Mehrfamilienhaus

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Doppelwohnhaus Coschützer Straße 54/56 in Dresden, von Schilling & Graebner 1902 für den Dresdner Spar- und Bauverein erbaut
Stadtvilla: Geförderter Sozialbau[1] in der Berliner Rauchstraße, von Hans Hollein für die IBA 1984 entworfen

Ein Mehrfamilienhaus (abgekürzt MFH), auch Mehrfamilienwohnhaus, ist ein Wohngebäude, das für mehrere Familien beziehungsweise Nutzer oder Mietparteien konzipiert ist. Es steht damit im Gegensatz zum Einfamilienwohnhaus (mit oder ohne Einliegerwohnung).

Die einzelnen Wohnungen eines Mehrfamilienwohnhauses sind in der Regel auf mehrere Geschosse verteilt. Größere Mehrfamilienwohnhäuser werden insofern zum Geschosswohnungsbau gezählt. Auch bei einer Gruppe von Reihenhäusern, die nicht als Geschosswohnungsbau betrachtet werden, kann es sich um ein Mehrfamilienwohnhaus handeln.

Ein Mehrfamilienwohnhaus und das zugehörige Grundstück können in Deutschland und Österreich nach dem Wohnungseigentumsgesetz unter verschiedenen Eigentümern aufgeteilt sein.

Stadtvilla[Bearbeiten]

Heute werden moderne, meist freistehende Mehrfamilienhäuser auch als Stadtvilla angepriesen, insbesondere wenn sie in teuren Wohnlagen liegen und gehobene Ausstattung bieten. Beispiele für die Verwendung des Begriffs gibt es seit der Internationalen Bauausstellung 1984 in Berlin,[2] wo es sich um „keine ‚wirklichen‘ Villen, sondern geförderte Sozialbauten“[1] handelt. Konsequent bezeichnet der Architekturkritiker Falk Jaeger diese Stadtvillen auch als „unseriöse Bauaufgabe“.[3]

Mehrfamilienhäuser im deutschen Gebäudebestand[Bearbeiten]

Etwa 31 Prozent der Wohnfläche in Deutschland wird über Mehrfamilienhäuser bereitgestellt. Sie bieten damit nach dem Einfamilienhaus die zweitgrößte Wohnfläche. Die Gebäude stellen dabei etwa 38 Prozent der Wohneinheiten. Die Wohneinheiten zeichnen sich daher im Vergleich zur durchschnittlichen Wohnungsgröße in Deutschland durch eher geringere Wohnungsgrößen aus. Viele der Gebäude wurden in den Jahren 1958–1968 und 1995–2001 erbaut.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Robert Schediwy: Städtebilder: Reflexionen zum Wandel in Architektur und Urbanistik. S. 41. ISBN 978-3825877552. (Online).
  2. Martin Wörner und Doris Mollenschott: Architekturführer Berlin. Reimer, Berlin 1989. ISBN 3-496-00951-9, S. 18 ff.
  3. Falk Jaeger: Zurück zu den Stilen − Baukunst der achtziger Jahre in Berlin. Ernst & Sohn, Berlin 1991. ISBN 3-433-02336-0. Zitiert nach: Robert Schediwy: Städtebilder: Reflexionen zum Wandel in Architektur und Urbanistik. S. 40.
  4. Deutsche Gebäudetypologie des Institut Bauen und Umwelt (IWU) (PDF; 99 kB) abgerufen am 4. April 2012