Meine Ehre heißt Treue

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Koppelschloss, Meine Ehre heißt Treue (Zweiter Weltkrieg); Vorder- und Rückseite

„Meine Ehre heißt Treue“ war der Wahlspruch der Schutzstaffel (SS). Seit 1932 wurde der Wahlspruch in die Koppelschlösser der Allgemeinen SS und ihrer Nebenverbände (SS-Verfügungstruppe, SS-Totenkopfverbände und der später aus diesen bewaffneten SS-Verbänden entstandenen Waffen-SS) geprägt. Bei der Wehrmacht lautete er hingegen Gott mit uns.

Der SS-Wahlspruch oder Abwandlungen davon sind in einigen Ländern strafbar, in Deutschland durch das Strafgesetzbuch (§ 86a StGB, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen), in Österreich durch das Verbotsgesetz von 1947.

Herkunft[Bearbeiten]

Der Wahlspruch als nationalsozialistische Parole geht auf einen Satz Adolf Hitlers zurück. Einheiten der Berliner Sturmabteilung (SA) unter Walter Stennes hatten 1931 versucht, die Berliner Gauleitung zu stürmen. Während der Gauleiter Joseph Goebbels und dessen Mitarbeiter dem SA-Mob entkommen konnten, versuchte eine Handvoll SS-Leute die SA aufzuhalten und wurde von diesen zusammengeschlagen. Damit hatte die Berliner SS unter ihrem Kommandeur Kurt Daluege in Hitlers Augen eine „unbeirrbare Loyalität gegenüber dem Führer“ bewiesen und Hitler ließ Daluege einen Dankesbrief zukommen. In diesem Dankesschreiben hatte Hitler unter anderem auch den Satz: „… SS-Mann, deine Ehre heißt Treue!” geschrieben. SS-Chef Heinrich Himmler führte aufgrund dieses Schreibens diesen Satz kurz darauf als SS-Wahlspruch ein.

Bedeutung[Bearbeiten]

Traditionelle Tugendbegriffe wie „Ehre“ und „Treue“ oder auch „Kameradschaft“, „Gehorsam“ usw. waren in der Sprache der SS-Ideologie reichlich enthalten. Jedoch hat die SS durch einen spezifisch nationalsozialistischen Gebrauch diesen Wörtern ihren eigenen Sinn verliehen. So war der Begriff „Treue“ allein auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtet. Dies drückte sich unter anderem im Eid der SS-Männer aus:

„Wir schwören Dir, Adolf Hitler (…) Treue und Tapferkeit. Wir geloben Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod […]“[1]

Wie sich diese Treue äußern sollte, hing also nicht von einem ethischen Treueideal ab, sondern von der Person Adolf Hitlers. „Treue“ war innerhalb der SS-Ideologie ein widerspruchsloser Gehorsam.

Durch die Gleichsetzung der Begriffe „Treue“ und „Ehre“ wurde ein Treuebruch zu einem Ehrverlust. Der Begriff „Ehre“ verlor dadurch seinen traditionellen moralischen Inhalt. Denn die Ehre eines Soldaten etwa, der sich aus Ehrgefühl weigern könnte, an einem Kriegsverbrechen teilzunehmen, spielte im Ehrbegriff der SS keine Rolle mehr. Es zählte allein der blinde Gehorsam.

Die Projektion der Tugendbegriffe auf den Führer hin war notwendig, um den bedingungslosen Gehorsam auch bei verbrecherischen Befehlen zu erreichen. Dies konnte man nicht durch ein Gesetz erzwingen. Es bedurfte der Freiwilligkeit des Soldaten, die durch Umdeutung traditioneller Tugendideale erreicht wurde.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angabe bei "Erinnerungsorten des Nationalsozialismus" der Uni Wien Hier wird allerdings die erste Person Singular („ich“) angegeben.
  2. Bernd Wegner, Hitlers politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933-1945. Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite. Schöningh. 9. Auflage 2010, ISBN 978-3-506-76313-6
  3. http://www.u-berg.at/texte/foto06.htm Parole der Fallschirmjäger
  4. http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2001/02/heldengedenken.htm