Marlspieker

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Seglermesser mit klappbarem Marlspieker am linken Ende.

Der Marlspieker oder Marlpfriem ist ein eiserner Dorn mit einem Knauf am dickeren Ende und ein traditionelles Werkzeug des Taklers (Bearbeiter von Tauwerk für maritimen Einsatz), aber auch durch Fallschirmpacker wie beim Fallmesser LL80 eingesetzt. Er wird in verschiedenen Größen gefertigt. Die am meisten verwendete Länge liegt bei ca. 30 cm. Zusammen mit einem Messer als Kombinationswerkzeug spricht man von einem Bordmesser. Dies gehört zur Grundausrüstung von Marinesoldaten der Bundeswehr.

Wird dieses Werkzeug aus Hartholz, Bein oder anderen natürlichen Werkstoffen gefertigt und der Knauf am dickeren Ende fortgelassen, spricht man von einem Fitt. Sehr große Fitts (über ein Meter Länge), die senkrecht auf den Boden zu stellen sind, werden vom Takler „Tertsch“ genannt.

Die italienische Bezeichnung des Werkzeugs Caviglia ist dort auch als Nachname zu finden.

Name[Bearbeiten]

Der Marl ist die Umwicklung des Tampens (Tau-Endes) mit einem schmaleren Seil, um das Auffasern des Taus zu verhindern. Ein Marlpfriem ist also ein Werkzeug zum Aufpfriemeln des Marls. Spiecken bedeutet spicken, also reinstechen.

Verwendung[Bearbeiten]

Der Marlspieker wird benötigt, um die Kardeele (die „Adern“ von gedrehtem Tauwerk) anzuheben oder auseinanderzudrücken, um andere Kardeele einzuspleißen. So können Taue, Trossen und Leinen dauerhaft verbunden und auch Augen (Schlingen, Ösen) hergestellt werden.

Häufig wird der Marlspieker in einem Kombinationswerkzeug mit einem Messer als sogenanntes Bordmesser (auch Seglermesser, Takelmesser) vereint. In dieser Form wird er „Pricker“ genannt.

Die Bezeichnung Pricker wird auch immer dann gewählt, wenn es sich um ein kleines „taschengängiges“ Werkzeug handelt.

Darüber hinaus ist der Marlspieker ein Universalwerkzeug an Bord eines Schiffes. Man verwendet ihn als Schlag- und Klopfinstrument, zum „Aufbrechen“ (Lösen) festsitzender Knoten und zum Lösen des Bolzens an einem Schäkel.

Siehe auch[Bearbeiten]