Natriumpicosulfat

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumpicosulfat
Allgemeines
Freiname Natriumpicosulfat
Andere Namen
  • IUPAC: Dinatrium-4,4'- (2-pyridylmethylen) diphenylbis(sulfat)
  • Latein: Natrii picosulfas
Summenformel C18H13NNa2O8S2
CAS-Nummer 10040-45-6
PubChem 68654
ATC-Code

A06AB08

Kurzbeschreibung

Weißes bis fast weißes, kristallines Pulver[1]

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Laxantien

Eigenschaften
Molare Masse 481,41 g·mol−1
Schmelzpunkt

272–275 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser, schwer löslich in Ethanol 96 %[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Toxikologische Daten

17 g·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Natriumpicosulfat ist ein Arzneistoff und gehört zur Wirkstoffklasse der Laxantien. Die Anwendung kann kurzzeitig bei Verstopfung und bei Erkrankungen erfolgen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern.

Die gewünschte Wirkung tritt ca. 6 bis 12 Stunden nach der oralen Verabreichung ein.[4]

Wirkungsmechanismus[Bearbeiten]

Der Wirkungsmechanismus von Natriumpicosulfat entspricht dem von Bisacodyl. Es hat nur den Unterschied, dass Natriumpicosulfat nicht den enterohepatischen Kreislauf durchläuft. Daher tritt die Wirkung von Natriumpicosulfat auch schneller ein.

Im Dickdarm wird Natriumpicosulfat, ähnlich wie Bisacodyl, durch Darmbakterien in freie Diphenole umgewandelt, die die eigentlich wirksame Substanz darstellen.

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Die lange publizierten Elektrolytverschiebungen im Serum konnten auch nach bis zu Jahrzehnte langer Einnahme nicht beobachtet werden, eine Gewöhnung tritt in der Realität auch bei jahrelangem Gebrauch sehr selten auf. Durch die motorische Wirkung kann es zu krampfartigen Bauchschmerzen kommen. [5]

Bei der Anwendung von Natriumpicosulfat-haltigen Zäpfchen kann es zu Schmerzen und Blutungen im Bereich des Enddarms kommen.

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate

Agaffin Abführgel, Dragees und Tropfen (A); Agiolax Pico Abführ-Pastillen (D); Agiopic Abführpastillen (A); Darmol Pico Täfelchen (D); Dulcolax NP Tropfen (D); Dulcolax Picosulfat und Pearls (CH); Fructines (CH); Guttalax Tropfen und Perl-Kapseln (A); Laxasan (CH); Laxasan-Tropfen (A); Laxoberal Abführ-Perlen, -Tabletten und -Tropfen (D); Laxoberon (CH); Regulax Abführwürfel Picosulfat und Picosulfat Tropfen (D); Generika (D)

Kombinationspräparate

CitraFleet (mit Magnesiumoxid) (D)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt SODIUM PICOSULFATE CRS beim EDQM, abgerufen am 12. April 2009.
  2. a b  Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.4. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2009.
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. Fachinformation für Dulcolax® Picosulfat Tropfen von BOEHRINGER INGELHEIM im Arzneimittelkompendium der Schweiz® – 16. Oktober 2008.
  5. awmf.org: S2k-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie (PDF; 588 kB); Stand: Februar 2013.
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