Niob(V)-fluorid

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Strukturformel
Strukturformel von Niob(V)-fluorid
Allgemeines
Name Niob(V)-fluorid
Andere Namen

Niobpentafluorid

Summenformel NbF5
CAS-Nummer 7783-68-8
PubChem 82217
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 187,90 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

3,293 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

78,9 °C[1]

Siedepunkt

233,3 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332​‐​314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​34
S: 26​‐​27​‐​28​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Niob(V)-fluorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Niobs aus der Gruppe der Fluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Niob(V)-fluorid kann durch Reaktion von Niob(V)-chlorid mit Fluorwasserstoff gewonnen werden.[1]

\mathrm{NbCl_5 + 5 \ HF \longrightarrow NbF_5 + 2 \ HCl}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung aus den Elementen.[1]

\mathrm{2 \ Nb + 5 \ F_2 \longrightarrow 2 \ NbF_5}

Allgemein lässt sich Niob(V)-fluorid ähnlich wie Tantal(V)-fluorid durch Fluorierung mit Fluor oder Fluorwasserstoff aus den Oxiden (Niob(V)-oxid) gewinnen.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Niob(V)-fluorid ist ein farbloser sehr hygroskopischer Feststoff, der in Wasser und Ethanol unter Solvolyse löslich ist. Er ist wenig löslich in Kohlenstoffdisulfid und Chloroform. Mit Alkalilaugen hydrolysiert er. Die stark lichtbrechenden Kristalle zerfließen an Luft.[1] Als Feststoff (im Gegensatz zum monomeren Gas) liegt die Verbindung als Tetramer vor und besitzt eine Ringstruktur, bei der vier Niobatome ein nahezu quadratisches Parallelogramm bilden.[5] Er hat eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe C2/m.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 261.
  2. a b c d Datenblatt Niobium(V) fluoride, 98% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. Juni 2013 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4.  Anatoly Agulyansky: Chemistry of Tantalum and Niobium Fluoride Compounds. Elsevier, 2004, ISBN 008052902-X, S. 24 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  Hans Peter Latscha, Martin Mutz: Chemie der Elemente. Springer DE, 2011, ISBN 364216915-5, S. 224 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6.  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 632 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).