Mertonviertel

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Blick über die Einfamilienhäuser nördlich des Urselbachs; der Flachbau im Vordergrund ist Teil der mittlerweile rückgebauten Grundwasser-Entgiftungsanlage
Treppe zum Parkplatz auf der Hochdeponie

Das Mertonviertel ist ein Büro- und Wohnquartier das sich über die Stadtteile Frankfurt-Heddernheim und Frankfurt-Niederursel erstreckt. Es erhielt seinen Namen in Erinnerung an Wilhelm Merton, den Gründer der Metallgesellschaft und des Instituts für Gemeinwohl, eines der Vorläufer der Stiftungsuniversität Frankfurt am Main.

Das Mertonviertel entstand ab Mitte der 1980er Jahre auf einem rund 60 Hektar großem Gebiet, das bis 1982 größtenteils von den Industrieanlagen der ehemaligen Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) eingenommen wurde. Das Erdreich war jedoch durch Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle belastet und musste in einem aufwändigen Verfahren bis zu zehn Meter Tiefe ausgehoben, ausgetauscht oder gereinigt werden. Die Sanierungsarbeiten zogen sich parallel zu den Bauarbeiten mit einer eigens errichteten Entgiftungsanlage bis in die frühen 2000er Jahre hin. Heute erinnert nur noch der östlich im Naturschutzgebiet Riedwiese liegende sieben Hektar große und bis zu zehn Meter aufragende Deponiehügel mit integriertem Parkplatz an diese Maßnahme. Nördlich in der Hanglage schließt sich seit 2001 das Großbaugebiet Frankfurt-Riedberg an.

Bebauung[Bearbeiten]

„Haus der Baugewerkschaft“, Sitz des Bundesvorstands

Eines der ersten Gebäude zeigte die weit sichtbare Kuppel der Hundertwasser-Kindertagesstätte, Grundsteinlegung war am 20. Dezember 1988. Aufgrund der Bauverzögerungen durch die Bodensanierung konnte dieses Vorzeigeprojekt aber erst 1995 in Anwesenheit des Ideengebers eröffnet werden.

Das erste große Büroobjekt war 1987 das siebenflügelige Lurgihaus des Anlagenbauers Lurgi, heute u. a. auch Sitz der Deutschen Finanzagentur und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Weitere solitäre Bürobauten wurden u. a. errichtet für einige Versicherungsgesellschaften und Finanzdienstleister, den Bundesvorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), das Deutsche Reisebüro (DER), das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), die Deutsche Telekom sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG sowie PricewaterhouseCoopers Deutschland (welche aber Ende 2011 in den Tower 185 umzog). Neben einem Hotel ist auch ein Einkaufszentrum und ein weiterer Lebensmitteldiscounter im Quartier vorhanden. Die Arbeitsplatzzahl im Mertonviertel erreicht heute etwa 5000.

Rund die Hälfte des Areals wird von Wohnbauten eingenommen, zum größten Teil Eigenheime in Reihenbauweise, dazu kommen einige größere Eigentums- und Miethäuser in Geschossbauweise. Das Quartier wird von einem begrünten und naturnah gestalteten kleinen Bachlauf als Abzweigung des Urselbachs durchflossen. Im Endausbau des Mertonviertels Ende 2012 bieten rund 1800 neue Wohneinheiten Raum für etwa 4500 Menschen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Erreichbar ist das etwa acht Kilometer vom Frankfurter Zentrum entfernte Mertonviertel über die U-Bahn-Haltestellen „Sandelmühle“ und „Riedwiese“ (U2) und „Zeilweg“ (U1, U3, U8) sowie „Heddernheimer Landstraße“ (U1, U9); als Schnellstraßenanbindung liegt nordöstlich die BAB 661-Anschlussstelle „Heddernheim/Mertonviertel“ in Richtung Innenstadt oder nach Norden zum BAB - AK Bad Homburg. Im Nordwesten ist die autobahnartige Rosa-Luxemburg-Straße als schnelle Verbindung in die westlichen Frankfurter Stadtteile direkt angebunden. Das in der benachbarten Nordweststadt nur 1–1,5 Kilometer entfernte Nordwestzentrum ist per Rad erreichbar. Der Flughafen Frankfurt am Main ist via Schnellstraße und Autobahn in 15–20 Minuten erreichbar.

Weblinks[Bearbeiten]

50.1698078.640254Koordinaten: 50° 10′ N, 8° 38′ O MertonViertel Frankfurt am Main blickt zuversichtlich ins Jahr 2012