Michael Jürgs

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Michael Jürgs 2011

Michael Jürgs (* 4. Mai 1945 in Ellwangen) ist ein deutscher Journalist.

Leben[Bearbeiten]

Jürgs studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in München, brach das Studium jedoch ab und volontierte stattdessen bei der Münchner Abendzeitung, für die er schon während seines Studiums schrieb. Mit 23 Jahren wurde er Chef des Feuilletons.

1973 wechselte Jürgs in die Entwicklungsabteilung von Gruner und Jahr. 1976 wurde er Ressortleiter Unterhaltung beim Stern, 1986 dessen Chefredakteur (neben Heiner Bremer). 1990 wurde er von Gerd Schulte-Hillen aus Verärgerung über die Titel-Schlagzeile „Sollen die Zonis bleiben, wo sie sind?" entlassen.

Von 1992 bis 1994 war er Chefredakteur bei Tempo. Er moderierte auch die NDR Talk Show. Es folgten weitere Sachbücher und Biografien. Der Fall Romy Schneider wurde zum Bestseller, sein Buch über Axel Springer wurde verfilmt (mit Heiner Lauterbach); das Thema seines Buches über den „Weihnachtsfrieden“ an der Westfront 1914, einen inoffiziellen Waffenstillstand zwischen Deutschen, Franzosen und Briten, wurde mit Benno Fürmann und Daniel Brühl verfilmt unter dem Titel Merry Christmas.

Jürgs ist Koautor vieler TV-Dokumentationen und schreibt für mehrere Zeitungen. Zudem schrieb er eine Biographie über Günter Grass, in der er auch auf dessen Militärdienst in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs als 17-jähriger Flakhelfer und Soldat eingeht. Dass Grass dabei Mitglied der Waffen-SS war, verschwieg dieser dem Biographen. In diesem Zusammenhang erklärte Jürgs dem Berliner Tagesspiegel, er sei persönlich enttäuscht von Günter Grass, und es handele sich „um das Ende einer moralischen Instanz“.[1]

Im Februar 2007 erschien eine Biographie über die Künstlerin Eva Hesse. Anfang Oktober 2007 folgte eine aktualisierte Biographie über den Schriftsteller Günter Grass. Paul Hertin, der Berliner Anwalt von Günter Grass, hat in diesem Zusammenhang Michael Jürgs' Behauptung, der Schriftsteller habe sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet, als „abenteuerlich“ zurückgewiesen. Beim Landgericht Berlin wurde eine Unterlassungsklage gegen die Verlagsgruppe Random House, zu der der herausgebende Goldmann Verlag gehört, eingereicht.[2] Zu einer Gerichtsverhandlung kam es nicht; Grass und Random House einigten sich auf einen Vergleich.[3]

Im Oktober 2012 erschien die von ihm geschriebene Biografie von Nancy Wake (1912-2011). Sie trägt den Titel Codename Hélène: Churchills Geheimagentin Nancy Wake und ihr Kampf gegen die Gestapo in Frankreich.[4][5]

Jürgs lebt in Hamburg.

Auswahl-Bibliographie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wer ist Günter Grass?, von Michael Jürgs Tagesspiegel vom 13. August 2006
  2. Streit um Grass: „Wehrmacht bedeutete nicht automatisch SS“, © ZEIT online, Tagesspiegel | 24.11.2007 18:30
  3. Spiegel Online: KLAGE WEGEN SS-VORWURF, Grass und Jürgs einigen sich auf Vergleich
  4. faz.net: Interview
  5. Codename Hélène: Wie Churchills Geheimagentin Nancy Wake in Frankreich gegen die Nazis kämpfte. Auf: arte.tv, vom 16. Oktober 2012, abgerufen am 7. Juni 2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMatthias Schmidt: „Bitte mit Vorratsdatenspeicherung!“ Im Gespräch: Michael Jürgs. In: F.A.Z. 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.