Naturkapital

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Naturkapital ist eine Metapher für Mineralien, Pflanzen und Tiere der Biosphäre, soweit man sie als Produktionsfaktor für die Herstellung von Sauerstoff, als Wasserfilter, Verhüter von Erosion, Träger von Genmaterial oder anderen natürlichen Leistungen betrachtet.

Es ist ein Ansatz, den ökonomischen Wert des Ökosystems zu erfassen, der über das traditionelle Verständnis nicht-menschlichen Lebens als passive natürliche Ressource hinausführt.

Problematisch ist diese Metapher, insofern sie Vorgänge, die unmittelbar Werte schaffen, als Kapital bezeichnet, obwohl der Kapitalbegriff der gängigen Volkswirtschaftslehre nur vorgetane Arbeit in reiner Form oder in Kombination mit Boden zum Kapital rechnet. Naturkapital in diesem Sinne sind also nur die Ergebnisse der Naturvorgänge, die natürlichen Ressourcen. Die Vorgänge selbst sind als Teil des Produktionsfaktors Boden anzusehen. Andererseits rechnen Robert Costanza, Amory Lovins, L. Hunter Lovins, Paul Hawken und andere Vertreter der Naturkapitaltheorie „Naturleistungen“ bewusst nicht zum Produktionsfaktor Boden, weil sie durch menschliche Aktivitäten erheblich gestört und zerstört werden können und dadurch ein "Kapital" der Natur vernichtet wird. So sei bereits jetzt die Naturleistung zu gering, um die Folgen gegenwärtiger Ökonomie aufzufangen (vgl. Ökologischer Fußabdruck).

Literatur[Bearbeiten]

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