Mathura

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Mathura
Mathura (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Uttar Pradesh
Distrikt: Mathura
Lage: 27° 30′ N, 77° 41′ O27.49525377.679949Koordinaten: 27° 30′ N, 77° 41′ O
Einwohner:
– Agglomeration:
349.336 (2011)[1]
454.937 (2011)[2]
Vishram Ghat am Yamuna-Fluss
Vishram Ghat am Yamuna-Fluss

Mathura (Hindi: मथुरा, Mathurā) ist eine Stadt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh mit rund 350.000 Einwohnern (Volkszählung 2011). Im Zusammenhang mit der Verehrung Krishnas ist es ein wichtiger Wallfahrtsort des Hinduismus. Die Stadt befindet sich 140 km südlich von Delhi und 50 km nördlich von Agra und östlich der Yamuna, die zum Ganges fließt.

Braj Bhoomi, das Land der Ewigen Liebe existierte nur im kollektiven Bewusstsein der gläubigen Hindus, bis es von Gelehrten im 16. Jahrhundert in der Wirklichkeit in und um Mathura wiederentdeckt wurde. Durch die Angaben in den frühen Hindu-Texten wurden Mathura und seine Umgebung einschließlich Vrindavan als jene Orte identifiziert, an denen Krishna geboren sein und seine Jugend verbracht haben soll. Heute ist die Stadt eines der wichtigsten Zentren des Hinduismus. Die zahlreichen Tempel sind Ziele vieler Pilger, die hier vor allem in den Monaten August und September zum Geburtsfest Krishnas Janmashtami anreisen.

Lage[Bearbeiten]

Mathura liegt am Fluss Yamuna etwa 160 km (Fahrtstrecke) südlich der indischen Hauptstadt Delhi; die Großstadt Agra liegt weitere 60 km in südwestlicher Richtung entfernt. Die historisch bedeutsame Stadt Vrindavan liegt nur etwa 12 km nördlich. Die Grenze zum Bundesstaat Rajasthan befindet sich etwa 25 km westlich. Mathura hat einen Bahnhof an der Strecke Delhi – Agra.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der Großteil der städtischen Bevölkerung sind Hindus (ca. 83 %); daneben leben auch Moslems (ca. 15 %), Jains (ca. 1,4 %), Sikhs (0,2 %) sowie Christen (ca. 0,2 %) und Buddhisten (ca. 0.2 %) in der Stadt. Wie bei Volkszählungen im Norden Indiens üblich, ist der männliche Bevölkerungsanteil um ca. 15 % höher als der weibliche.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Alle wichtigen Straßenverbindungen von Delhi nach Agra führen über Mathura und auch der Zugverkehr ist ein wichtiges Element der Infrastruktur. Von hier führt ein alter Handelsweg nach Rajasthan; allein die Schifffahrt auf der Yamuna hat völlig an Bedeutung verloren. Traditionell spielt die Textilindustrie eine große Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt. Die Mathura Refinery der Indian Oil Corporation wurde im Jahr 1982 eingeweiht und war zur damaligen Zeit eine der größten Asiens. Daneben haben sich auch andere chemische und metallverarbeitende Industriebetriebe angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 500 v. Chr. wurde Mathura die Hauptstadt des Reiches der Shurasena, darauf folgte ab 320 v. Chr. das Maurya-Reich und ab 185 v. Chr. die Shunga-Dynastie, der die sog. Dattas und Mitras folgten. Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. übernahmen Kshatrapas aus dem Panjab unter Rajuvula die Herrschaft, welche ihrerseits ab etwa 70 n. Chr. von Vima Takto, alias Soter megas, abgelöst wurden. Diese Eroberung durch den 2. König der Kushanas leitete die Blütezeit der Stadt im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. ein. In dieser Zeit war Mathura ein buddhistisches Zentrum mit 20 Klöstern und 3000 Mönchen.

Keshava-Deo-Tempel

Im 8. Jahrhundert musste der Buddhismus unter dem Einfluss islamischer Eroberer weichen. Im Jahre 1017 wurden die meisten buddhistischen Tempel und die Heiligtümer der Hindus durch den afghanischen Kriegsherrn Mahmud von Ghazni zerstört und geplündert. Weitere Zerstörungen folgten im 17. Jahrhundert durch den Gouverneur des in religiösen Angelegenheiten eher intoleranten Mogulherrscher Aurangzeb. Der Keshava-Deo-Tempel wurde nur teilweise zerstört und an dessen Stelle, unter Verwendung der erhaltenen Bauelemente, eine große Freitagsmoschee (Jamaa Masjid) errichtet, die jedoch heutzutage ihrerseits von den umliegenden Tempelneubauten der 1950er und 1960er Jahre bedrängt wird.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Trotz seiner langen Geschichte hat Mathura kaum historische Sehenswürdigkeiten; deshalb befindet sich der internationale Tourismus organisatorisch noch im Entwicklungsstadium. Für Hindu-Pilger ist die Stadt jedoch von enormer Bedeutung.

  • Der Keshava Deo-Tempel hat zwar eine lange Geschichte, die auch seine völlige Zerstörung in der Zeit des Mogulherrschers Aurangzeb beinhaltet – der heutige Bau stammt jedoch aus den 1950er und 1960er Jahren.
  • Der Shri Krishna Janambhoomi-Tempel erhebt sich in unmittelbarer Nähe über der (angeblichen) Geburtsstelle des Hindu-Gottes Krishna und gilt als eins der wichtigsten Heiligtümer des Hinduismus.
  • Der in unmittelbarer Nähe befindliche stufenbrunnenartige Potra Kund ist ein hinduistischer Tempelteich wie er auch andernorts (z. B. in Khajuraho, in Modhera oder in Sravanabelgola) vorkommt.
  • Die in den Jahren 1661–1669 unter dem Mogul-Herrscher Aurangzeb errichtete Freitagsmoschee (Jamaa Masjid oder auch Shahi-Eidgah-Mosque) steht ganz in der Nähe der beiden Hindu-Tempel.
Government-Museum
  • Für Europäer ist das Government Museum im Dampier-Park mit seiner umfangreichen Sammlung von Werken der Kuschana-Periode (2./3. Jahrhundert) von Interesse. Daneben werden auch prähistorische Kleinfiguren aus Kupfer oder Ton sowie mittelalterliche Steinskulpturen gezeigt.
  • Die Industriellenfamilie Birla hat auch in Mathura einen Hindu-Tempel (Gita Mandir) gestiftet.
  • Der Chaurasi-Jain-Mandir ist das wichtigste Heiligtum der Jains in Mathura.
  • Der religiös und politisch nicht unumstrittene, aber architektonisch imposante Neubau des Jai Gurudev-Ashram befindet sich am Stadtrand.
  • Das Vishram Ghat am Yamuna-Ufer ist gleichermaßen ein heiliger wie beliebter Ort für Hindus; allabendlich werden hier kleine Öllichter dem Fluss übergeben. Insgesamt gibt es mehr als 20 Ghats am Flussufer.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mathura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Cities having population 1 lakh and above. (PDF-Datei; 151 kB)
  2. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Urban Agglomerations/Cities having population 1 lakh and above. (PDF-Datei; 138 kB)