Miura Gorō

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Miura Gorō

Miura Gorō (jap. 三浦 梧楼; * 1. Januar 1847 in Hagi, Yamaguchi; † 28. Januar 1926 in Tokio) war ein Generalleutnant der Kaiserlich Japanischen Armee und japanischer Konsul im Koreanischen Reich.

Miura wurde in Chōshū (heute Präfektur Yamaguchi) in einer Samuraifamilie des Hagi-Clans geboren. Nach dem Studium an der Meirinkan-Militärakademie trat er der Kiheitai bei, einer irregulären Armee in Chōshū. Er spielte eine wichtige Rolle in der Niederschlagung des Tokugawa-Bakufu im Boshin-Krieg. Später hielt er verschiedene Posten im Ministerium für militärische Angelegenheiten inne und wurde Kommandant des Hiroshima-Bezirks. Während der Satsuma-Rebellion diente er als Kommandant der dritten Brigade der Armee.

1884 begleitete er Ōyama Iwao auf dessen Europareise um die verschiedenen europäischen Militärsysteme zu studieren. 1888 wurde er aufgrund von politischen Auseinandersetzungen mit Politikern aus Chōshū vom aktiven Dienst in die Reserve versetzt. Im November dieses Jahres schied er aus dem Dienst aus und wurde Präsident der Gakushuin (einer 1877 gegründeten Erziehungseinrichtung) in Tokyo.

1890 wurde er Mitglied des Kizokuin, des japanischen Oberhauses des Parlamentes und wurde in den Rang eines Shishaku (Vizegraf) erhoben.

1895 wurde er der Nachfolger von Inoue Kaoru als bevollmächtigter Minister in Korea. Es wurde vermutet, dass Miura zusammen mit dem koreanischen Altkönig Daewon-gun den Auftrag zur Ermordung der koreanischen Königin Myeongseong gab.[1][2] Bei einer späteren Gerichtsverhandlung wurde er aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen.[2]

Später, nach dem Japanisch-Koreanischen Annexionsvertrag 1910 wurde er Mitglied des Geheimen Rates und konzentrierte sich auf Vermittlungsgespräche zwischen den Führern der politischen Parteien.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Modern China - An Encyclopedia of History, Culture, and Nationalism, S. 314, Copyright: Wang Ke-Wen, 1998
  2. a b Frederick Arthur Mackenzie: The Tragedy of Korea, S. 74, E. P. DUTTON & CO., New York, 1908

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert B. Bix: Hirohito and the Making of Modern Japan. Harper Perennial, 2001. ISBN 0060931302
  • Peter Duus: The Abacus and the Sword: The Japanese Penetration of Korea, 1895-1910 (Twentieth-Century Japan - the Emergence of a World Power, 4). University of California Press, 1998. ISBN 0520213610.
  • Marius B. Jansen: The Making of Modern Japan. Belknap Press; New Ed edition, 2002. ISBN 0674009916
  • Mikiso Hane: Modern Japan: A Historical Survey. Westview Press, 2001. ISBN 0813337569
  • Donald Keane: Emperor Of Japan: Meiji And His World, 1852-1912. Columbia University Press, 2005. ISBN 0231123418
  • Richard Sims: Japanese Political History Since the Meiji Renovation 1868-2000. Palgrave Macmillan. ISBN 0312239157
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Miura der Familienname, Gorō der Vorname.