Northeimer Seenplatte

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51.7342379.962339Koordinaten: 51° 44′ 3″ N, 9° 57′ 44″ O

Reliefkarte: Niedersachsen
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Northeimer Seenplatte
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Niedersachsen

Die Northeimer Seenplatte ist ein Seenkomplex nahe der Stadt Northeim auf deren Gemeindegebiet. Die Wasserflächen sind künstlich durch Kiesabbau entstanden und zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden.

Geografie, Geologie[Bearbeiten]

Die Seen liegen im Leinegraben in einer rund 2 km breiten Talsohle bei ca. 110 m üNN zumeist rechts und auch links entlang der Leine. In dieser Gegend stehen unter der Bodenschicht ca. 50 m pleistozäne Kiese an. Durch den Zufluss der Rhume liegt der Leinegraben hier im Schüttungsbereich des Harzes, so dass der Kies aus Grauwacke, Kieselschiefer und Braunkohlen-Quarz sowie Sanden zusammengesetzt ist und von Auesedimenten, Lößböden und Mergeltonschichten überlagert vorgefunden wird.

Das Seengebiet liegt am Verkehrsknoten A7/B3 und wird auch von der Bahn-Nord-Süd-Strecke durchzogen. Benachbarte Siedlungen sind neben der Stadt Northeim ihre Stadtteile Höckelheim, Hollenstedt (Northeim) und Edesheim (Northeim).

Geschichte[Bearbeiten]

1852 entnahmen die Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen Material zur Bahndammschüttung. Bis 1940 entstand eine Wasserfläche von ca. 6 ha. Ab 1950 wurde der Kiesabbau intensiviert. Dadurch wuchs die Wasserfläche bis 1980 auf ca. 130 ha und liegt heute bei mehr als 350 ha. Die nicht mehr genutzten Baggerseen werden der Rekultivierung überlassen. Derzeit sind es 12 Seen unterschiedlicher Größe. Eigentümer der Ländereien ist die Klosterkammer Hannover.[1]

Nutzung[Bearbeiten]

Technisch[Bearbeiten]

Der Kiesabbau auf einer gegebenen Landfläche erfolgt im Tagebau. Die Durchführung erfolgt mittels Förderanlagen und Schwimmbaggern. Entstandene Gruben laufen mit Grundwasser voll. Das gewonnene Material wird durch Siebung aufbereitet und über Silotrichter werden Kippbrücken-LKWs zum Abtransport befüllt.

Am Bootshafen

Freizeit[Bearbeiten]

An dem Großen See befinden sich Stege für Segelboote sowie ein Bootshaus.[2] Baden, Tauchen und Surfen sind die hier möglichen Wassersportarten. Durch die Seenplatte führt der Leine-Heide-Radweg. Daneben werden einige Seen durch Angelsportler genutzt, die zu diesem Zweck Weißfischbesatz ausbringen.

Naturschutz[Bearbeiten]

Die Northeimer Kiesseen liegen zentral zwischen Solling und Harz im Durchzugsgebiet von Wasservogelarten, die von Nordeuropa und Westeurasien über das nördliche Mitteleuropa hinweg bis nach Südwesteuropa ziehen.

Zu den Vogelarten, die hier in den 1970er Jahren während umfangreicher Bestandsaufnahmen Brutversuche unternommen haben, zählen: Haubentaucher, Mäusebussard, Turmfalke, Wasserralle, Flussregenpfeifer, Turteltaube, Eisvogel, Uferschwalbe, Schafstelze, Wiesenpieper, Teichrohrsänger, Dorngrasmücke und Braunkehlchen. Ein Teil der Northeimer Seenplatte ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Freizeitaktivitäten in unmittelbarer Nähe wirken sich jedoch störend für die Vögel aus. Sie weichen daher teilweise auf das EU-Vogelschutzgebiet Hochwasserrückhaltebecken Salzderhelden aus, das nördlich vorgelagert ist.[3]

Am Wasser- und Uferbereich ehemaliger Abbaustellen haben sich neben Vögeln auch Amphibien und Libellen angesiedelt. Eine Beobachtungsplattform befindet sich an der Geschiebesperre bei Hollenstedt an der L572.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank-Ulrich Schmidt: Wasservogelzählungen und Brutbestandsaufnahmen an den Northeimer Kiesseen (1969–1980). In: Northeimer Jahrbuch 1980, S. 6–75
  • Stadt Northeim (Hrsg.): Northeimer Seenplatte. 19-seitige Broschüre, 2. Auflage 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rekultivierung
  2. Bootshaus
  3. Naturschutzgebiet „Wasservogelreservat Northeimer Seenplatte“