Mehran Karimi Nasseri

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Mehran Karimi Nasseri (persisch ‏مهران کریمی ناصری‎ [meɦˈrɔːn kʲæriːˈmiː nɔːseˈriː]; nach manchen Angaben auch Merhan; * 1942 in Masdsched Soleyman, Iran) ist ein Mann, der achtzehn Jahre lang im Pariser Flughafen Charles de Gaulle lebte.

Leben[Bearbeiten]

Mehran Karimi Nasseri (2005)

Da Nasseri selbst immer wieder unterschiedliche Angaben zu seiner Herkunft und Geschichte gibt, ist es nicht einfach, seinen Lebensweg nachzuzeichnen. Wie sicher die Angaben über sein Leben sind, kann man nicht sagen. Folgende Angaben sind seinem Buch „Der Terminalmann“ und anderen Quellen entnommen worden. Da in seinem Buch teilweise suspekte und sich selbst widersprechende Ereignisse angesprochen werden, ist die absolute Sicherheit nicht gegeben:

Nach einem Studium in England wurde er wegen Protesten gegen das iranische Schah-Regime unter Mohammad Reza Pahlavi 1977 verhaftet und später aus seinem Heimatland ausgewiesen. Nach einer längeren Odyssee durch mehrere europäische Staaten wurde ihm in Belgien der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Als er eine Bootsüberfahrt von Belgien nach England antrat, schickte er die Papiere, die ihn als Flüchtling auswiesen, zurück nach Brüssel, in der Annahme, dass er sie nicht mehr brauchte. Dies stellte sich als fataler Fehler heraus. In England wies man ihn ohne Papiere ab. Die Behörden Englands und Belgiens schickten ihn mehrmals hin und her. Irgendwann strandete er dann in Frankreich.

Selbst erzählte er allen Reportern eine andere Geschichte: Danach flog er 1988 nach Paris in der Absicht, nach London zu reisen. In Paris wurden jedoch seine Reisedokumente gestohlen – Nasseri konnte nun weder seinen Status als Flüchtling noch seine Identität nachweisen. In London wurde seine Einreise daher abgelehnt und man schickte ihn zurück nach Paris, wo man ihm auch die Einreise nach Frankreich verbot.

Da Nasseri ohne seine Papiere kein Herkunftsland angeben konnte, war es unmöglich, ihn auszuweisen. Als Staatenloser richtete er sich in den folgenden Jahren im Terminal 1 des Flughafens Charles de Gaulle ein, wo er von August 1988 bis August 2006 lebte, als er angeblich wegen einer nicht näher genannten Erkrankung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Der französische Anwalt Christian Bourguet übernahm seinen Fall und konnte 1999 ein Gerichtsurteil erreichen, das Nasseri die Einreise nach Frankreich erlaubte. Nasseri lehnte es jedoch ab, die Einreisedokumente zu unterzeichnen – er nannte sich inzwischen „Sir, Alfred Mehran“ (obwohl er kein Sir ist), die Papiere lauteten aber auf seinen iranischen Geburtsnamen.

Ende 2004 lief in Deutschland Terminal an, ein Film von Steven Spielberg, der auf dem Schicksal Nasseris beruht. Tom Hanks spielt die Rolle des Staatenlosen, allerdings sind die dargestellte Person und ihr Heimatland fiktiv. Nasseri hat für seine Geschichte 275.000 US-Dollar erhalten, lehnte es jedoch standhaft ab, seine langjährige Heimat, das Terminal 1, zu verlassen.

Nach Presseberichten soll Mehran Karimi Nasseri nach seinem Klinikaufenthalt im März 2007 in ein Pariser Obdachlosenheim gezogen sein.

Weblinks[Bearbeiten]