Metanephrops

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Metanephrops
Metanephrops challangeri

Metanephrops challangeri

Systematik
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Großkrebse (Astacidea)
Familie: Hummerartige (Nephropidae)
Gattung: Metanephrops
Wissenschaftlicher Name
Metanephrops
Jenkins, 1972

Metanephrops ist eine meeresbewohnende Gattung der Zehnfußkrebse (Decapoda) aus der Familie der Hummerartigen (Nephropidae). Sie umfasst heute 18 Arten, die im Atlantik, Pazifik und im indischen Ozean verbreitet sind. Einige Arten werden befischt und sind somit von kommerziellem Interesse.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Arten von Metanephrops besitzen einen für Zehnfußkrebse typischen Körperbau, untergliedert in die Tagmata Cephalothorax und Abdomen. Ihre Körpergrößen sind je nach Art unterschiedlich, sind aber im Vergleich zu anderen Gattungen der Familie der Hummerartigen relativ groß.[1]

Zur sicheren Unterscheidung zwischen Metanephrops und den Gattungen der Hummerartigen kann nicht ein Merkmal dienen, sondern die Kombination aus Folgendem:[2]

  • zwei deutliche, mit Spitzen versehene Grate, die rückenseitig auf dem Carapax von den Augen aus (supraorbital) bis zur Querfurche des Carapax (postcervical groove) verlaufen;
  • ein deutlicher, schmaler Grat auf den vorderen Seiten des Carapax (antennal carina);
  • für gewöhnlich drei Paare von Graten am Brustbereich des Carapax (thoracic carinae);
  • etwa symmetrische, länglich-schlanke Scheren, die bei einigen Arten stark mit Graten versehen sein können.

Die Exopoditen der zweiten Maxillipeden sind reduziert und besitzen kein Flagellum. Am dritten Maxilliped sind am hinteren Rand des Merus einige Dorne. An allen Schreitbeinpaaren befinden sich sowohl vereinzelt, als auch in Reihen stehende Haare. Bei Männchen ist das erste Paar der Schwimmbeine steif und besteht aus zwei unbeweglichen, verschmolzenen Segmenten. Der Exo- und Endopodit der Uropoden hat die gleiche Form wie die der Nephrops-Arten.[3]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Arten von Metanephrops sind im Schelf an der Westküste des Pazifiks, im indischen Ozean und an der Westküste des Atlantiks verbreitet. Im östlichen und zentralen Pazifik und im Ostatlantik kommt Metanephrops nicht vor. Die Verbreitung reicht nördlich bis etwa 35°N bei Japan und südlich bis etwa 50°S bei Neuseeland.[2]

Krebse dieser Gattung sind in Tiefen von 50 bis 1.000 Meter zu finden, wobei die große Mehrheit der Beobachtungen aus Tiefen größer als 150 Meter stammt. Dort leben sie eher auf weichem Schlamm als auf Sand.[4]

Systematik[Bearbeiten]

Richard Jenkins teilte 1972 die Gattung Nephrops auf und stellte bis auf den Kaisergranat alle Arten in die Gattung Metanephrops, da sich viele Details unterscheiden. So besitzt Metanephrops am Rostrum nur einen statt drei seitliche Dorne, dorsolaterale Grate vom Rostrum verlaufen bis auf den Carapax und der antennale Dorn (antennal spine) ist größer. Nephrops hingegen besitzt am Carapax nur fünf in Längsrichtung verlaufende Grate, der Exopod der Antennen (antennal scale) ist schmal-lanzettlich und das erste Paar der Schreitbeine ist merklich ungleich.[4] Obwohl alle Arten von Metanephrops zunächst der Gattung Nephrops zugerechnet wurden und viele morphologische Ähnlichkeiten bestehen, sind die Gattungen Metanephrops und Nephrops wohl keine Schwestertaxa.[5] Es liegt somit eine Konvergenz vor.[6]

Phylogenetische Systematik von Metanephrops nach Thsudy u. a. 2007[2]

M. challengeri


     

M. rossensis †


     

M. jenkinsi †


 Binghami 

M. binghami


     

M. rubellus





     

M. thomsoni


 Japonicus 

M. formosanus


     

M. mozambicus


     

M. velutinus


     

M. sagamiensis


     

M. andamanicus


     

M. japonicus


     

M. armatus






     

M. sinensis


     

M. boschmai


     

M. sibogae


 Arafuensis 

M. australiensis


     

M. arafuensis


     

M. motunauensis †


     

M. neptunus









Die Gattung Metanephrops umfasst insgesamt 18 rezent und 3 fossil bekannte Arten.[7][2] Aufgrund der geographischen und morphologischen Varietät innerhalb der Gattung wurde sie durch Jenkins in vier Gruppen wie folgt unterteilt:[4]

  • Binghami-Gruppe; im Westatlantik heimisch, u.a. charakterisiert durch einen eher glatten (nicht gratlosen) Carapax, die Terga des Pleons sind ohne Skulptur, Uropoden haben rückenseitig keine Stacheln, scherentragende Schreitbeine sind mit sechs längs verlaufenden, spitzen Graten versehen.[2]

Die Gruppen sind wohl nicht ausreichend sicher voneinander zu unterscheiden, um sie als Untergattung zu definieren.[3] Dennoch sind die Arafuensis-, Binghami- und Japonicus-Gruppe nach einer auf der Morphologie basierenden, phylogenetischen Untersuchung monophyletisch (vgl. Kladogramm).[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Lipke B. Holthuis, Food and Agriculture Organization (Hrsg.): Marine Lobsters of the World. An Annotated and Illustrated Catalogue of Species of Interest to Fisheries Known to Date (= FAO Fisheries Synopsis. 125). Rom 1991, ISBN 92-5-103027-8.
  2. a b c d e f g h i  Dale Tshudy, Tin-Yam Chan, Ulf Sorhannus: Morphology based clasdistic analysis of Metanephrops: the most diverse extant genus of clawed lobster (Nephropidae). In: Journal of Crustacean Biology. 27, Nr. 3, 2007, S. 463–476, doi:10.1651/S-2777.1.
  3. a b  Lipke B. Holthuis: The lobsters of the Superfamily Nephropidea of the Atlantic Ocean (Crustacea: Decapoda). In: Bulletin of Marine Science. 24, Nr. 4, 1974, S. 723–884 (PDF, 16Mb, abgerufen am 14. Juni 2012).
  4. a b c  Richard Jenkins: Metanephrops, a new genus of late Pliocene to recent lobsters (Decapoda, Nephropidae). In: Crustaceana. 22, Nr. 2, 1972, S. 161–177 (PDF, 13 Mb, abgerufen am 14. Juni 2012).
  5.  Y. K. Tam, Irv Kornfield: Phylogenetic Relationships of Clawed Lobster Genera (Decapoda : Nephropidae) Based on Mitochondrial 16S rRNA Gene Sequences. In: Journal of Crustacean Biology. 18, 1998, S. 138–149, doi:10.2307/1549528.
  6.  Dale Tshudy, Rafael Robles, Tin-Yam Chan, Ka Chai Ho, Ka Hou Chu, Shane T. Ahyong, Darryl L. Felder: Phylogeny of marine clawed lobster families Nephropidae Dana, 1852, and Thaumastochelidae Bate, 1888, based on mitochondrial genes. In: Joel W. Martin, Keith A. Crandall, Darryl L. Felder (Hrsg.): Decapod Crustacean Phylogenetics. CRC Press, 2009, ISBN 978-1-4200-9258-5, S. 357–368 (PDF, 1,2Mb, abgerufen am 1. Juli 2012).
  7. Tin-Yam Chan: Metanephrops. In: World Register of Marine Species. 2012, abgerufen am 14. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Metanephrops – Sammlung von Bildern