Musculus levator palpebrae superioris

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Musculus levator palpebrae superioris
Eyemuscles.png
Schema der Augenmuskeln mit M. levator palpebrae superioris (9)
Ursprung
kleiner Keilbeinflügel (Ala minor)
Ansatz
oberes Augenlid
Funktion
Anheben des oberen Augenlids
Innervation
Nervus oculomotorius

Der Musculus levator palpebrae superioris (lat. für „Heber des Oberlides“) ist ein Skelettmuskel in der Augenhöhle (Orbita), der das obere Augenlid nach oben und zurück zieht und damit für die Öffnung der Lidspalte verantwortlich ist. Er führt zudem gleichgerichtete Bewegungen mit dem Musculus rectus superior aus, sodass sich das Oberlid beim Aufblick hebt und beim Abblick senkt. Er entspringt innerhalb des Anulus tendineus communis am kleinen Flügel des Keilbeins in der Orbitaspitze, zieht über dem Musculus rectus superior nach vorn und setzt mit seiner Sehne als fächerartige Platte (Levatoraponeurose) im bindegewebigen Septum orbitale und einer knorpeligen Bindegewebsplatte des Oberlides, dem Tarsus, an. Der M. levator palpebrae superioris wird vom Hirnnerv III, dem Nervus oculomotorius, innerviert und zwar von seinem kleineren Endast, dem Ramus superior.

Ein Funktionsverlust des Muskels führt zu einem teilweisen oder vollständigen Herabhängen des Oberlides (Ptosis), und weist in der Regel auch eine Einschränkung der Mitbewegung des Oberlides bei vertikalen Blickwendungen auf. Eine angeborene Ptosis ist seltener das Ergebnis einer Lähmung des N. oculomotorius als vielmehr einer Fehlbildung der Muskulatur des M. levator palpebrae superioris selbst. Eine andere angeborene Störung ist das Marcus-Gunn-Syndrom, eine paradoxe Koinnervation von Musculus pterygoideus lateralis und M. levator palpebrae superioris.

Eine relative Überfunktion des Muskels kann sich bei einer paretischen Einschränkung der Blickhebung ergeben. Hierbei wird ein verstärkter Impuls zur Blickwendung nach oben zwar nur unvollständig von den entsprechenden Muskeln umgesetzt, wirkt sich dabei jedoch in vollem Umfang auf die synergistische Bewegung des M. levator palpebrae superioris aus, was zu einem abnormen Hochziehen des Oberlides führt.

In seiner Funktion als Lidheber ist der M. levator palpebrae superioris direkter Antagonist des Musculus orbicularis oculi.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Kaufmann (Hrsg.): Strabismus. Mit Beiträgen von W. de Decker u. a. 3., grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart u. a. 2004, ISBN 3-13-129723-9.