Mullo

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Mullo ist in der Keltischen Mythologie der Name einer gallischen Gottheit, die in Frankreich bezeugt wird.

Mythologie und Etymologie[Bearbeiten]

Mullo wird als Heilgottheit, besonders bei Augenerkrankungen, gesehen. Sein Name ist auf insgesamt elf Inschriften, alle aus Frankreich, gefunden worden. Eine davon auf einem in Angers (Département Maine-et-Loire, Region Pays de la Loire) gefundenen Weihetäfelchen lautet:[1]

Aug(usto) | Marti Mullon(i) | Tauricus Tauri f(ilius) | v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
(„Tauricus, Sohn des Taurus, erfüllte gerne und verdientermaßen das Gelübde für Augustus Mars Mullo“)

Weitere wichtige Fundorte sind Craon (Dép. Mayenne), Rennes (Dép. Ille-et-Vilaine) und Allonnes (Dép. Sarthe).

Nach der Interpretatio Romana wird er mit Mars gleichgesetzt. Die Etymologie des Namens Mullo ist umstritten, die lateinischen Wörter mulus („Maultier“) oder cumulus („Hügel“)[2] werden neben dem irischen mul („Hügel“, „Haufen“) in Erwägung gezogen. Auch eine proto-Indogermanische Wurzel *mel („Maultier“) wird genannt. Die ausschließliche Erklärung von Mullo als Maultier-Gottheit ist fraglich.

Im Romani, der Sprache der Roma, bezeichnet Mullo einen Untoten, einen Vampir. Ein eventueller Zusammenhang mit dem gallischen Gott ist nicht belegbar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIL 13, 3096.
  2. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3 S. 651, 768.