Bundesstraße 3

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Bundesstraße 3
Basisdaten
Gesamtlänge: 812 km
Bundesländer: Niedersachsen
Hessen
Baden-Württemberg
Verlaufsrichtung: Nord-Süd
Karte
Verlauf der Bundesstraße 3
Verlauf der Bundesstraße 3

Die Bundesstraße 3 (Abkürzung: B 3) ist eine der längsten Bundesstraßen in Deutschland. Sie beginnt bei Buxtehude, führt über Celle, Hannover, Göttingen, Kassel, Marburg, Gießen, Frankfurt am Main, Darmstadt, Heidelberg, Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg und Freiburg in den Südwesten der Bundesrepublik und endet bei Weil-Otterbach an der Bundesgrenze zur Schweiz.

Im Abschnitt von Darmstadt bis Wiesloch trägt sie den Namen Ferienstraße Bergstraße.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Ursprung

Die Bundesstraße 3 verläuft entlang sehr alter, schon im Mittelalter bedeutender Handelswege. Die Geleitstraße zwischen Frankfurt und Heidelberg gehörte bis 1461 zum Erzbistum Mainz, danach von 1461 bis 1651 zur Kurpfalz. Im Jahre 1661 einigten sich das Erzbistum Mainz und die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt über die Aufteilung der Einnahmen aus dem Straßenzoll: Das Erzbistum Mainz organisierte die Geleitzüge auf dem Abschnitt Frankfurt–Heppenheim zu Zeiten der Frankfurter Messe, die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt organisierte die Geleitzüge zu den übrigen Zeiten.

[Bearbeiten] Ausbau zur Chaussee im 18. Jahrhundert

Aufgrund ihrer Bedeutung wurde die Bergstraße nördlich und südlich von Heidelberg schon ab 1759 zur festen Straße ausgebaut. Da die Fronarbeit der umliegenden Gemeinden nicht die für den Straßenbau erforderliche Qualität brachte, wurden ab 1763 Straßenbauarbeiter aus dem Allgäu angeworben. Ab 1771 wurden auch die Streckenabschnitte im Breisgau zur Kunststraße ausgebaut.

Auch in Norddeutschland wurde die Leinetalstraße zwischen Hannover und Göttingen ab 1768 zur Chaussee ausgebaut. Nach der Hamelner Chaussee (heute B 217) ist diese Straße somit die älteste Kunststraße in Norddeutschland. Ein Jahrzehnt später (1777) wurde die Teilstrecke zwischen Göttingen und Kassel ebenfalls zur Chaussee ausgebaut.

[Bearbeiten] Frühere Strecken und Bezeichnungen

Die Landstraße von Frankfurt nach Basel wurde 1901 als badische Staatsstraße Nr. 1 bezeichnet.

Bei der ursprünglichen Nummerierung 1932 führte die Reichsstraße 3 über den heutigen Streckenverlauf hinaus über Hamburg nach Lübeck. Dieser nördlichste Streckenabschnitt wurde 1937 zum Bestandteil der verlängerten Reichsstraße 75.

[Bearbeiten] Ersetzungen

Im Stadtgebiet Hannovers wurde die Bundesstraße 3 teilweise durch die Bundesautobahn 37 ersetzt; ab Weidetorkreisel bis kurz hinter die Stadtgrenze.

Von Kassel bis kurz hinter Borken wurde auf etwa 40 Kilometern die Bundesstraße 3 durch die weitgehend parallel verlaufende Bundesautobahn 49 ersetzt.

Im Bereich der Stadt Gießen wurde die Bundesstraße 3 zur Bundesautobahn 485 ausgebaut.

Zwischen Egelsbach und dem Offenbacher Kreuz sowie seit 1995 im Stadtgebiet Frankfurt am Main zwischen Friedberger Landstraße und dem Preungesheimer Dreieck führt die Bundesstraße 3 über die Bundesautobahn 661. Der letztgenannte Abschnitt wurde dabei zwischen 1995 und 2001 als Bundesstraße 3a bezeichnet.

[Bearbeiten] Charakteristik

Während die B 3 im Norden eher gerade verläuft und teilweise, wie zwischen Celle und Hannover autobahnähnlich ausgebaut ist und sogar als Messeschnellweg zusammen mit der A 37 und der B 6 dient, wird sie südlich von Hannover schmaler und kurviger.

Von Göttingen bis Kassel ist die B3 stark kurvig. Der Verlauf ist aber landschaftlich sehr reizvoll, vor allem entlang der Fulda zwischen Hann. Münden und Kassel.

Ebenfalls kurvenreich ist sie zwischen Borken und Marburg. Diese Strecke wird auch von sehr vielen LKW benutzt, für die die B 3 eine Abkürzung zwischen Kassel und Gießen bzw. Frankfurt darstellt, was zu einer starken Belastung für die Anwohner der an der B 3 gelegenen Ortschaften geworden ist. Seit Oktober 2006 wurde ein Durchfahrverbot für LKW über 12 Tonnen durchgesetzt. Gleichzeitig wurde bis 2007 jeder Ausbau nach dem allgemein üblichen Standard unterlassen. Eine neue Trassierung ist auch 2008 nicht in der Planfeststellung. Das Durchfahrverbot gilt auf der B 3 von der Anschlussstelle Borken der A 49 bis zur Kreuzung mit der Bundesstraße 62 bei Cölbe.[1] Ab den 1970er- bis Ende der 1990er-Jahre wurde der Streckenabschnitt zwischen Marburg und Gießen abschnittweise als vierspurige Gelbe Autobahn ausgebaut. Auf Grund von Auseinandersetzungen über die Umweltverträglichkeit kam es immer wieder zu Unterbrechungen des Ausbaues und zu einem Verbleib einer zweispurigen Ausbaulücke von 4,6 km bei Weimar (Lahn) zwischen den Ortsteilen Niederweimar und Roth (Lahn).[2] Im Stadtgebiet von Marburg verläuft die Strecke im Bereich des Bahnhofs auf einer Länge von ca. 800 m aufgeständert als Hochstraße.

Streckenweise wird die B 3 südlich von Karlsruhe verlegt. So bestehen bei Baden-Baden und Bühl mittlerweile neue Strecken, die parallel zwischen der alten Streckenführung und der Bundesstraße 36 verlaufen. Abgeschlossene Teilstrecken sind beispielsweise die Strecke um Baden-Baden (inkl. Anschlussstelle BAB A5 Rastatt Süd) und eine Strecke zwischen Achern über Bühl bis Steinbach. Diese werden als B 3 neu bezeichnet. Während die alte B 3 durch die Ortschaften führt (z.B. zwischen erwähnten Neubauteilstrecken aufgrund noch nicht vorhandenem Lückenschluß auf dem Gebiet der Gemeinde Sinzheim) , verlaufen die neuen Teilstrecken an den Ortschaften vorbei.

[Bearbeiten] Planungen

Die B 3 soll bei Celle ab dem Jahre 2009 mittels einer Ortsumgehung [3] verlegt werden. Dafür entfallen die Ampel-Stopps in der Innenstadt. Außerdem wird dadurch der Durchgangsverkehr an Celle vorbeigeleitet und die andauernden Staus im Berufsverkehr der B 3 werden unterbunden. Der Bau begann Anfang 2007. Der erste Teil (Ortsumfahrung Adelheidsdorf) wurde im Juni 2009 fertiggestellt, der letzte (Nordspange bei Groß Hehlen) wird etwa im Jahr 2015 fertig sein.

Schon länger in Vorbereitung ist die westliche Ortsumgehung von Hemmingen. Unterdessen wird als möglicher Baubeginn das Jahr 2009 genannt.

Am 30. Oktober 2007 wurde mit dem ersten Spatenstich der Ausbau der letzten zweispurigen Ausbaulücke von 4,6 Kilometer zwischen den Weimarer Ortsteilen Niederweimar und Roth begonnen. Damit wird der letzte zweispurige Abschnitt der B 3 zu einer vierspurigen Gelben Autobahn zwischen Marburg und Gießen ausgebaut. Dieser soll bis 2009 für den Verkehr fertigstellt werden. Das Ende der Gesamtarbeiten ist für 2010 geplant.[4]

Nach der westlichen Verlegung zwischen Frankfurt, Bad Vilbel und Karben werden die Baumaßnahmen nun bis Friedberg fortgesetzt. Dort soll die B 3 als Ortsumgehung an den ebenfalls schon etwas länger vorhandenen Umgehungsteil von Bad Nauheim anschließen. Wie das Teilstück von Frankfurt bis Karben wird sie zunächst als B 3a bezeichnet. Aktuell (Anfang 2009) sind schon mehrere Brücken errichtet und die Fahrbahn betoniert, 2009 soll die Umgehung von Friedberg fertiggestellt sein. Das Teilstück Friedberg bis Wöllstadt befindet sich bereits im Planfeststellungsverfahren. Vom Ausbauende bei Karben bis Wöllstadt sind die Planungen jedoch noch nicht abgeschlossen. Hier soll sich die Fernverkehrsstraße mitten durch Karben und im engen Bogen um ein Wohngebiet - welches am Hang liegt (Straßberg) - schlängeln. Die Anwohner fordern eine vernünftige Lösung. Über 30 Jahre Diskussion sind auf der Internetseite der Bürgerinitiative "BI B3 am Straßberg" dokumentiert.[5]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. hr-online: Land sperrt 400 km Straße für Lkws, 7. Juli 2006
  2. hsvv.hessen.de: B 3a - Restlückenschluss, Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung (HSVV)
  3. Niedersächsischer Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Ortsumgehung Celle
  4. hr-online.de: Lückenschluss in Mittelhessen, 30. Oktober 2007
  5. Bürgerinitiative "B3 am Straßberg" BI B3 am Straßberg, wird laufend aktualisiert.

[Bearbeiten] Weblinks

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