Mont-Miné-Gletscher

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Mont-Miné-Gletscher
Gletscherzunge bei Ferpècle

Gletscherzunge bei Ferpècle

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Walliser Alpen
Typ Talgletscher
Länge 7,7 km (2011)[1]
Fläche 11,28 km² (1995)[2]
Exposition Nährgebiet Nordwest, Zehrgebiet Nord
Höhenbereich 3'720 m ü. M. – 1'963 m ü. M. (1983)[3]
Neigung ⌀ 16,9° (30%) [4]
Eisvolumen 0,89 ± 0,22 km³ (1995)[2]
Koordinaten 608621 / 9841546.0372222222227.552841.5Koordinaten: 46° 2′ 14″ N, 7° 33′ 0″ O; CH1903: 608621 / 98415
Mont-Miné-Gletscher (Wallis)
Mont-Miné-Gletscher
Entwässerung Borgne de Ferpècle, Borgne, Rhone

Der Mont-Miné-Gletscher (französisch Glacier du Mont Miné) ist ein Talgletscher im südlichen Talabschluss des Val d'Hérens, südsüdöstlich von Evolène in den Walliser Alpen. Er hat eine Länge von 7,7 km[1] und bedeckte im Jahr 1995 eine Fläche von 11,28 km².[2] Die Exposition des Nährgebiets ist Nordwest, die des Zehrgebiets Nord.

Mont-Miné-Gletscher und Dent Blanche von der Cabane de Bertol

Seinen Ursprung hat der Mont-Miné-Gletscher am firnbedeckten Pass Col des Bouquetins (3'357 m ü. M.), über den die Grenze zwischen Italien und der Schweiz verläuft, zwischen dem Felsgrat der Bouquetins (3'838 m ü. M.) im Westen und der Tête Blanche (3'710 m ü. M.) im Osten. Über einen vergletscherten Kamm nördlich der Tête Blanche ist der Mont-Miné-Gletscher mit dem östlich gelegenen, parallel verlaufenden Ferpèclegletscher verbunden. Der Mont-Miné-Gletscher fließt nach Norden, im Westen von der Aiguille de la Tsa (3'668 m ü. M.) und der Dent de Perroc (3'676 m ü. M.), im Osten vom Mont Miné (3'029 m ü. M.) flankiert. Das Ende der Gletscherzunge befand sich 1983 auf einer Höhe von 1'963 m.[3] Der Gletscher speist die Borgne de Ferpècle, die sich in Les Haudères mit der Borgne d'Arolla zur Borgne vereint, die das Val d'Hérens zur Rhone fließt.

Vor 1956 hing der der Mont-Miné-Gletscher nicht nur im Nährgebiet mit dem Ferpèclegletscher zusammen, sondern vereinigte sich mit diesem auch im Zungengebiet. In diesem Verbindungsbereich staute sich zeitweise ein Randsee auf, der im Sommer 1952 ausbrach und im Val d'Hérens ein Schadenhochwasser verursachte.[5][6]

Bereits im Jahr 1949 verunglückten bei der 3. Durchführung der Patrouille des Glaciers in einer Gletscherspalte die teilnehmenden Maurice Crettez, Robert Droz und Louis Thétaz und konnten erst nach acht Tagen geborgen werden. Dieser Vorfall war der Anlass für ein langjähriges Durchführungsverbot der Veranstaltung.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Mont-Miné-Gletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, auch als PDF, abgerufen am 31. Januar 2014).
  2. a b c Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  3. a b WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  4. Andreas Linsbauer, Frank Paul, Wilfried Haeberli: Modeling glacier thickness distribution and bed topography over entire mountain ranges with GlabTop: Application of a fast and robust approach. In: Journal of Geophysical Research., Band 117, F03007, 2012, doi:10.1029/2011JF002313 (online)
  5. Redaktion Schweizer Lexikon, Gletscherkommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (Hrsg.): Gletscher, Schnee und Eis. S. 56. Verlag Schweizer Lexikon Mengis+Ziehr, Luzern 1993, ISBN 3-9520144-2-7.
  6. Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich: Glacier de Ferpècle, Glacier de Mont Miné. In: Naturgefahren Gletscher. (online, auch als PDF).
  7. he.admin.ch: Patrouille des Glaciers, Geschichte

Weblinks[Bearbeiten]