Mohammed Fahim

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Mohammed Fahim (2004)

Mohammed Qasim Fahim (* 1957 in Omarz, Panjshir; † 9. März 2014 in Kabul) war ein afghanischer Veteran und Politiker. Er gehörte zur im Norden Afghanistans zahlreich vertretenen ethnischen Minderheit der Tadschiken.

Leben[Bearbeiten]

Fahim, der sich als „Marschall“ titulieren ließ, war ein Kommandeur der Nordallianz und kämpfte in der Zeit des Afghanischen Bürgerkrieges (1989–2001) gegen die Taliban. Auch in dem ab 2001 von der Regierung Afghanistans und den USA gegen die Taliban geführten Krieg in Afghanistan stand Fahim auf der Seite der Taliban-Gegner. Fahim war ein führendes Parteimitglied der Dschamiat-i Islāmi und in der provisorischen Regierung von Hamid Karzai von 2002 bis zum Dezember 2004 Verteidigungsminister. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde Abdul Rahim Wardak.

In einem Bericht der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission (AIHRC) zu der Zeit zwischen 2003 und 2005 wurde er beschuldigt, an Menschenrechtsverletzungen beteiligt gewesen zu sein.[1] Ende 2011 warf ihm die AIHRC zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor. So soll seine Einheit 1989 bis 1992 systematisch politische Gegner gefoltert haben. Außerdem soll er 1993, während in dem Kabuler Stadtteil Afschar Massaker und Massenvergewaltigungen stattfanden, für „Spezialoperationen“ zuständig gewesen sein.[2] Laut einem Bericht der New York Times vom 23. Juli 2012, in dem über die Existenz einer Kartierung der Menschenrechtsverletzungen der AIHRC berichtet wurde, bedrohte er einen Verantwortlichen der AIHRC mit dem Tod.[1]

Von der Präsidentschaftswahl 2009 bis zu seinem Tod war er Vizepräsident von Hamid Karzai.[3] Fahim galt als Mentor von Nazri Mohammad.[3]

Er starb am 9. März 2014 an einem Myokardinfarkt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mohammed Fahim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Thomas Ruttig: Menschenrechte in Kabul sind „Gedöns“. In: die tageszeitung. 24. Juli 2012, abgerufen am 25. Juli 2012.
  2. Thomas Rüttig: Karsai schasst drei Menschenrechtler. In: die tageszeitung. 23. Dezember 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011.
  3. a b Christoph Ehrhardt: Nicht ohne meine Mudschahedin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 30. November 2011, abgerufen am 1. Dezember 2011.