Oberbayern

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Dieser Artikel behandelt Bezirk und Regierungsbezirk Oberbayern. Zum wittelsbachischen Teilherzogtum Oberbayern siehe Herzogtum Oberbayern.
Oberbayern
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Deutschland
Bundesland: Bayern
Verwaltungssitz: München
Größte Städte: 1. München
2. Ingolstadt
3. Rosenheim
4. Freising
Fläche: 17.529,63 km²
Einwohner: 4.430.706 (31.12.2011)
Bevölkerungsdichte: 253 Einwohner je km²
Bezirkstagspräsident: Josef Mederer (CSU)
Regierungspräsident: Christoph Hillenbrand
Webpräsenz:
Locator map RB Oberbayern in Bavaria.svg Locator map Oberbayern in Germany.svg
Lage in Bayern und Deutschland

Oberbayern ist in Bayern sowohl ein Bezirk als auch ein Regierungsbezirk.

Die Bezirke sind in Bayern Selbstverwaltungskörperschaften, zu denen sich mehrere Kreise zusammengeschlossen haben. Die Kreise eines Bezirks gehören jeweils zu einem gleichnamigen Regierungsbezirk, dem Zuständigkeitsgebiet der Bezirksregierung (oft nur kurz Regierung) als staatlicher Mittelbehörde. Anders als bei den Landratsämtern, die gleichzeitig staatliche und kommunale Behörde sind („Janusköpfigkeit“), existieren hierfür in Bayern mit den Bezirksverwaltungen und den Regierungen getrennte Behörden.

Oberbayern liegt im Südosten des Freistaats und grenzt im Süden und Osten an Österreich, im Nordosten an Niederbayern und die Oberpfalz, im Nordwesten an Mittelfranken und im Westen an Schwaben. Verwaltungssitz des Bezirks und gleichzeitig Regierungssitz des Regierungsbezirks ist München.

Oberbayern ist eine Bezeichnung für eine administrative Einheit, deren Grenzen sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert haben und keine Rücksicht auf Stammes- oder Sprachgrenzen genommen haben. Insbesondere gibt es keinen spezifisch oberbayerischen Dialekt. Der Begriff „Oberbayern“ erscheint zum ersten Mal im Jahre 1255 bei der bayerischen Landesteilung. Die Ausdehnung war jedoch ursprünglich eine andere: Der Chiemgau und die Gegend von Bad Reichenhall gehörten damals zu Niederbayern. Die Bezeichnung bezieht sich auf die relative Lage an der Donau und ihren Nebenflüssen: Stromabwärts wird Oberbayern gefolgt von Niederbayern, Oberösterreich, Niederösterreich.

Oberbayern ist in Deutschland nach Hamburg die Region mit dem zweithöchsten Bruttoinlandsprodukt je Einwohner.[1] Die Oberzentren in Oberbayern sind (nach Einwohnerzahl geordnet) München, Ingolstadt, Rosenheim, Freising, Garmisch-Partenkirchen und Traunstein.

Aktuelle politische Gliederung des Regierungsbezirks[Bearbeiten]

Der Regierungsbezirk Oberbayern umfasst drei kreisfreie Städte und 20 Landkreise:

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

  1. München
  2. Ingolstadt
  3. Rosenheim

Landkreise[Bearbeiten]

  1. Landkreis Altötting
  2. Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
  3. Landkreis Berchtesgadener Land
  4. Landkreis Dachau
  5. Landkreis Ebersberg
  6. Landkreis Eichstätt
  7. Landkreis Erding
  8. Landkreis Freising
  9. Landkreis Fürstenfeldbruck
  10. Landkreis Garmisch-Partenkirchen
  1. Landkreis Landsberg am Lech
  2. Landkreis Miesbach
  3. Landkreis Mühldorf am Inn
  4. Landkreis München
  5. Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
  6. Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
  7. Landkreis Rosenheim
  8. Landkreis Starnberg
  9. Landkreis Traunstein
  10. Landkreis Weilheim-Schongau

Anmerkungen: In der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 trugen vier Landkreise andere Namen:

  1. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hieß Landkreis Bad Tölz.
  2. Der Landkreis Berchtesgadener Land hieß Landkreis Bad Reichenhall.
  3. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hieß Landkreis Neuburg a. d. Donau.
  4. Der Landkreis Weilheim-Schongau hieß Landkreis Weilheim i. OB.

Politische Gliederung des Regierungsbezirks bis 1972[Bearbeiten]

Vor der Kreisgebietsreform am 1. Juli 1972 hatte der Regierungsbezirk sieben kreisfreie Städte und 26 Landkreise:

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

Landkreise[Bearbeiten]

Planungsregionen[Bearbeiten]

Die oberbayerischen Städte und Landkreise werden vier verschiedenen Planungsregionen zugeordnet: Ingolstadt, München, Oberland und Südostoberbayern.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der ersten bayerischen Landesteilung 1255 wurde unter Ludwig dem Strengen ein selbstständiges Herzogtum Oberbayern geschaffen, das jedoch mit dem heutigen Regierungsbezirk nicht deckungsgleich war. Nach vorübergehender Wiedervereinigung 1340 wurde das Herzogtum Bayern 1392 dreigeteilt: In Oberbayern entstanden Bayern-München und Bayern-Ingolstadt, in Niederbayern Bayern-Landshut. Daneben bestand in Niederbayern als viertes Herzogtum bereits seit 1349 Bayern-Straubing. 1505 waren alle Teilherzogtümer wiedervereint. Zu Verwaltungszwecken wurde Bayern in der Folge in Rentämter aufgeteilt. Mit der Säkularisation 1802/1803 kamen die Gebiete des Hochstift Freising zu Oberbayern. Mit der Bayerischen Verfassung von 1808 erfolgte die systematische Einteilung des nunmehrigen Königreichs Bayern in Kreise, die als Mittelbehörden nicht den heutigen Landkreisen, sondern den heutigen Bezirken entsprachen. 1837 ließ der romantisch bewegte König Ludwig I. das französische Benennungssystem der bayerischen Kreise nach Flussnamen durch historisierende Bezeichnungen ersetzen, die die Geschichte der bayerischen Landesteile widerspiegeln sollten. Dadurch entstand aus dem Isarkreis der Regierungsbezirk Oberbayern.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Die Arbeitslosen-Quote in Oberbayern betrug im Dezember 2008 3,7 Prozent. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Oberbayern einen Index von 165,6 (EU-27:100)

Etwa 1,6 Millionen Menschen in Oberbayern sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, über eine Million davon im Dienstleistungssektor. Weniger als 500.000 arbeiten im produzierenden Gewerbe und etwa 11.000 in Land- und Forstwirtschaft, Tierhaltung sowie Fischerei. Der Bezirk betreibt mit den Kliniken des Bezirks Oberbayern ein Kommunalunternehmen.

Tourismus in Oberbayern[Bearbeiten]

Oberbayern zählt seit jeher zu den bedeutendsten nationalen und internationalen Destinationen im Tourismus. Mit weltweit bekannten Sehenswürdigkeiten wie den Schlössern des König Ludwig II., den Attraktionen in der Landeshauptstadt München und den schier unendlichen Naturschönheiten ist Oberbayern eine attraktive Urlaubsregion.

Der Dachverband des oberbayerischen Tourismus ist seit seiner Gründung im Jahr 1937 der Tourismusverband München-Oberbayern e.V. Hierarchisch darunter ist Oberbayern in 14 touristische Regionen unterteilt. Dazu gehören die Alpenregion Tegernsee-Schliersee, die Region Ammersee-Lech, das Berchtesgadener Land, der Chiemgau, das Chiemsee-Alpenland, das Ebersberger Grüne Land, die Region Inn-Salzach, die Landeshauptstadt München, das Münchner Umland, die Region Oberbayerns Städte, der Pfaffenwinkel, das Starnberger Fünf-Seen-Land, das Tölzer Land und die Zugspitz-Region.

Die Regionen Oberbayerns profitieren sehr von ihren Tourismusgästen. Anhand der Analysen des jeweiligen Wirtschaftsfaktors ist die Bedeutung des Tourismus generell für die wirtschaftliche Gesundheit Oberbayerns offensichtlich. So beläuft sich der Brutto-Umsatz des oberbayrischen Tourismus auf 12,6 Mrd. Euro durch Übernachtungsgäste und Tagesbesucher, wobei der Schwerpunkt bei letzteren liegt.[2] Der Beschäftigungseffekt wirkt sich auf rund 200.000 Personen aus, die im Tourismus arbeiten können und ihren Lebensunterhalt mit einem durchschnittlichen Primäreinkommen bestreiten.[3]

Bezirk[Bearbeiten]

Kulturförderung[Bearbeiten]

Das Kulturreferat des Bezirks fördert überregionale kulturelle Veranstaltungen in Oberbayern. Der Bezirk Oberbayern ist auch Träger der Freilichtmuseen auf der Glentleiten und in Amerang und des Kultur- und Bildungszentrums im ehemaligen Kloster Seeon.

Bezirkstag[Bearbeiten]

Der Bezirkstag wird parallel zum Bayerischen Landtag gewählt, der Wahlkreis Oberbayern setzt sich zusammen aus 60 Abgeordneten und 7 Überhang- und Ausgleichsmandaten.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Wahl CSU SPD Grüne[A 1] FW FDP Die Linke ödp BP REP NPD GDP[A 2] KPD Piratenpartei Gesamt
2013[4] 30 13 8 6 2 1 2 3 2 67
2008 28 13 9 7 7 2 1 1 68
2003 34 11 6 2 2 1 1 57
1998 35 18 5 2 1 1 1 2 65
1994 34 17 6 2 2 1 3 65
1990 34 16 6 4 1 1 3 65
1986 36 17 6 3 2 64
1982 36 22 3 3 64
1978 37 21 1 5 64
1974 39 19 4 62
1970 31 23 3 1 1 59
1966 25 23 3 4 4 59
1962 23 22 3 4 2 54
1958 23 19 2 6 4 54
1954 18 17 3 10 5 1 54
  1. 1978 AUD mit Kennwort Die Grünen
  2. 1954 und 1958 GB/BHE

Bezirkstagspräsidenten[Bearbeiten]

Bezirkstagspräsidenten in Oberbayern:

Seit Oktober 2008 ist Josef Mederer (CSU) Bezirkstagspräsident. Seine Stellvertreterinnen sind Michael Asam (SPD) und Friederike Steinberger (CSU).

Regierungsbezirk[Bearbeiten]

Regierungspräsidenten[Bearbeiten]

  • 1808–1810 Joseph Maria von Weichs (Generalkommissär des Isarkreises)
  • 1810–1819 Ferdinand Frhr. v. Schleich (Generalkommissär des Isarkreises)
  • 1819–1833 Gabriel Bernhard von Widder (Generalkommissär und Präsident der Regierung)
  • 1833–1840 Carl Graf von Seinsheim (Generalkommissär und Präsident der Regierung, ab 1837 Regierungspräsident)
  • 1840–1847 Josef Hörmann von Hörbach
  • 1847–1848 Bernhard Frhr. von Godin
  • 1848–1849 Theodor von Zwehl
  • 1849–1852 Wilhelm von Benning
  • 1852 August Lothar Graf von Reigersberg
  • 1853–1870 Phillip Frhr.von Zu-Rhein
  • 1870–1875 Theodor von Zwehl
  • 1876–1880 Hugo Frhr. von Hermann
  • 1880–1882 Maximilian Frhr. von Feilitzsch
  • 1882–1894 Sigmund Frhr. von Pfeufer

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaufkraft in Europa (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung auf tagesschau.de, 12. Februar 2008
  2. Vgl. Bayrisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Fremdenverkehr in Bayern. Statistische Berichte 2010, München 2010.
  3. Vgl. allg. Oberbayern Broschüre „Gemeinsam sind wir stark“ Tourismus in Oberbayern 2009.
  4. Wahlergebnis Bezirkstagswahl 2013 Abgerufen am 5. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberbayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oberbayern – Reiseführer

48.123711.8021Koordinaten: 48° N, 12° O