Martin Weitzman

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Martin Lawrence Weitzman (* 1. April 1942 in New York City) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Harvard University.

Leben[Bearbeiten]

Weitzman erhielt einen B.A. in Mathematik und Physik vom Swarthmore College und einen M.Sc. in Statistik und Operations Research von der Stanford University. Er promovierte 1967 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Wirtschaftswissenschaften. Von 1974 bis 1989 war er Professor am MIT, seit 1989 ist er Professor an der Harvard University.

In den letzten Jahren beschäftigt er sich besonders mit ökologieorientierter Betriebswirtschaftslehre und den wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung. Er prägte den Begriff der Share Economy.

Weitzman-Plan[Bearbeiten]

Der Weitzman-Plan ist ein Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Ansatzpunkt ist hierbei eine zu geringe Lohnflexibilität. Kern des Konzeptes ist die Aufspaltung des Arbeitnehmereinkommens in einen fixen (Tarifverhandlungen) und einen variablen Teil (Gewinnabhängigkeit).[1]

Klimaökonomik[Bearbeiten]

Im Zuge der wissenschaftlichen Debatte um den Stern-Report von 2006 entwickelte Weitzman ein neuartiges Konzept, das er The Economics of Catastrophic Climate Change nannte.[2] Er baut auf die Erkenntnisse der Klimaforschung bezüglich der Klimasensitivität, einer entscheidenden Variable bei der Modellierung des Klimawandels, auf und argumentiert, dass das Risiko eines katastrophalen Klimawandels, wenn auch gering, nicht als vernachlässigbar angenommen werden kann. Dies führt in einem von Weitzman entwickelten Modell zu der Erkenntnis, dass eine Kosten-Nutzen-Analyse unabhängig von den anderen Parametern, allein aufgrund der Möglichkeit einer Klimakatastrophe (Dismal Theorem) immer zugunsten rapider Reduktionen von Treibhausgas-Emissionen ausfallen wird.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2011 Publication of Enduring Quality der Association of Environmental and Resource Economists (AERE) für seinen Aufsatz The Noah's Arc Problem zu Fragen der Bewahrung von Biodiversität[3]
  • Leontief-Preis 2011, zusammen mit Nicholas Stern, für seine Pionierleistung und einflußreiche Arbeit zur Klimaökonomik

Werke[Bearbeiten]

Neben zahlreichen Zeitschriftartikeln und anderen Publikation hat Martin Weitzman folgende Bücher geschrieben:

  • Martin Weitzman: The share economy. Conquering stagflation. Harvard University Press, Cambridge/Massachusetts 1984, ISBN 0-674-80582-8; deutsche Übersetzung: Das Beteiligungsmodell. Vollbeschäftigung durch flexible Löhne. Campus-Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-593-33847-5.
  • Martin Weitzman: Income, wealth, and the maximum principle. Harvard University Press, Cambridge/Massachusetts 2003, ISBN 0-674-01044-2.
  •  Gernot Wagner und Martin Weitzman: Climate Shock: The Economic Consequences of a Hotter Planet. Princeton University Press, März 2105, ISBN 978-0-691-15947-8 (Populärwissenschaftliches Buch über Klimaökonomik).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olaf Hübler: Der Weitzman-Plan (Memento vom 12. August 2007 im Internet Archive). In: Wirtschaftswissenschaftliches Studium (WiSt), 18. Jahrgang, Heft 4 (April 1999), S. 189.
  2.  Martin Weitzman: On Modelling and Interpreting the Economics of Catastrophic Climate Change. In: The Review of Economics and Statistics. XCI, Nr. 1, 2009, S. 1-19 (Online verfügbar).
  3. 2011 Awards Program. Association of Environmental and Resource Economists, 2012, abgerufen am 12. Mai 2015.
    Originalaufsatz:  Martin Weitzman: The Noah's Arc Problem. In: Econometrica. 66, Nr. 6, November 1998 (Online, PDF).