wilfried Huismann. Huismann drehte zudem einen Dokumentarfilm über Marita Lorenz, Lieber Fidel – Maritas Geschichte, der 2000 im Bremer Schauburg-Kino uraufgeführt wurde.

Marita Lorenz lebt heute in New York.

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • In seinen Gewässern, Der Spiegel, Heft 38 vom 18. September 2000, Seite 64/65
  • Marita Lorenz und Ted Schwarz: "Marita", Goldmann, München, ISBN 3442428335 (Deutsche Ausgabe von 1994; Die englischsprachige Originalausgabe ist von 1993)
  • Marita Lorenz: Lieber Fidel – Mein Leben, meine Liebe, mein Verrat, List Verlag, München 2001, ISBN 3471780793

Weblinks[Bearbeiten]