Marktlagengewinn

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Der Begriff Marktlagengewinn oder Q-Gewinn (englisch windfall profit oder windfall gain) bezeichnet in den Wirtschaftswissenschaften Vermögenszuwächse, die nicht auf entsprechenden Leistungen der Gewinnbezieher beruhen, sondern durch plötzliche, außergewöhnliche Veränderungen der Marktsituation entstehen.[1]

Beispiele sind Gewinne durch die Steigerung des Wertes eines Grundstücks durch Umwandlung in Bauland oder durch öffentliche Erschließungsmaßnahmen oder Gewinne durch gestiegene Marktpreise für die erzeugten Güter oder durch unerwartet gesunkene Rohstoffkosten.

Besteuerung[Bearbeiten]

In den USA wurde 1980 eine windfall tax auf Grund von plötzlichen Mehrgewinnen von Ölfirmen in Zusammenhang mit dem damaligen arabischen Ölembargo eingeführt und im Jahr 1988 wieder abgeschafft.

In Großbritannien wurde 1997 durch die Labour-Regierung eine windfall tax auf privatisierte Versorgungsunternehmen, die ein Monopol innehielten, erhoben, die einen Teil der als unverhältnismäßig hoch angesehenen Gewinne wieder abschöpfen sollte.[2]

Die OECD kritisierte, dass eine windfall tax oft nicht diejenigen treffe, die die übermäßigen Gewinne erhielten, weil dieser Personenkreis die betreffenden Aktien bereits weiterverkauft habe.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Momtchil Michliachki: Die Schlüsselrolle der deutschen Stromwirtschaft im europäischen Emissionshandel, 2009, ISBN 3868152504, Seite 24
  2. a b Rebecca Strätling: Die Aktiengesellschaft in Grossbritannien im Wandel der Wirtschaftspolitik. Ein Beitrag zur Pfadabhängigkeit der Unternehmensordnung, Lucius und Lucius, 2000, ISBN 3-8282-0128-8, S. 134 f.