James Tobin

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James Tobin (* 5. März 1918 in Champaign, Illinois; † 11. März 2002 in New Haven, Connecticut) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler.

Tobin studierte von 1935 bis 1941 an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts Wirtschaftswissenschaften. Im Jahr darauf trat er in den Dienst der amerikanischen Kriegsmarine, wo er bis 1946 blieb. Ein Jahr später promovierte er über das Thema Konsumfunktion. Von 1950 bis 1988 war er Wirtschaftsprofessor an der Yale University in New Haven, Connecticut. Während dieser Zeit war er zunächst von 1955 bis 1961 und nochmals von 1964 bis 1965 Direktor der Cowles Foundation. In der Zwischenzeit gehörte er von 1961 bis 1962 dem wirtschaftlichen Beraterstab (Council of Economic Advisers) von US-Präsident John F. Kennedy an. Tobin war zudem von 1966 bis 1970 Vorsitzender der New Haven City Plan Commission.

Bekannt wurde Tobin durch seine 1972 vorgeschlagene weltweit einheitliche (Lenkungs-)Abgabe auf spekulative internationale Devisentransaktionen, die sogenannte Tobin-Steuer. Er entwickelte zudem ein bekanntes ökonometrisches Modell für zensierte (auch als gestutzt oder trunkiert bezeichnete) Variablen, dem Tobit-Modell. Vielfach wird behauptet, dass Tobin dafür war, die Erlöse aus der Erhebung der Tobin-Steuer über die Weltbank Entwicklungsländern zugutekommen zu lassen. In Wahrheit sprach er sich aber lediglich nicht explizit ‚dagegen‘ aus und wies darauf hin, dass dieser Punkt nicht der entscheidende an seinem Steuerkonzept ist.

Seine Idee der Tobin-Steuer wurde von der Bewegung der Globalisierungskritiker in veränderter Form aufgegriffen. Tobin stand dieser Veränderung äußerst kritisch gegenüber. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel sagte er am 3. September 2001, er sei „ein Anhänger des Freihandels. Ich befürworte außerdem den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank, die Welthandelsorganisation – all das, wogegen diese Bewegung anrennt. Die missbrauchen meinen Namen.“

Den Namen von Tobin tragen im Bereich der Kapitalmarkttheorie die Tobin-Separation sowie Tobin's Q. 1981 erhielt Tobin den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Portfoliotheorie.

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