Michael Vehe

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Michael Vehe als Kratzmalereitechnik am katholischen Pfarrhaus in Biberach

Michael Vehe (* 1485 in Biberach bei Heilbronn; † April 1539 in Halle) war Kirchenlehrer, Weihbischof und Herausgeber des ersten katholischen Gesangbuches mit Noten. Er gehörte dem Dominikanerorden an.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kirchengeschichtliche Zeitumstände

Zur Zeit der Reformation war Michael Vehe ein glühender Verteidiger der katholischen Lehre. Vehe erlebte die aufregende erste Zeit der Reformation, deren Beginn durch Luthers 1517 in Wittenberg erfolgte Publikation der 95 Thesen, in denen er den Ablasshandel und die Bußpraxis angriff, darstellte, mit. Diese Zeit war von einer intensiven, harten, aber auch sachlich und argumentativ geführten Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der alten Kirche und den Befürwortern der Gedanken der Reformation gekennzeichnet. Auf katholischer Seite nahm Vehe an allen wichtigen Begegnungen und Streitgesprächen jener Zeit teil.

Etwa 1528 berief Kardinal Albrecht, Markgraf von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, einer der damals mächtigsten Herrscher im Deutschen Reich, Vehe zu seinem persönlichen Ratgeber und Theologen. Vehe war damit im Zentrum der Macht in Deutschland und nahm auf katholischer Seite an allen wichtigen Ereignissen der Reformationszeit teil, wo er versuchen sollte, die Lehren und Bräuche der katholischen Kirche gegen Luther und dessen Anhänger zu verteidigen.

1530 nahm Vehe am Augsburger Reichstag teil. Er hatte von Kaiser Karl V. den Auftrag erhalten, die „Augsburger Konfession“, die grundlegende Bekenntnisschrift der Protestanten, zu widerlegen.

In einem Streitgespräch am 29. und 30. April 1534 in Leipzig, an dem auch Melanchthon beteiligt war, versuchte Vehe erneut, die katholische Lehre zu verteidigen. Auch in zahlreichen Schriften wendete er sich intellektuell und argumentativ gegen den Abfall der alten Kirche.

1537 gab Vehe das erste katholische Gesangbuch mit Noten heraus. Unter dem Titel Ein new gesangbüchlin für alle guten christen nach der ordenung christlicher Kirchen sind 56 deutschsprachige Lieder zu finden. Nachdem jahrhundertelang fast nur lateinische Lieder im Gottesdienst erklangen, die hauptsächlich von Priestern und Mönchen gesungen wurden, führte Luther deutsche Lieder in die Liturgie ein. Diese Lieder, darunter Ein feste Burg ist unser Gott, wurden schnell populär und verbreiteten sich rasch, sie fanden im Volk auf beiden theologischen Seiten begeisterte Aufnahme. Vehe erkannte die Bedeutung der Lieder, sein Gesangbuch ist eine Antwort auf die reformatorischen Bemühungen.

Bis in die heutige Zeit ist Vehes Sammlung eine Quelle für kirchliche Gesangbücher. Am bekanntesten sind die Lieder:

[Bearbeiten] Leben

Michael Vehe wurde 1485 in Biberach (bei Heilbronn) geboren. Mit 15 Jahren trat er in das Dominikanerkloster in Wimpfen ein. Er studierte in Heidelberg, in den Universitätsakten ist am 29. Juli 1506 verzeichnet, dass Vehe dort Dozent und am 18. Januar 1513 zum Doktor der Theologie promovierte. Nach seiner Rückkehr ins Kloster übte er dort das Amt des Priors aus. 1515 kehrte er nach Heidelberg zurück, wo er zum Regens der Heidelberger Ordensschule ernannt wurde. In der Ordenschronik steht über ihn: „Ein Mann, der sich durch Pflichtgefühl, Frömmigkeit, Bildung und Redegewandtheit und durch glühenden Eifer für den katholischen Glauben auszeichnete“.

Ab 1528 war Halle Vehes Amtssitz. Dort hatte der Mainzer Kardinal in der Nähe der Reformatoren in Wittenberg ein Stift bauen lassen, in dem der katholische Glaube gelehrt werden sollte. „Vehe entwickelte hier eine ungemeine Tätigkeit, um das neue Stift zu Ehren und Ansehen zu bringen. Vehe, ein ebenso gelehrter wie frommer Theologe, hält täglich Vorlesungen über die Paulinischen Briefe.“ Am 21. Februar 1539 ernannte Papst Paul III. Vehe zum Weihbischof in Halberstadt. Er starb allerdings noch vor Antritt dieses Amtes im April desselben Jahres in Halle, wo er in der Stiftskirche begraben wurde.

[Bearbeiten] Werke

  • Ein New Gesangbüchlin Geystlicher Lieder, Leipzig 1537; Hannover 1853
  • Von dem Gesatz der Niessung des h. hochw. Sacraments, Leipzig 1531
  • Errettung der beschuldigten kelchdieb, Leipzig 1535
  • Wie unterschiedlicher wiess Gott und seine heiligen sollen geehret werden, Leipzig 1532
  • Assertio sacrorum quorumdam axiomatum, Leipzig 1537

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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