Niob(V)-chlorid

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Strukturformel
Strukturformel von Niob(V)-chlorid
Allgemeines
Name Niob(V)-chlorid
Andere Namen

Niobpentachlorid

Summenformel NbCl5
CAS-Nummer 10026-12-7
PubChem 24818
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff mit stechendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 270,17 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,75 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

208,3 °C (Zersetzung)[1]

Siedepunkt

248,2 °C[1]

Löslichkeit

heftige Zersetzung in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​314​‐​335
EUH: 014
P: 280​‐​301+330+331​‐​305+351+338​‐​309+310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 14​‐​22​‐​34​‐​37
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Niob(V)-chlorid ist eine salzartige chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Niob und Chlor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Niob(V)-chlorid kann durch Reaktion von Niob mit Chlor gewonnen werden.[3]

\mathrm{2 \ Nb + 5 \ Cl \longrightarrow 2 \ NbCl_5}

Ebenfalls möglich ist Darstellung durch Reaktion von Niob(V)-oxid mit Thionylchlorid oder Kohlenstofftetrachlorid.[3]

\mathrm{Nb_2O_5  + 5 \ SOCl_2 \longrightarrow 2 \ NbCl_5 + 5 \ SO_2}
\mathrm{Nb_2O_5  + 5 \ CCl_4 \longrightarrow 2 \ NbCl_5  + 5 \ COCl_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Niob(V)-chlorid

Es handelt sich um einen gelben Feststoff mit stechendem Geruch (Bildung von Chlorwasserstoff durch Hydrolyse), der sich heftig in Wasser zersetzt.

Niob(V)-chlorid bildet eine dimere Struktur aus, bei welcher jedes Niobatom sechsfach durch Chlorido-Liganden koordiniert ist. Zwei Chloratome fungieren als Brückenliganden. Es existieren zwei kristalline Polymorphe von Niob(V)-chlorid; in beiden wird eine verzerrt-oktaedrische Struktur ausgebildet, bei der die pseudo-axialen Chloridoliganden in einem Winkel von ca. 84 ° zur pseudo-equatorialen Ebene angeordnet sind.[4][5]

Verwendung[Bearbeiten]

Niob(V)-chlorid wird in der organischen Chemie als Lewis-Säure verwendet. So findet es beispielsweise in der Aktivierung von Alkenen in der Carbonyl-En-Reaktion Anwendung.[6]

Verwendung von Niob(V)-chlorid zur Aktivierung eines Alkens in einer Carbonyl-En-Reaktion

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 33797-51-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10.05.2008 (JavaScript erforderlich)
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. a b  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1444.
  4. W. Hoenle, H. G. v. Schnering: Crystal structure of niobium pentachloride. In: Zeitschrift für Kristallographie'', 1990, 191, S.  139–140 (doi:10.1524/zkri.1990.191.1-2.139)
  5. F. A. Cotton, P. A. Kibala, M. Matusz, R. B. W. Sandor in: Structure of the Second Polymorph of Niobium Pentachlorid 1997, Acta Crystallographica C47, S. 2435–2437 (doi:10.1107/S0108270191000239).
  6. C. K. Z. Andrade, O. E. Vercillo, J. P. Rodrigues, D. P. Silveira in: J. Braz. Chem. Soc. 2004, 15, 6, 813–817.