Mohamed Rabbae

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Mohamed Rabbae (Februar 2008)
Rabbae während des Internationalen Tag gegen Rassismus (März 2010)

Mohamed Rabbae (* 8. März 1941 in Berrechid, Marokko) ist ein niederländischer Politiker und politischer Aktivist marokkanischer Abstammung.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Im Jahr 1966 floh der Philosophiestudent Rabbae aus Marokko in die Niederlande; zu diesem Zeitpunkt wurden in dem nordafrikanischen Land Aktivisten gegen das Regime von König Hassan II. verfolgt, und Rabbae, der Mitglied einer sozialistischen Studentenbewegung war, hatte Angst, ebenfalls verhaftet zu werden.

In den Niederlanden absolvierte er in Amsterdam ein Studium in Wirtschaftswissenschaften. Anschließend war er als Arbeiter in einer Konservenfabrik und Verkäufer in einem Warenhaus tätig. Zu der Zeit war er auch an verschiedenen Aktionen für die Rechte von Ausländern beteiligt, darunter der Vorfall um die 182 sogenannten „Kirchenmarokkaner“ (kerkmarokkanen), die nach einem gescheiterten Asylantrag durch die damalige Justizstaatssekretärin Elberta Haars von der Abschiebung bedroht wurden. Anfang der 80er Jahre wurde er Direktor der Stiftung Ausländer West-Brabant, von 1983 bis 1994 war er Direktor des niederländischen Zentrum für Ausländer (Nederlands Centrum Buitenlanders, NCB).

Im Jahr 1994 wurde er Mitglied der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments für die Partei GroenLinks. Er wurde zu den Parlamentswahlen 1994 in einem internen Referendum zusammen mit Ina Brouwer zur doppelten Parteispitze gewählt. Während der Wahlkampagne wurde im NRC Handelsblad ein Interview mit ihm veröffentlicht, in dem er erklärte, er habe Verständnis für Menschen die das Buch Die satanischen Verse von Salman Rushdie verbieten lassen wollen.[1] Der demokratische Versuch solch ein Buch zu verbieten sei ihm zufolge „der bessere Weg als der von Khomeini und anderen düsteren Mächten“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beroepsballing Mohammed Rabbae:„Ik ben een middelaar, maar niet als het om principes gaat“ - Mohammed Rabbae: „Ich bin ein Vermittler, nicht aber wenn es um Prinzipien geht“, NRC Handelsblad, 22. Januar 1994