Muskat-Ottonel

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Muskat-Ottonel
Synonyme siehe Abschnitt Synonyme
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Herkunft Frankreich, Angers
Züchter Jean-Pierre Vibert und Jean Moreau-Robert
Züchtungsjahr 1839
Markteinführung 1852
Abstammung

Kreuzung aus
Gutedel × Muscat d'Eisenstadt

Liste von Rebsorten

Muskat-Ottonel ist eine weiße Rebsorte und kommt aus Frankreich. Jean-Pierre Vibert aus Angers selektierte die Sorte im Jahr 1839 aus einem gefundenen Sämling und wurden ab dem Jahr 1852 vom ebenfalls in Angers ansässigen Jean Moreau-Robert verbreitet. Die Elternsorten sind Gutedel und Muscat d'Eisenstadt. Lange galten die Rebsorten Gutedel und Muscat précoce de Saumur als Kreuzungspartner.[1]

Bedeutung genießt sie auch im Elsass, wo sie neben dem Muscat blanc à petits grains als Muscat d'Alsace verkauft werden darf. Die Sorte wird heute weitflächig auch in Bulgarien, Rumänien und Ungarn angebaut. Anbauflächen existieren auch in Luxemburg, in Moldawien, in der Ukraine, in Südafrika und in Kanada sowie in Deutschland (klingenberg/Franken).

Der Wein ist von grünlich-gelber Farbe und hat ein intensives, feines und würziges Muskatbukett. Er ist mild, meist niedrig in Alkoholgehalt und Extrakt. Der Muskat-Ottonel kann in hohen Prädikatsstufen ausgeprägte, sehr feine Citrusaromen entwickeln. Die Sorte bevorzugt fruchtbare, kräftige Böden mit guter Wasserversorgung und windgeschützte sonnige Standorte.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Frankreich, Weinbau in Österreich, Weinbau in Bulgarien , Weinbau in Rumänien, Weinbau in Moldawien, Weinbau in der Ukraine, Weinbau in Kanada, Weinbau in Südafrika und Weinbau in Ungarn sowie die Liste der Rebsorten.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist spinnwebig bis leicht wollig behaart und von rotbrauner Farbe. Die intensiv roten, glänzenden Jungblätter sind unbehaart.
  • Die kleinen bis mittelgroßen Blätter sind drei- oder fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist Lyren - förmig bis geschlossen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich zu anderen Rebsorten mittelweit gesetzt.
  • Die walzenförmige Traube ist klein bis mittelgroß, manchmal einseitig geflügelt und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind mittelgroß und von gelbgrüner Farbe, die sich bei Vollreife der Beeren sonnenseitig braungefleckt präsentieren. Die Beeren verfügen über eine dicke Schale und haben im Geschmack eine leichte Muskatnote.

Die Rebsorte reift ca. 5 -6 Tage nach dem Gutedel und gilt somit im internationalen Vergleich als früh reifend.

Die Sorte ist anfällig gegen den Echten Mehltau, den Falschen Mehltau und die Grauschimmelfäule. Da der Muskat-Ottonel zu starkem Verrieseln neigt, sind die Erträge stark schwankend und extrem unsicher.

Aufgrund unterschiedlicher Blattbeschreibungen bezweifelte Heinrich Moog bereits 1957, ob die in Frankreich und im deutschsprachigen Raum angebauten Sorten gleichen Namens tatsächlich identisch sind.

Abstammung[Bearbeiten]

Kreuzung von Gutedel x Muscat d'Eisenstadt

Synonyme[Bearbeiten]

Chasselas Saint-Fiacre, Mirisavka, Mirislavka, Misket Ottonel, Mozzonel, Muscadel Ottonel, Muscat de Craciunel Tîrnave, Muscat Ottone, Muscat-Ottonel (Rumänien), Muscat Ottonel weiß, Muskat Ottonel, Muskotály (Ungarn), Мускат Отонел (Bulgarien), Ottonel, Ottonel Frontignan, Ottonel muskotály, Ottonel Muskotály und Tamîiosa Ottonel.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ferdinand Regner: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone, 2008, LFZ Klosterneuburg