Oberhausen

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Dieser Artikel behandelt die Großstadt Oberhausen im Ruhrgebiet, zu anderen Orten namens Oberhausen siehe Oberhausen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oberhausen
Oberhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oberhausen hervorgehoben
51.4702777777786.864166666666742Koordinaten: 51° 28′ N, 6° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Verwaltungsverband: Regionalverband Ruhr, Landschaftsverband Rheinland
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 77,1 km²
Einwohner: 209.097 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2712 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 46001–46149
Vorwahl: 0208
Kfz-Kennzeichen: OB
Gemeindeschlüssel: 05 1 19 000
Stadtgliederung: 3 Stadtbezirke und 26 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schwartzstr. 72
46045 Oberhausen
Webpräsenz: www.oberhausen.de
Oberbürgermeister: Klaus Wehling (SPD)
Lage der Stadt Oberhausen in Nordrhein Westfalen und im Regierungsbezirk Düsseldorf
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Oberhausen ist eine kreisfreie Großstadt und Mittelzentrum[2] des westlichen Ruhrgebietes und liegt im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Düsseldorf sowie am unteren Niederrhein. Sie ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland, im Regionalverband Ruhr, in der Städteregion Ruhr 2030 und in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Der 1758 auf dem heutigen Stadtgebiet in Betrieb genommenen Eisenhütte St. Antony, der ersten im Ruhrgebiet, verdankt Oberhausen den Beinamen „Wiege der Ruhrindustrie". Heute bilden Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen einen Schwerpunkt der Wirtschaft; Einkaufscenter, Freizeitpark, Museen, Theater und andere Attraktionen haben jedes Jahr Millionen Besucher. Die Stadt Oberhausen hat eine – auch im Vergleich zu den übrigen Ruhrgebietsstädten – sehr hohe Pro-Kopf-Verschuldung.[3][4]

Geographie[Bearbeiten]

Räumliche Lage und landesplanerische Ausweisung[Bearbeiten]

Oberhausen liegt geografisch in der Niederrheinischen Tiefebene an den von Ost nach West in den Rhein mündenden Flüssen Ruhr und Emscher. In der Landesplanung ist Oberhausen als Mittelzentrum und als Teil der europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr ausgewiesen. Oberhausen liegt mitten im zentralen Wirtschaftsraum Europas, der mit dem Begriff Blaue Banane umschrieben wird.

Stadtgebiet[Bearbeiten]

Altes Rathaus im Bezirk Sterkrade

Das Stadtgebiet Oberhausen hat eine Fläche von 77 km² und dehnt sich in Nord-Süd-Richtung 14,6 km und in West-Ost-Richtung 10,7 km aus. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 53 km, die mittlere Höhenlage 50 m über NN. Der Ortsmittelpunkt, die geographische Stadtmitte im Stadtteil Sterkrade liegt an der Christinestr. 23 [5] und hat die Koordinaten: 51° 31′ n.B. und 6° 51′ ö.L.

Mit etwas über 100 Meter über NN bildet die Knappenhalde (Schlackeberg) den höchsten Punkt im Stadtgebiet. Sie ist eine spitzkegelförmig angelegte Abraumhalde der ehemaligen Zeche Oberhausen. Von dort hat man einen weiten Ausblick über das Stadtgebiet. In östlicher Richtung kann man bis weit in die Nachbarstadt Essen blicken.

Seit 1975 ist das Stadtgebiet in die drei Stadtbezirke Alt-Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade gegliedert. Sie haben jeweils eine Bezirksvertretung mit einem Bezirksbürgermeister. Die Bezirksvertretung hat je nach Größe des Stadtbezirks zwischen 15 und 19 Mitglieder und wird alle fünf Jahre bei jeder Kommunalwahl von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt.

Für statistische Zwecke werden die Stadtbezirke in mehrere Stadtteile unterteilt, die nach den ehemaligen Gemeinden bzw. Gemarkungen oder neu entstandenen Wohngebieten benannt wurden:

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Dinslaken
(Kreis Wesel)
Bottrop
Nachbargemeinden Essen
Duisburg Mülheim an der Ruhr

Geschichte[Bearbeiten]

Landesherrschaften und Gebietsreformen[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt Oberhausen im Jahr 1805

Der Bereich des heutigen Stadtgebiets Oberhausen gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zu unterschiedlichen Herrschaften. Während Lippern (Lipper Heide) und Lirich zum Reichsstift Essen (Essen-Borbeck) gehörten, Styrum zur reichsfreien Herrschaft Styrum, Alstaden und Dümpten zur Herrschaft Broich, lagen die Bürgermeisterei Holten mit Buschhausen und Sterkrade im Kreis Wesel im preußischen Herzogtum Kleve und Osterfeld im kurkölnischen Vest Recklinghausen. Nach vorübergehender Zugehörigkeit ab 1806 zum Großherzogtum Berg (Alt-Oberhausen, Sterkrade) bzw. ab 1803 zum Herzogtum Arenberg-Meppen (Osterfeld) kam das gesamte heutige Stadtgebiet 1815 zu Preußen. Im Zuge der Verwaltungsgliederung des Preußischen Staates wurden die Ortschaften den am 23. April 1816 neu gebildeten Landkreisen Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster (Provinz Westfalen), Dinslaken im Regierungsbezirk Kleve bzw. Essen im Regierungsbezirk Düsseldorf zugeteilt. Die beiden letztgenannten Landkreise wurden bereits am 27. September 1823 zum neuen Landkreis Duisburg im 1821 mit dem Klever Bezirk vereinigten Regierungsbezirk Düsseldorf (Rheinprovinz) zusammengeschlossen.

Die Besiedlung nahm, bedingt durch den Abbau von Kohle, anfänglich jedoch Eisenerz, stark zu. Wie andere Orte im Ruhrgebiet wuchs auch Oberhausen vom ländlichen Raum zum Industriestandort mit Zechen, Stahlwerken und chemischer Industrie heran.

Die Eisenverhüttung stellt den Beginn der Industrialisierung in diesem Raum dar. Die Antoniehütte (auch St.-Antony-Hütte) liegt im (heutigen) Stadtgebiet Oberhausen. Sie wird als die Wiege der Ruhrindustrie (1758) bezeichnet.

Die Bürgermeisterei Oberhausen wird am 1. Februar 1862 auf emsiges Betreiben eines Duisburger Landrats aus Teilen von sechs anderen Gemeinden gebildet. Die Urzelle und den größten Gebietsanteil (zwei Drittel) lieferte die Gemeinde Borbeck mit den Ortsteilen Lippern und Lirich, die bisher zum Reichsstift Essen gehörten. Dazu kamen Teile von Alstaden, Dümpten und Styrum aus der Bürgermeisterei Mülheim-Land. Hinzu kamen auch noch kleinere Teile von Meiderich und Buschhausen. Den Namen Oberhausen erhielt die junge Gemeinde vom 1847 neuangelegten gleichnamigen Bahnhof (seinerzeit erster Bahnhof der Gemeinde Borbeck) an der Cöln-Mindener Eisenbahn, der wiederum seinen Namen von dem an der Emscher gelegenen Schloss des Grafen Westerholt erhalten hatte. Bereits zwölf Jahre danach am 10. September 1874 erhielt die Gemeinde Oberhausen durch Einführung der Städteordnung die Stadtrechte. Sie wurde damit kreisangehörige Stadt des Landkreises Mülheim an der Ruhr, der kurz zuvor am 8. Dezember 1873 aus dem Landkreis Duisburg (nach Ausscheiden von Duisburg als Stadtkreis am 27. Juni 1873) hervorgegangen war. Am 1. April 1901 schied auch Oberhausen aus ihm aus, nachdem es gemäß der Rheinischen Provinzialordnung die Marke von 40.000 Einwohnern erreicht hatte und damit ebenfalls Stadtkreis wurde.

Es folgten weitere Gebietszuwächse:

  • 1. April 1909: Eingemeindung des südlichen Teils von Buschhausen (Grafenbusch mit Schloss Oberhausen)
  • 1. April 1910: Eingemeindung von Alstaden und der nördlichen Teile von Dümpten und Styrum
  • 1915: Eingemeindung von Teilen Borbecks, Dellwigs und Frintrops

Osterfeld gehörte ab 1811 zur Bürgermeisterei Bottrop und ab 1844 zum Amt Bottrop im Landkreis Recklinghausen, löste sich am 1. Juli 1891 im Zuge der Industrialisierung vom Amt Bottrop und erhielt am 17. Juni 1921 Stadtrechte. Nachdem es die Marke von 30.000 Einwohnern überschritten hatte, schied Osterfeld gemäß der Westfälischen Provinzialordnung am 1. Januar 1922 auch aus dem Landkreis Recklinghausen aus und wurde selbständiger Stadtkreis.

Sterkrade gehörte zur Bürgermeisterei Holten im Landkreis Dinslaken bzw. ab 27. September 1823 zum Landkreis Duisburg und ab 8. Dezember 1873 zum Landkreis Mülheim an der Ruhr. Am 1. April 1886 wurde die Bürgermeisterei Holten in die Bürgermeistereien Beeck und Sterkrade (mit der Gemeinde Sterkrade, der Stadt Holten, dem Amt Holten und Buschhausen) geteilt, die am 20. April 1887 zum Landkreis Ruhrort und am 1. April 1909 zum Landkreis Dinslaken kamen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Buschhausen geteilt. Der größte Teil wurde nach Sterkrade eingemeindet. Ein kleineres Gebiet im Süden kam zu Oberhausen, der Grafenbusch mit dem Schloss Oberhausen. Am 1. April 1913 erhielt Sterkrade Stadtrechte, die Bürgermeisterei Sterkrade wurde in die Stadt Sterkrade und die Bürgermeisterei Holten geteilt. Bereits am 1. Juli 1917 wurden die Bürgermeisterei Holten und ein großer Teil der Bürgermeisterei Hiesfeld, die Orte Barmingholten, Schmachtendorf und Walsumermark, in die Stadt Sterkrade eingegliedert. Dadurch überschritt Sterkrade die Marke von 40.000 Einwohnern, um gemäß der Rheinischen Provinzialordnung aus dem Landkreis Dinslaken auszuscheiden und selbständiger Stadtkreis zu werden.

Im Zuge der Kommunalen Neugliederung im Ruhrgebiet wurden am 29. Juli 1929 die Stadtkreise Oberhausen an der Ruhr, Osterfeld und Sterkrade zum neuen Stadtkreis Oberhausen (Rheinland) mit Korrekturen an den Grenzen zu den Nachbarstädten Duisburg und Mülheim an der Ruhr vereinigt. Seit dem Zusammenschluss trägt die Stadt den Namenszusatz (Rheinland) oder (Rhld.). Dieser Zusatz ist bis heute nach Angaben des Presseamtes (1. August 2006) noch gültig. Die Einwohnerzahl von Alt-Oberhausen hatte bereits um das Jahr 1914 die 100.000-Grenze überschritten und damit Oberhausen zur Großstadt gemacht. Heute hat Oberhausen etwa 210.000 Einwohner.

Die Gebietsreform von 1929 führte dazu, dass die heutige kreisfreie Stadt Oberhausen drei gewachsene Zentren hat. Die erst Anfang der 1990er Jahre geplante „Neue Mitte“ kann heute als viertes Zentrum der Stadt gewertet werden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1905 hatte Alt-Oberhausen mehr als 50.000 Einwohner. Bereits 1914 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch es zur Großstadt wurde. Einen Zuwachs um mehr als 80.000 Personen auf rund 190.000 Einwohner brachte am 1. August 1929 die Eingemeindung von Sterkrade (50.661 Einwohner 1925) und Osterfeld (32.655 Einwohner 1925). Im Jahre 1963 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit über 260.000 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2013 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Oberhausen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 209.097 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit fiel die Einwohnerzahl Oberhausens im Jahr 2013 zum ersten Mal seit 1950 unter die Marke von 210.000 Menschen.

Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2013 bei 10,1 Prozent, die Zahl der gemeldeten offenen Stellen betrug 1.582.

Der Ausländeranteil lag zum 31. Dezember 2012 bei 11,5 Prozent (24.090). Die Altersstruktur stellte sich im Mai 2011 (Zensus) wie folgt dar:

  • 0-17 Jahre: 15,7 %
  • 18-64 Jahre: 63,4 %
  • ab 65 Jahre: 20,9 %

Religionen[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

2004 lebten in Oberhausen 42 % Katholiken und 28 % Protestanten. Im Vergleich zu 1994 ist der Anteil der Protestanten um 12,3 % und bei den Katholiken um 12,9 % gesunken. Von den Elternpaaren Neugeborener waren 2004 noch 47,2 % beide Christen, ein Rückgang um 8,3 % gegenüber 1994. Die Taufquote liegt im Bistum Essen mit 89 % noch relativ hoch.

Im südlichen Stadtgebiet Oberhausens gehörten ursprünglich die Ortschaften Lirich und Lippern (Lipperheide) zum Reichsstift Essen (Borbeck) und damit zum Erzbistum Köln, denn die Fürstäbtissin von Essen ließ ihre Orte durch einen vom Kölner Erzbischof investierten Offizial verwalten. Pfarramtlich wurden sie von der Petrikirche in Mülheim an der Ruhr aus versorgt. Ab 1821 gehörten alle katholischen Pfarreien südlich der Emscher zum Erzbistum Köln. 1857 entstand die erste katholische Kirche im Gebiet der späteren Stadt Oberhausen, die St.-Marien-Kirche, die 1888 zur Pfarrkirche innerhalb des Erzbistums Köln erhoben wurde. Die Kirchengemeinden nördlich der Emscher gehörten zum Bistum Münster und ab 1904 zum Dekanat Ruhrort. 1910 wurde Sterkrade Sitz eines eigenen Dekanats, dort war bereits 1240 ein Kloster entstanden. Osterfeld hatte bereits um 1000 eine Kirche.

1958 wurden alle katholischen Pfarrgemeinden Oberhausens dem neuen Ruhr-Bistum Essen zugeordnet. 1960 fasste der erste Bischof von Essen alle Oberhausener Kirchengemeinden zum Stadtdekanat Oberhausen zusammen, zunächst mit den drei Dekanaten Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld. Mit der Zusammenlegung der Dekanate Sterkrade und Osterfeld zum Dekanat Oberhausen-Sterkrade-Osterfeld existieren seit 2003 nunmehr zwei Dekanate.

St.-Clemens-Kirche in Oberhausen-Sterkrade

In Oberhausen gibt es folgende katholische Kirchen:

  • Dekanat Oberhausen: St. Marien, St. Michael, Hl. Geist, St. Johannes Evangelist, Unsere Liebe Frau, St. Katharina, Hl. Familie, St. Peter Alstaden, St. Antonius, St. Hildegard, Herz Jesu und St. Joseph
  • Dekanat Sterkrade-Osterfeld: Propstei St. Clemens, St. Bernardus, Propstei St. Pankratius, St. Judas Thaddäus, St. Marien, St. Franziskus mit Filialkirchen St. Jakobus und St. Josef, Herz Jesu mit Filialkirche St. Pius, Liebfrauen, St. Barbara, St. Josef mit Filialkirche Christ König (auch Tabgha – Jugendkirche Oberhausen), St. Theresia vom Kinde Jesu, St. Johann.

Ab Mitte 2007 wird die Strukturreform im Bistum Essen die Zahl der Pfarreien auf die vier Großpfarreien St. Marien und Herz Jesu in Alt-Oberhausen, St. Pankratius in Osterfeld und St. Clemens in Sterkrade reduzieren. Die übrigen werden zu Filialkirchen (Zweigstellen) herabgestuft oder aufgegeben. Die bisherigen Dekanate werden in einem Stadtdekanat zusammengefasst.

Pauluskirche

Nach Gründung der Stadt Oberhausen 1862 wuchs die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder im südlichen Bereich der heutigen Stadt Oberhausen (Alstaden, Dümpten und Styrum beziehungsweise Lippern und Lirich) schnell. 1864 entstand die Evangelische Kirchengemeinde Oberhausen I mit der Christuskirche und 1893 die Evangelische Kirchengemeinde Oberhausen II mit der Lutherkirche als Mittelpunkt. In Sterkrade waren auf der Königshardt bereits seit 1774 die ersten Protestanten ansässig, doch konnte erst 1846 die Kirchengemeinde Sterkrade gegründet werden. In Osterfeld entstand erst 1896 eine eigene Kirchengemeinde, die zur Westfälischen Provinzialkirche der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. zur Evangelischen Kirche von Westfalen gehörte. Alle übrigen evangelischen Kirchengemeinden Oberhausens gehörten zur Rheinischen Provinzialkirche der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. zur Evangelischen Kirche im Rheinland.

Lutherkirche in Alt-Oberhausen

1954 wurde Oberhausen Sitz eines eigenen Kirchenkreises innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, dem derzeit acht Kirchengemeinden angehören:

  • die Christus-Kirchengemeinde
  • die Emmaus-Kirchengemeinde (gegründet 2007 durch Zusammenschluss der Paulus-Kirchengemeinde (früher Oberhausen I) sowie der Kirchengemeinden Alstaden und Buschhausen)
  • die Luther-Kirchengemeinde (früher Oberhausen II)
  • die Markus-Kirchengemeinde
  • die Apostel-Kirchengemeinde
  • die Auferstehungs-Kirchengemeinde (früher Osterfeld)
  • die Kirchengemeinde Holten-Sterkrade (gegründet 2010 durch Zusammenschluss der Kirchengemeinden Holten und Sterkrade)
  • die Kirchengemeinde Königshardt-Schmachtendorf (gegründet 2007 durch Zusammenschluss der Kirchengemeinden Königshardt und Schmachtendorf).

Daneben gibt es in Oberhausen auch die Altkatholische Kirche und die lutherische Trinitatis-Gemeinde[6] der SELK sowie Gemeinden, die zu Freikirchen gehören: eine Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde (FeG) und eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten (STA).

Ferner sind in Oberhausen auch sechs Gemeinden der Neuapostolischen Kirche vertreten sowie eine Gemeinde der Christadelphians.

Judentum[Bearbeiten]

Im Jahr 1933 gab es etwa 600 Juden in Oberhausen. Bis zur Reichspogromnacht im November 1938 gab es eine Synagoge in der Friedenstr. 24 (erbaut 1898), die in der Nacht vom 9. auf den 10. November unter der Aufsicht der Oberhausener Feuerwehr niedergebrannt wurde. Die 1858 errichtete Holtener Synagoge in der Mechthildisstraße wurde bereits 1927 wieder aufgegeben, 1936 verkauft und seitdem als Wohnhaus genutzt.[7]

Im Jahre 1968 haben sich die jüdischen Gemeinden in Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg zu einer gemeinsamen Kultusgemeinde – der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen – zusammengeschlossen. Als in den 1990er Jahren die Zahl der Gemeindemitglieder – durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion – auf über 2.800 anstieg, wurde der Neubau einer Synagoge und eines Gemeindezentrums erforderlich.

Gemeinsam einigten sich die Jüdische Gemeinde und die drei Städte Oberhausen, Mülheim/Ruhr und Duisburg auf einen Neubau im Duisburger Innenhafen. Seit Einweihung des neuen Gemeindezentrums der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen in Duisburg im Jahre 1999 ist dieser Ort mit Leben gefüllt.

Seit 2005 gibt es in Oberhausen auch eine liberale jüdische Gemeinde, die durch die Union Progressiver Juden Anerkennung gefunden hat und deren Mitgliederzahl stetig steigt. Die Räumlichkeiten der Gemeinde befinden sich am Friedensplatz, nur unweit der 1938 zerstörten Synagoge an der Friedensstraße.

Islam[Bearbeiten]

Bedingt durch die große Zahl türkischstämmiger Einwohner Oberhausens, insbesondere in den Stadtteilen Tackenberg, Knappenviertel und Osterfeld, gibt es im Stadtgebiet mittlerweile auch eine Vielzahl Moscheen unterschiedlicher Träger.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Mit der Bildung der Gemeinde Oberhausen 1862 wurde die Bürgermeisterverfassung mit Gemeinderat und Bürgermeister eingeführt. Daneben gab es zwei Beigeordnete. Nach Erhalt der Stadtrechte 1874 gab es Stadtverordnete und Bürgermeister, die nach Erlangung der Kreisfreiheit 1901 den Titel Oberbürgermeister trugen. Auch Osterfeld und Sterkrade hatten je einen Gemeinderat und einen Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister an der Spitze. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung 1929 verloren diese jedoch ihre Ämter.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder als „Stadtverordnete“ bezeichnet wurden. Der Oberbürgermeister, der ehrenamtlich tätig war, wurde als Vorsitzender und Repräsentant der Stadt vom Rat aus seiner Mitte gewählt. Ebenfalls vom Rat gewählt wurde der hauptamtliche Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1997 wurde die Doppelspitze bei Stadt Oberhausen aufgrund der geänderten Gemeindeordnung NRW aufgehoben. Seitdem gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister, der Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt ist. 1999 wurde er zum ersten Mal direkt gewählt.

Der Gemeinderat der Stadt Oberhausen hatte seit der Kommunalwahl 1999 bis zum Wahljahr 2009 insgesamt 58 Mitglieder. Nach den Kommunalwahlen 2009 wuchs der Rat durch Ausgleichsmandate auf 62 Mitglieder, seit der Wahl vom 25. Mai 2014 sind es 60 Stadtverordnete, die sich wie folgt auf die einzelnen Parteien verteilen:

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Bürgermeister

Oberbürgermeister

Oberbürgermeister von Osterfeld

Oberbürgermeister von Sterkrade

Oberstadtdirektoren

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Oberhausen

Das Wappen der Stadt Oberhausen zeigt in einem durch eine silberne Spitze von Blau und Rot gespaltenen Schild, darin schräg gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen (die Symbole des Bergbaus), vorne einen von zwei silbernen Schlangen umwundenen silbernen Merkurstab, hinten gekreuzt eine silberne Zange und einen silbernen Hammer, überdeckt mit einem silbernen Zahnrad. Im Oberwappen ist eine Mauerkrone mit fünf Türmen dargestellt.

Die Stadtflagge ist Blau/Weiß, bis 1996 Schwarz/Weiß/Rot.

Das Wappen wurde der Stadt bereits 1888 von König Wilhelm I. von Preußen verliehen. Allerdings war das vordere Feld zunächst schwarz statt blau. Am 21. Oktober 1952 verlieh das Innenministerium Nordrhein-Westfalen das Wappen neu in seinen heutigen Farben. Es vereint die Symbole der allgemeinen Industrie (Zahnrad und Hammer), der Hüttenwerke (Zange) und des Bergbaus (Schlägel und Eisen) mit dem Symbol für Handel und Verkehr (Merkurstab).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Oberhausen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft[8]:

Mit der Stadt Freital in Sachsen unterhält die Stadt Oberhausen freundschaftliche Beziehungen.

Schulden[Bearbeiten]

2011 beliefen sich die Schulden der Stadt auf rund 1,4 Milliarden Euro.[9] Oberhausen war mit knapp 9.600 Euro pro Kopf die am höchsten verschuldete Stadt Deutschlands. Durch höhere Steuereinnahmen und einem strikten Sparkurs sank die Verschuldung inzwischen auf 8263 Euro pro Kopf im Jahr 2012. Die kurzfristig fälligen Kassenkredite betragen 6870 Euro pro Kopf.[10]

Aufgrund der Haushaltslage hat die Stadt drei von sieben Bädern geschlossen und stattdessen ein rentables Spaßbad gebaut. Seit 1992 war es aufgrund des tiefgreifenden Strukturwandels in der Stadt nicht mehr möglich, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Die Sozialleistungen übersteigen seit Anfang der 1990er Jahre die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt.

Regionaler Flächennutzungsplan[Bearbeiten]

Die Stadt Oberhausen kooperiert zwecks Regionaler Flächennutzungsplanung in einer Planungsgemeinschaft mit den Städten Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Herne und Mülheim an der Ruhr (Planungsgemeinschaft der Städteregion Ruhr 2030). Der von den sechs Städten aufgestellte Plan wurde 2009 vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen mit bestimmten Auflagen genehmigt. Nach den Beitrittsbeschlüssen der Räte zu den Auflagen und nach Bekanntmachung des Plans trat der erste Regionale Flächennutzungsplan der Geschichte am 3. Mai 2010 in Kraft. Bis auf Weiteres kann der erste und einzige geltende Regionale Flächennutzungsplan von den sechs Städten im Benehmen mit dem Regionalverband Ruhr geändert und ergänzt werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Theater Oberhausen

Neben dem Stadttheater gibt es noch das Metronom-Theater am Centro, welches sich auf die Inszenierung von Musicals konzentriert und die Kleinstädter Bühne Sterkrade e. V.(eine Laienspielgruppe). Des Weiteren gibt es noch das Niebuhrg Theater und das Atelier Theater.

An Museen gibt es im Schloss Oberhausen die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, eine Institution der Peter und Irene Ludwig-Stiftung mit wechselnden Ausstellungen. In direkter Nachbarschaft zu der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen befindet sich die Gedenkhalle Oberhausen, die erste Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus in Westdeutschland; hier wird eine Dauerausstellung gezeigt.

Der Gasometer Oberhausen gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Ausstellungshallen der Welt. Die Ausstellung "Sternstunden – Wunder des Sonnensystems" lockte im Jahr 2010 fast 1 Million Besucher in den Industriegiganten und war somit die erfolgreichste Ausstellung im Jahr der Kulturhauptstadt Europas. Ebenfalls viel Beachtung fand das "Big Air Package" von Christo. Aktuell ist die Ausstellung "Der schöne Schein" zu sehen.

Museumsbahnsteig Oberhausen: Gießpfanne und historischer Zug

Auf der Westseite des Oberhausener Hauptbahnhofs gelegen zeigt das LVR-Industriemuseum, Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte, eine Dauerausstellung zu 150 Jahren Eisen- und Stahlgeschichte an Rhein und Ruhr sowie wechselnde Themenausstellungen. Im Jahr 2008 wurde als neue Zweigstelle das Museum „St.Antony.Hütte“ eröffnet, das an die vor über 250 Jahren errichtete erste Eisenhütte des Ruhrgebietes erinnert. Zum LVR-Industriemuseum gehören in Oberhausen auch das Museum in der Siedlung Eisenheim, das zentrale Museumsdepot im Peter-Behrens-Bau, dem früheren Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte, und der Museumsbahnsteig im Hauptbahnhof.

Seit August 2008 zeigte die „Modellbahnwelt Oberhausen“ im Maßstab 1:87, wie das Ruhrgebiet von 1965 bis 1970 ausgesehen hat. Auf etwa 420 m² wurde ein Teil von Oberhausen und beispielsweise die Zeche und Kokerei Zollverein modellhaft zu dem Zeitpunkt präsentiert, als Zeche und Kokerei noch in Betrieb waren. Dies wurde 2012 durch die Ausstellung 'Top Secret. Die geheime Welt der Spionage' abgelöst[11].

In Sterkrade befindet sich das private Sterkrader Radio-Museum. [12]

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Eine große Mehrzweckhalle für Konzerte, Musicals, Shows, aber auch Sportveranstaltungen ist die König-Pilsener-Arena in der Neuen Mitte. Sie hat 12.500 Plätze.

Ebertbad

Das Ebertbad, ein ehemaliges Schwimmbad, hat sich zu einem der herausragendsten Veranstaltungsorte für Kleinkunst entwickelt. Es war außerdem die Heimspielstätte der Missfits, eines der bekanntesten Kabarett-Duos in Deutschland.

Das Kongresszentrum Oberhausen (Luise-Albertz-Halle/Stadthalle) ist ein multifunktionales Tagungs- und Veranstaltungszentrum, geeignet sowohl für Traditions- und Unterhaltungsveranstaltungen als auch für Börsen, Ausstellungen, Tagungen, Kongresse und Seminare. Angegliedert an das Kongresszentrum sind ein Hotel sowie Gastronomie und ein eigenes Parkhaus.

Zu erwähnen sind auch die Schilda-Halle (inzwischen umbenannt in „Schacht 1“), das Zentrum Altenberg, die Fabrik K-14, die Turbinenhalle (eine Diskothek mit mehreren Arealen zu unterschiedlichen Musikstilen), das Drucklufthaus, eine Hochkulturstätte für die Alternative Szene, oder das jüngst eröffnete „Theater an der Niebu(h)rg“. In allen sechs Fällen handelt es sich um ehemalige Industriebauten, die zu Veranstaltungsorten umfunktioniert wurden.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Oberhausen – Ehrenhof mit Kleinem Schloss

Ein bedeutendes Bauwerk und ein Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss Oberhausen, ein ehemaliger Herrensitz an der Emscher. Das Schloss gab zunächst einem Bahnhof an der Köln-Mindener Eisenbahnstrecke und dann der am Bahnhof entstandenen Siedlung den Namen. Heute beherbergt das Gebäude, das nach Kriegszerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde, die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen.

Auf dem Altmarkt, dem zentralen Platz der auf einem rechtwinkligen städtebaulichen Raster entstandenen Innenstadt, steht das Wahrzeichen von Alt-Oberhausen, eine klassizistische Säule mit einer vergoldeten Siegesgöttin Nike über dem Kapitell.

Sehenswert ist auch das Rathaus der Stadt, das 1930 in den Formen des Backsteinexpressionismus nach Plänen der Baumeister Freitag und Jüngerich erbaut wurde.

Ein architektonisch besonders interessanter Platz in der City ist der Friedensplatz mit dem Amtsgericht Oberhausen aus dem Jahr 1907, dem Europa-Haus (Architekt: Hans Schwippert) und den expressionistischen Backsteingebäuden an den Längsseiten, die dem Platz zusammen mit den Wasser- und Baumachsen eine strenge Symmetrie verleihen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einem ehemaligen Industriegelände angelegt ist der Friedensplatz ein wichtiges Bindeglied zwischen Altmarkt, Hauptbahnhof und Rathaus. In der gleichen Umgebung befindet sich das zunächst privatwirtschaftliche genutzte, seit 1978 jedoch in städtischem Besitz befindliche Bert-Brecht-Haus (anfangs: Ruhrwachthaus), das derzeit die Volkshochschule und die Zentrale der Stadtbibliothek beherbergt.

Weitere bedeutende Bauwerke in Oberhausen sind die Burg Vondern in Osterfeld, das Kastell in Holten und die Baumeister-Mühle von 1848 in Buschhausen.

Blick vom Gasometer auf das CentrO mit dem Zentrum Essens am Horizont

Von besonderem architektonischen und städtebaulichen Interesse sind die zahlreichen Arbeitersiedlungen des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter die Siedlung Eisenheim in Osterfeld, die älteste Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets.

Zu den bemerkenswerten historischen bürgerlichen Wohnquartieren zählen das Rathausviertel und das Marienviertel in Alt-Oberhausen sowie die von der GHH für ihre Führungskräfte angelegte Siedlung Grafenbusch gegenüber dem Schloss.

Ein zukunftsweisender städtebaulicher Ansatz wird mit der Solarsiedlung in Holten realisiert. Hier entsteht seit 2007 im Rahmen des von der Landesregierung ausgerufenen Projektes 50 Solarsiedlungen in Nordrhein-Westfalen eine mit dem European Energy Award ausgezeichnete Siedlung, die mit einer Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpentechnik nahezu CO2-neutral und ohne externe Energiezufuhr beheizt und mit Warmwasser versorgt wird.

Abendliche Beleuchtung des Gasometers vom Rhein-Herne-Kanal aus gesehen

Ein weiteres bedeutendes Baudenkmal stellt das von dem Architekten Peter Behrens entworfene Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte dar, das in gleichzeitig monumentaler und sachlicher Formgebung die Essener Straße beherrscht und gemeinsam mit Gasometer und Werksgasthaus an die einstige Gutehoffnungshütte erinnert. Heute dient das Backsteingebäude aus den 1920er Jahren als Depot des Rheinischen Industriemuseums.

In den 1990er Jahren entstand auf dem ehemaligen Industriegelände der Gutehoffnungshütte, später Thyssen, als weiteres Stadtzentrum die „Neue Mitte Oberhausen“ (CentrO). Durch städtebauliche Maßnahmen, die Ansiedlung von modernen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen und durch umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur wurde ein Strukturwandel vom Industriestandort zum Dienstleistungs- und Tourismusstandort vollzogen.

Das Einkaufszentrum CentrO bildet den Kern des Projektes. Weitere wichtige Bestandteile der „Neuen Mitte“ sind die Multifunktionshalle König-Pilsener-ARENA, der Freizeit- und Vergnügungspark CentrO.PARK, ein Multiplex-Kino, ein Erlebnis-Aquarium (Sea Life), die Heinz-Schleußer-Marina am Rhein-Herne-Kanal und eine Musicalhalle (Metronom Theater). Die „Neue Mitte“ hat sich inzwischen zum Publikumsmagnet der Stadt entwickelt. Zuletzt entstand ein Schwimmbad (Aquapark) in der Nähe der Marina. Im September 2012 wurde ein Erweiterungsbau des CentrO eröffnet. Im Frühjahr 2013 ist die Eröffnung eines Ocean Adventure Park und des Legoland Discovery Centre geplant, die (wie SeaLife) beide von Merlin Entertainment betrieben werden.

Auf den Brachflächen des ehemaligen Elektrostahlwerks an der Osterfelder Straße sollte sich die Entwicklung der Neuen Mitte grundsätzlich noch fortsetzen. Allerdings haben sich die unter dem Namen O.Vision zu Beginn des Jahrtausends präsentierten Projekte bislang bestenfalls in Ansätzen verwirklichen lassen.

Am Rande der „Neuen Mitte“ befindet sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, der ehemalige Gasometer der Gutehoffnungshütte. Im Rahmen der IBA Emscher Park wurde er zu einem Veranstaltungsort umgebaut. Das Dach des 117,5 m hohen Gasometers ist seitdem als Beobachtungsplattform zu Fuß oder per Aufzug zu erreichen und bietet eine eindrucksvolle Sicht auf die facettenreiche Kulturlandschaft des Ruhrgebietes. Durch wechselnde Ausstellungen und Installationen, unter anderem von Christo, Bill Viola oder Christina Kubisch hat der Gasometer als Ort kultureller Veranstaltungen überregionale Bedeutung erlangt.

Sport[Bearbeiten]

Logo des Fußballvereins Rot-Weiß Oberhausen

Mit mehr als 250 Vereinen bietet Oberhausen ein reiches Angebot an Sportmöglichkeiten. Hier finden sich neben allen Standardsportarten auch so ausgefallene Angebote wie Square Dance, Cheerleader-Dance oder Paintball. Der bekannteste Fußballverein Oberhausens ist Rot-Weiß Oberhausen, der 1904 gegründet wurde. Von 1969 bis 1973 spielte RWO in der Fußball-Bundesliga, konnte seitdem jedoch nicht mehr in die höchste Spielklasse zurückkehren. Auch vor Gründung der Bundesliga war RWO in der damals erstklassigen Oberliga West viele Jahre vertreten. 1974 war RWO Gründungsmitglied der 2. Fußball-Bundesliga. Durch viele Auf- und Abstiege brachte man es seitdem bisher insgesamt auf 18 Spieljahre in der Zweitklassigkeit. Der letzte Aufstieg dorthin gelang in der Saison 2007/08, als sich die „Kleeblätter“ in der Regionalliga Nord am Ende als Tabellenzweiter für die 2. Fußball-Bundesliga qualifizieren konnten. In den folgenden beiden Spielzeiten gelang jeweils der Klassenerhalt. In der Saison 2010/11 stieg RWO in die 3. Liga und in der Spielzeit 2011/12 in die Regionalliga West ab. Erfolgreich ist im Basketball derzeit die Damenmannschaft von NBO92, die seit 2002 in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga spielt, in der Spielzeit 2004/05 Deutscher Vizemeister und 2011/12 Pokalsieger wurde. Die Tennisspieler des OTHC (Oberhausener Tennis- und Hockeyclub) spielten zeitweise in der 1. Tennis-Bundesliga; die Revierlöwen Oberhausen gehörten zeitweise der DEL an, der Verein ist jedoch inzwischen insolvent und aufgelöst. In der Saison 2007/08 gelang den Billardspielern des BC Oberhausen der Aufstieg in die Billard-Bundesliga, der Meistertitel wurde 2010, 2011, 2012 und 2013 bereits zum vierten Mal in Serie gewonnen. Der BCO ist damit deutscher Rekordmeister im Poolbillard. Der Oberhausener Schachverein 1887 spielt zurzeit (2009/10) mit acht Mannschaften und zwei Jugendmannschaften in der Verbandsliga des Schachverband Ruhrgebiet. Am Spitzenbrett spielt seit 2001 Großmeister Vlastimil Hort, der 1977 Platz 7 der Weltrangliste einnahm. Mit 107 Mitgliedern ist der OSV auf Platz 35 der mitgliederstärksten Schachvereine Deutschlands. Weiterhin vertreten unter anderem die Fireballs Sterkrade und die Piranhas Oberhausen die Stadt im Inlineskaterhockey. In Oberhausen aktiv ist ferner Cha Yong-kil, der den neunten und damit höchsten Dan besitzt, den man in Taekwondo haben kann. Diesen Meistergrad hat er ferner auch im Shaolin Kung Fu erlangt. Ferner ist er Präsident des Jidokwan Taekwondo Europe Verbands und Präsident des Welt-Kampfkunst-Bundes. Die drei mitgliederstärksten Vereine der Stadt heißen Turnerbund Osterfeld, TV Jahn Königshardt und Turnclub Sterkrade 1869.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die 1954 gegründeten, alljährlich stattfindenden Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sind ein Höhepunkt des Oberhausener Kulturlebens.

Erwachsen aus Kontakten, die seit 1952 bestehen, veranstaltet die Stadt Oberhausen eine multilaterale Jugendbegegnung, die sogenannte MULTI. Jedes zweite Jahr besuchen Gäste aus anderen Ländern – 2010 aus England (Middlesbrough), Estland (Tallinn), Israel (Jerusalem), Polen (Danzig), Türkei (Mersin), Ukraine (Saporischschja), Sardinien (Carbonia und Iglesias), Russische Föderation (Megion, Baschkortostan: Ufa), Rumänien (Bacau), China, Frankreich – die Stadt und ihre Umgebung. Für die Zeit ihres Aufenthalts in Oberhausen sind sie in Gastfamilien untergebracht und nehmen – zusammen mit Jugendlichen aus Oberhausen und Umgebung – an einem vielfältigen Programm teil. Die gastgebenden bzw. teilnehmenden Jugendlichen aus Oberhausen und Umgebung haben dann in dem darauf folgenden Jahr die Chance, für einen Gegenbesuch in diese Länder zu fahren. Aufgrund der dortigen Situation fand der Austausch mit Jerusalem (Israel) in den letzten Jahren nur in Oberhausen statt. Die Multi 2010 war Teil des Projekts TWINS, des offiziellen Programms der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Schirmherr war im Jahr 2010 der Musiker Peter Maffay.[13]

Grundidee der MULTI ist der interkulturelle Austausch, bei dem die Jugendlichen Kompetenzen in den Alltag mitnehmen sollen, das Leben in einer multikulturellen globalen Gesellschaft führen zu können.

Die Sterkrader Fronleichnamskirmes ist die größte Straßenkirmes in Europa.

Traditionell findet am Tag vor Rosenmontag ein Straßenkarneval in der Innenstadt statt. Der stattfindende Umzug ist der größte Karnevalszug im Ruhrgebiet und einer der längsten im Rheinland. Bereits am Samstag vor Rosenmontag findet im Stadtteil Osterfeld der Kinderkarnevalszug statt. Auch er gehört zu den größten Umzügen des Landes.

Des Weiteren findet nun seit mehreren Jahren die Ruhr in Love im Oberhausener OLGA Park statt. Sie ist eine Openair-Technoveranstaltung, bei der über 300 Dj's auf 35 Floors auflegen. Die jährlich im Sommer stattfindende Veranstaltung besuchten im Jahr 2009 über 41.000 Freunde der Elektronischen Tanzmusik.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Zeche Sterkrade 1913
Blick auf die ehemalige Zeche Concordia 1959

Die Stadt Oberhausen verdankt ihre Entstehung dem Vorkommen von Erz und Kohle. Spielt das Erz schon wegen seiner mangelhaften Qualität nur eine kurze Rolle in der Stadtgeschichte, sind die Jahre von 1853 (Förderbeginn der Zeche Concordia) bis 1992 (Stilllegung der letzten Zeche) vom Bergbau und – damit verbunden – von der stahlerzeugenden und stahlverarbeitenden Industrie geprägt. Den Gründerjahren des Bergbaus in Oberhausen – neben der erwähnten Zeche Concordia, Zeche Roland (1855), Zeche Oberhausen (1858), Zeche Alstaden (1859) folgten als „Großzechen“ die Bergwerke Osterfeld (1879), später im Verbund mit der Zeche Sterkrade (Förderbeginn 1903) und das Bergwerk Jacobi mit einer Kokerei (1913), daneben als kleinere Schachtanlagen die Zechen Vondern und Hugo Haniel, beide schon 1932 während der großen Depression stillgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Bergbau in Oberhausen wie überall im Ruhrgebiet noch einmal eine kurze Hochkonjunktur, die von 1958 bis zum Beginn der Bergbaukrise mit Absatzschwierigkeiten der Hausbrandzechen dauerte. Danach war der Bergbau eine Krisenbranche, deren Nöte auch an Oberhausen nicht vorbei gingen. Die Stilllegung der Zeche Concordia (1968) erzielte noch ein bundesweites Echo, während die Stilllegungen der Zechen Alstaden (1972), Jacobi (1974, Kokerei 1986) und Osterfeld (1992) fast ohne publizistische Beachtung blieben.

Der zweite Schauplatz des industriellen Niedergangs der Stadt, die Stahlindustrie, hier vor allem Stahlerzeugung, ging spektakulärer vor sich. Nach der Übernahme der Hüttenwerke Oberhausen AG, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem GHH-Konzern zwangsweise ausgegliedert wurde, durch den Thyssen-Konzern wurden bis auf ein noch bis 1997 laufendes Elektrostahlwerk (Sprengung der Gebäude: 2006) alle Produktionsstätten stillgelegt, so dass auch hier über 13.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Lediglich die Stahlverarbeitung – extrem spezialisiert auf exportgängige Produkte – hat sich in Oberhausen-Sterkrade bei der nunmehr zum MAN-Konzern gehörenden „Rest-GHH“ gehalten und bietet dort noch rund 1.500 Arbeitnehmer/innen einen Arbeitsplatz.

Die Arbeitsplatzverluste bei Kohle, Stahl und verarbeitendem Gewerbe allgemein – meist als per saldo Zahl mit 40.000 angegeben – liegen in der Realität weit höher. Wird etwa das Jahr 1960 als Vergleichszeitpunkt genommen, so differieren die Arbeitsplatzzahlen um 53.000.

Mit der Neuen Mitte Oberhausen hat die Stadt erfolgreich den Strukturwandel umgesetzt und sich als Einkaufs- und Freizeitstandort bundesweit etabliert. Die Arbeitsplatzgewinne in diesem Segment belaufen sich nach Studien des Amts für Statistik und Wahlen auf etwa 10.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Rund 25 Millionen Kunden zählt allein das Einkaufszentrum Centro, weitere 11 Millionen Tagestouristen besuchen die übrigen Freizeiteinrichtungen, wie Musicaltheater, Großaquarium, Spaßbad oder Veranstaltungsarena. Weitere touristische Schwerpunkte sind Großveranstaltungen, wie etwa der größte Karnevalszug im Ruhrgebiet, der am Tulpensonntag durch Alt-Oberhausen zieht, die Sterkrader Fronleichnamskirmes, die mit rund 400 Schaustellern zu den größten Kirmesveranstaltungen in Deutschland zählt oder der bekannte Weihnachtsmarkt am Centro. Die zur Bewertung eines Einzelhandelsstandortes relevante Zentralitätskennziffer liegt inzwischen bei knapp 145. Oberhausen hat sich innerhalb der letzten Jahre durch das Centro, aber auch durch die Einkaufscenter Sterkrader Tor und Bero Oberhausen als die Einkaufsstadt des Ruhrgebiets etabliert. Zu Weihnachten steuern pro Tag weit über 200 Reisebusse die Stadt Oberhausen an.

Im Liricher Industriegebiet Zum Eisenhammer haben sich im Laufe der Jahre Unternehmen aus dem Bereich der Logistik, der Textilindustrie, der Haushaltswaren sowie der Freizeitbranche etabliert.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Oberhausen ist Deutschlands bevölkerungsreichste Stadt ohne Universität oder Fachhochschule. Einige Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten in den Fächern Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Medizin, Psychologie, Pflegemanagement und Gesundheitswissenschaft bietet das gemeinnützige Bildungsunternehmen Medikon GmbH an. Vor Ort vertreten ist auch die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Oberhausen-Mülheim.

Die Stadt verfügt über das komplette Angebot an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen:

Ferner gibt es in Oberhausen eine Volkshochschule, eine Mal- und Musikschule sowie ein Studienseminar für Lehrämter an Schulen.

Oberhausen ist Sitz der Deutschen Hörfunkakademie. Ebenfalls in Oberhausen angesiedelt ist das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT).

Medien[Bearbeiten]

Der Regionalsender Antenne Ruhr versorgte die beiden Städte Oberhausen und Mülheim an der Ruhr seit dem 1. September 1990 mit Unterhaltung und regionalen Neuigkeiten. Am 5. August 2007 wurde der Sender aufgeteilt und strahlt jetzt als Radio Oberhausen und als Radio Mülheim aus.

Die Radio NRW GmbH auf der Essener Straße in Oberhausen liefert das Rahmenprogramm für sämtliche Lokalradios in NRW.

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

An den nationalen und internationalen Luftverkehr ist Oberhausen über den Flughafen Düsseldorf International, den Flughafen Köln/Bonn, den Flughafen Münster/Osnabrück, den Flughafen Dortmund und den Flughafen Weeze angeschlossen. Außerdem gibt es in der Nähe als Regionalflughäfen noch die Flughäfen Essen/Mülheim und Dinslaken Schwarze Heide.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Hauptbahnhof von 1934 im Stil der klassischen Moderne
Das Relief der Drei Lebensalter im Hauptbahnhof Oberhausen
Haltestelle Feuerwache

Bereits 1847 wurde Oberhausen durch die Cöln-Mindener Eisenbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Schienenpersonenfernverkehr verkehren der ICE International Amsterdam Centraal – Utrecht Centraal – Köln HbfFrankfurt (Main) Hbf / Basel SBB, der IC Norddeich Mole–Münster (Westfalen)KölnKoblenzLuxemburg sowie die CityNightLine-Züge „Pegasus“ Amsterdam Centraal – Karlsruhe HbfZürich HB und „Pollux“ Amsterdam Centraal – München Hbf. Von Dezember 2006 bis Dezember 2007 bzw. ab Dezember 2010 verkehrt/e zusätzlich der ICE von Oberhausen Hbf über Duisburg, Düsseldorf, Köln Hbf, Frankfurt Flughafen, Würzburg, Nürnberg und Ingolstadt nach München, seinerzeit als Ersatz für die aufgrund einer Baustelle aufgehobene Verbindung ab Essen Hbf. Im Güterverkehrsbereich existieren in Oberhausen der große Rangierbahnhof Oberhausen-Osterfeld Süd und der Verschiebebahnhof Oberhausen West.

Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verkehren der Rhein-Emscher-Express (RE 3) und der Rhein-Express (RE 5) sowie die Regionalbahn-Linien 33, 35, 36 und 44 sowie die S-Bahn-Linien 2 und 3. Außer dem Hauptbahnhof gibt es drei weitere Bahnhöfe bzw. Haltepunkte; dies sind: Sterkrade, Holten und Osterfeld Süd.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der DB Regio NRW und der NordWestBahn GmbH und der Eurobahn. Den restlichen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Oberhausen bedienen neben der STOAG als örtlichem Betrieb fünf weitere Nahverkehrsbetriebe: die DVG, die EVAG, die MVG, die NIAG und die Vestischen Straßenbahnen GmbH.

Als innovativ gilt die ÖPNV-Trasse Oberhausen, die im Zuge des Neubaus des CentrO in der Neuen Mitte gebaut wurde. Auf ihr verkehrt neben einer Reihe von Buslinien wieder die Straßenbahn-Linie 112 von Mülheim an der Ruhr über den Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Sterkrade. Ende Oktober 2004 wurde diese Strecke um einen 800 m langen Abschnitt bis zum Sterkrader Neumarkt verlängert, der in Richtung Bahnhof von Linienbussen mitbenutzt werden kann. Bis 2018 soll die ÖPNV-Trasse um einen insgesamt 2,2 km langen Abschnitt in Hochlage durch den östlichen Bereich der neuen Mitte und über die Essener Straße bis zur Stadtgrenze bei Essen-Frintrop weitergebaut werden, um so die Linie 105 der Essener Straßenbahn von Essen-Unterstraße über die neue Mitte Oberhausen nach Oberhausen Hbf. zu verlängern. Insgesamt 78 Millionen € wird dieses Bauvorhaben kosten, und ab 2018 für eine durchgehende ÖPNV-Verbindung ins benachbarte Essen führen.[14] Für den gesamten ÖPNV gelten der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straße[Bearbeiten]

Oberhausen ist über die nachfolgend aufgeführten Bundesautobahnen und Anschlussstellen (AS) an das Fernstraßennetz angebunden.

A 2 (E 34) Oberhausen – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Berliner Ring
AS 2 Oberhausen-Königshardt
A 3 (E 35) Den Haag/Amsterdam/Arnheim (A 12) – Oberhausen – Köln – Frankfurt a. Main – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau
AS 9 Dinslaken-Süd, AS 11 Oberhausen-Holten, AS 13 Oberhausen-Lirich
A 40 Eindhoven/Venlo (A 67) – Duisburg – Essen – Dortmund/Kassel (A 44)
AS 15 Mülheim, AS 16 Mülheim-Styrum, AS 17 Mülheim-Dümpten
A 42 Kamp-Lintfort (A 57) – Duisburg – Oberhausen – Gelsenkirchen – Castrop-Rauxel (A 45)
AS 9 Oberhausen-Buschhausen, AS 10 Oberhausen-Zentrum, AS 11 Oberhausen-Neue Mitte
A 59 Bonn/Köln/Leverkusen/Düsseldorf – Duisburg – Dinslaken/Wesel (B 8)
AS 3 Duisburg-Walsum/Oberhausen-Holten
A 516 Abzweig Oberhausen (AK Oberhausen – Oberhausen-Eisenheim)
AS 2 Oberhausen-Sterkrade, AS 3 Oberhausen-Eisenheim

Durch das Stadtgebiet von Oberhausen führen die Bundesstraßen B 8, B 223 und B 231. Seit August 2008 wurde die L 21 zwischen der A 3 AS Dinslaken-Süd/OB-Schmachtendorf und der A 59 AS Dinslaken-Hiesfeld zur B 8 hochgestuft, so dass der Oberhausener Norden nunmehr auch an das Bundesstraßennetz angeschlossen ist.

Radverkehr[Bearbeiten]

Oberhausen – seit 2001 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen – bietet optimale Bedingungen für nichtmotorisierte, individuelle Mobilität im räumlichen Nahbereich, vorzugsweise mit dem Fahrrad, zu Fuß, aber auch mit anderen Verkehrsmitteln (zum Beispiel Inlinern, Kickboards, Skateboards unter anderem).
Oberhausen erzielte zweimal den dritten Platz beim Fahrradklimatest des ADFC. Wie auch an anderer Stelle im Ruhrgebiet wurden in Oberhausen mehrere Trassen ehemaliger Zechenbahnen in Rad- und Wanderwege umgewandelt. Diese ermöglichen fast kreuzungsfreie Radtouren von der Emscherzone im Kern der Stadt bis hinaus in die Wälder der Kirchheller Heide nördlich von Oberhausen.

Wasser[Bearbeiten]

Rhein-Herne-Kanal, auf der rechten Seite der CentrO-Park

Der Rhein-Herne-Kanal verläuft von Ost nach West größtenteils parallel zur Emscher. Im Bereich der Neuen Mitte Oberhausen liegt am Rhein-Herne-Kanal mit der Marina Oberhausen ein neuer Freizeit- und Sportboothafen. Am Rhein-Herne-Kanal gibt es zudem weitere Häfen und Anlegestellen für die Binnenschifffahrt.

Die Emscher, die zur Zeit noch Abwässer führt, soll in naher Zukunft renaturiert werden. Kanal und Emscher teilen das Stadtgebiet in einen nördlichen und südlichen Teil. Im Ortsteil Alstaden begrenzt die Ruhr das Stadtgebiet. Einen Teil der nördlichen Stadtgrenze bildet der Rotbach.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Ein großer Arbeitgeber mit etwa 1500 Mitarbeitern am Standort Oberhausen ist die MAN Diesel & Turbo SE, ein Teil der MAN Gruppe, hervorgegangen aus der ehemaligen Gutehoffnungshütte in Sterkrade. Die ebenfalls aus der Gutehoffnungshütte hervorgegangene GHH Valdunes Gruppe ist ebenfalls hier ansässig.

Ein anderer Arbeitgeber war das Oberhausener Unternehmen Babcock Borsig, welches im Jahr 2004 Insolvenz anmeldete.

Seit 1970 in Oberhausen ansässig ist der Assoverlag, der heute vorrangig Belletristik, Anthologien, Biografien und Sachbücher aus der Region veröffentlicht. Das bei Asso erschienene politische Volksliederbuch -Lieder gegen den Tritt- war lange Zeit Kult in linken Studentenkreisen. Im Jahr 1996 wurde der ATHENA-Verlag gegründet, der vor allem geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fachbücher veröffentlicht. 2011 wurde der Verlag Nicole Schmenk gegründet, der sich auf Bandbiographien und Forschungen aus dem Bereich Heavy Metal sowie auf Literatur aus NRW, Fantasy und Geschichtswissenschaft spezialisiert hat.

1984–2005 war hier die Elektrikfirma BEKA ansässig, nach Insolvenz und Neugründung 2005 jetzt eltec.

Die Firma Lenord+Bauer fertigt hier Sensoren, Servomotoren und elektronische Steuerungselemente für eine Vielzahl von Industriezweigen.

KODi, der größte Haushaltswaren-Discounter Deutschlands, ist seit 1981 in Oberhausen ansässig.

Neben Handwerk und Industrie, haben einige größere Agenturen, wie die UDG (United Digital Group, ehemals "Bassier, Bergmann & Kindler, Customer Experience Specialists GmbH"), bgp e.media, Contact und move:elevator, ihren Sitz in Oberhausen.

Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen unterhält in Oberhausen eine Außenstelle mit rund 150 Beschäftigten, deren Aufgabenschwerpunkt die Aufbereitung amtlicher Statistiken ist.

Die Stadtverwaltung beschäftigte (2007) 1343 Mitarbeiter.

Bei OXEA Chemicals in Oberhausen-Holten sind rund 1300 Mitarbeiter in sieben Standortgesellschaften beschäftigt.

Die Firma Hilti hat seit den frühen 1990er Jahren ihr Hauptlager für den Bereich Deutschland und Benelux-Länder in Oberhausen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Oberhausen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Verleihungsdatum.[15]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten]

  • Abenteuer Industriestadt Oberhausen 1874–1999. Beiträge zur Stadtgeschichte, hrsg. von der Stadt Oberhausen. Laufen, Oberhausen 2001, ISBN 3-87468-172-6.
  • Walter Brune, Holger Pump-Uhlmann: Centro Oberhausen – Die verschobene Stadtmitte. Ein Beispiel verfehlter Stadtplanung. IZ, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-940219-09-1.
  • Vera Bücker: Niedergang der Volkskirchen – was kommt danach? Kirchlichkeit und Image der Kirchen in einer Ruhrgebietsstadt. LIT-Verlag, Münster 2005, ISBN 3-8258-8986-6.
  • Magnus Dellwig / Peter Langer (Hrsg.): Oberhausen. Eine Stadtgeschichte im Ruhrgebiet. 4 Bde. Aschendorff, Münster 2012. ISBN 978-3-402-12960-9.
  • Günter Hegermann: Steinkohlenbergbau in Oberhausen 1847–1992. Laufen, Oberhausen 1995. ISBN 3-87468-128-9.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Rheinisches Städtebuch. (Deutsches Städtebuch – Handbuch städtischer Geschichte, Bd. III,3) Kohlhammer, Stuttgart 1956, S. 328–336.
  • Werner Krötz: Die Industriestadt Oberhausen. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft IV/5) Rheinland-Verlag, Köln 1985. ISBN 3-7927-0876-0.
  • Bernhard Mensch und Peter Pachnicke (Hrsg.): Park-Stadt Oberhausen. Wiedergeburt eines historischen Stadtzentrums moderner Architektur. Fotografien von Thomas Wolf. Ludwiggalerie Schloss Oberhausen 2004. ISBN 3-932236-14-9.
  • Tim Michalak: Zwischen Gasometer und CentrO. Entdeckertouren. Bachem, Köln 2007. ISBN 3-7616-2141-8.
  • Fritz Mogs: Die sozialgeschichtliche Entwicklung der Stadt Oberhausen zwischen 1850 und 1933. Universität Köln 1956 (Dissertation)
  • Thomas Pawlowski-Grütz: Auswahlbibliographie zur Oberhausener Stadtgeschichte. Laufen, Oberhausen 1999. ISBN 3-87468-152-1.
  • Heinz Reif: Die verspätete Stadt. Industrialisierung, städtischer Raum und Politik in Oberhausen 1846–1929. 2 Bde. Rheinland-Verlag, Köln 1992/1993. ISBN 3-7927-1316-0.
  • Holger Schmenk: Von der Altlast zur Industriekultur. Der Strukturwandel im Ruhrgebiet am Beispiel der Zinkfabrik Altenberg, Henselowsky Boschmann, Bottrop 2009. ISBN 978-3-922750-97-0.
  • Jeanette Schmitz und Wolfgang Volz (Hrsg.): Gasometer Oberhausen, Klartext-Verlag, Essen 2004. ISBN 3-89861-341-0.
  • Wilhelm Seipp: Oberhausener Heimatbuch, hrsg. v. d. Stadt Oberhausen 1964.

Periodika[Bearbeiten]

  • Beiträge zur Geschichte der Stadt Oberhausen. 1963 - ISSN 0522-6538
  • Schichtwechsel – Journal für die Geschichte Oberhausens. Hrsg. von der Geschichtswerkstatt Oberhausen e.V. 1.2006, April - [2]
  • Ursprünge und Entwicklungen der Stadt Oberhausen. Hrsg. von der Historischen Gesellschaft Oberhausen e.V. Bd. 1.1991

Weiteres[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • Bilderbuch Deutschland: Oberhausen. Dokumentation, 45 Min. Ein Film von Tim Lienhard, Produktion: WDR, Erstsendung: 26. November 2006.

Dokumentarfilme über das Zuwanderer- und Kulturleben in Oberhausen[Bearbeiten]

  • Dzień dobry, Deutschland (geschildert wurde u.a. das Ehepaar Maria und Czesław Gołębiewski, die Besitzer des Restaurants und Kulturclubs Gdańska). Regie: Barbara Stupp, Deutschland (WDR) 2012, 45 Minuten.
  • Przystanek Gdańska (poln. Haltestelle Gdańska). Regie: Arkadiusz Gołębiewski und Rafał Geremek, Polen 2009, 28 Minuten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bezirksregierung Düsseldorf (Hrsg.): Gebietsentwicklungsplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf (PDF; 11,0 MB), abgerufen am 7. Juni 2013
  3. Bertelsmann-Studie: Oberhausen ist das deutsche Detroit Handelsblatt vom 20. August 2013, abgerufen am 21. August 2013
  4. Warum deutsche Städte nie pleite gehen Wirtschaftswoche, abgerufen am 21. August 2013
  5. Tobias Fülbeck:Reise zum Mittelpunkt der Stadt in Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 13. April 2011
  6. http://selk-duisburg.de/trini_ob.html
  7. Sebastian Mohr: Jüdisches Leben in Holten, in: Schichtwechsel 2/07, S. 6-9.
  8. http://www.oberhausen.de/5C8A40A459DA418CB3321265011E9BC6.php
  9. Klamme Kommunen: 130 Milliarden Euro Schulden: Diesen Städten droht der Finanzkollaps. Artikel vom 27. Februar 2014 im Portal focus.de, abgerufen am 28. Februar 2014
  10. Oberhausen bleibt die deutsche Schuldenhochburg Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 20. August 2013, abgerufen am 21. August 2013
  11. Website der Ausstellung Top Secret [1]
  12. http://www.sterkrader-radio-museum.de/
  13. http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/aktuell/detailseite/article/-a3a3af62af.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=631
  14. Stadt beschließt den Neubau der Straßenbahnlinie 105 bis 2018.
  15. osterfeld-westfalen.de Oberhausener Ehrenbürger; siehe auch Karlheinz Spielmann: Ehrenbürger und Ehrungen in Geschichte und Gegenwart, Seite 682, Dortmund 1967 im Selbstverlag.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oberhausen – Reiseführer