Landkreis Northeim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Northeim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Northeim hervorgehoben51.749.85Koordinaten: 51° 44′ N, 9° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Northeim
Fläche: 1.267,04 km²
Einwohner: 135.418 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NOM, EIN, GAN
Kreisschlüssel: 03 1 55
Kreisgliederung: 11 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Medenheimer Straße 6-8
37154 Northeim
Webpräsenz: www.landkreis-northeim.de
Landrat: Michael Wickmann (SPD)
Lage des Landkreises Northeim in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Northeim ist ein Landkreis im südlichen Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Er grenzt im Westen an den Landkreis Holzminden, im Norden an den Landkreis Hildesheim, im Osten an den Landkreis Goslar und an den Landkreis Osterode am Harz sowie im Süden an den Landkreis Göttingen und an den hessischen Landkreis Kassel und an den nordrhein-westfälischen Kreis Höxter.

Eine Besonderheit stellt das zur Stadt Uslar gehörende Dorf Fürstenhagen dar. Fürstenhagen ist eine Exklave des Landkreises Northeim, da das Dorf zu etwa ¾ vom Landkreis Kassel und zu etwa ¼ vom Landkreis Göttingen eingeschlossen wird. Die einzige Straßenverbindung nach Fürstenhagen führt vom Landkreis Northeim aus durch das hessische Dorf Heisebeck. Vom Landkreis Göttingen aus erreicht man das Dorf dagegen nur über Waldpfade.

Geologie[Bearbeiten]

Der Landkreis liegt im Weser-Leine-Bergland. Die Leine fließt im östlichen Kreisgebiet im Leinegraben in Süd-Nord-Richtung. Im Nordosten grenzt der Landkreis an die westlichen Ausläufer des Harzes. Durch die Weser wird er im Südwesten begrenzt. Dort liegt auch das Buntsandsteinmassiv Solling. Im zentralen Kreisgebiet wird die ebene Keuperformation des Leinegrabens von kleineren Höhenzügen unterbrochen, die teils aus Muschelkalk (wie die Amtsberge) und teils auch aus Buntsandstein (wie der Ahlsburg) aufgebaut sind.

Naturschutz[Bearbeiten]

Zwischen den beiden Mittelzentren dieses Landkreises, Northeim und Einbeck, bildet die Leineniederung in Verbindung mit den angrenzenden Flächen des Polders I und der Northeimer Seenplatte ein Naturschutzgebiet, das insbesondere für einige Arten von Entenvögeln von nationaler Bedeutung ist. Das Gebiet ist ein zentrales Rastgebiet im Zugkorridor mehrerer Zugvogelarten und ist als Europäisches Vogelschutzgebiet geschützt. Im westlichen Kreisgebiet beginnt der Naturpark Solling-Vogler, zweitgrößtes zusammenhängendes Waldgebiet und Mittelgebirge Niedersachsens, an den Gemeindegrenzen von Bodenfelde, Dassel, Hardegsen und Uslar. Größere Flächen sind ihrem vielfältigen Charakter und ihrer Erholungsfunktion entsprechend als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis wurde 1. April 1885 im Zuge der Neugliederung der preußischen Provinz Hannover aus dem Amt Northeim sowie den Städten Northeim und Moringen gebildet.[2] Am 1. Oktober 1932 wurde er um den Kreis Uslar erweitert. Am 1. Januar 1939 wurde er gemäß einer reichseinheitlichen Ordnung in „Landkreis Northeim“ umbenannt. 1962 wurde der zu Northeim gehörende östliche Teil von Neuhaus im Solling sowie auch Silberborn an den Landkreis Holzminden abgetreten. 1971 wurden die Hannoverschen Klippen an den nordrhein-westfälischen Kreis Höxter abgetreten. 1974 wurde das Gebiet des Fleckens Adelebsen an den Landkreis Göttingen abgetreten. Am 1. März 1974 wurden der Landkreis Einbeck und der Landkreis Northeim aufgelöst und zu einem neuen Landkreis Northeim vereinigt. 1977 kamen die Gemeinde Kalefeld des Landkreises Osterode am Harz und Teile des Landkreises Gandersheim hinzu. Weiterhin kamen durch Gründung der Gemeinde Katlenburg-Lindau Teile des früheren Landkreises Duderstadt hinzu. Als einziger Ort des ehemaligen Landkreises kam Lindau zum Landkreis Northeim hinzu und ist der einzige Eichsfeldort im Landkreis.

Der Landkreis war zuerst dem Regierungsbezirk Hildesheim und ab 1978 dem Regierungsbezirk Braunschweig angehörig, ehe dieser 2004 aufgelöst wurde.

Der Verlauf der Westgrenze des Landkreises lässt sich auf die Westgrenze der Grafschaft Dassel im Hochmittelalter zurückführen.

Seit 2009 prüfen die politischen Institutionen eine Fusion des Landkreises Northeim mit benachbarten Landkreisen und Städten in verschiedenen Konstellationen zu Synergiezwecken. Im April 2012 wurde ein Bürgerbegehren gegen die Fusion bei Landrat Michael Wickmann (SPD) angezeigt.[3] Für das Bürgerbegehren kamen aber zu wenig Unterschriften zusammen.[4] Im Februar 2013 riet der Northeimer Landrat schließlich von einer Fusion ab, die Gespräche wurden beendet, obwohl die rot-grüne Mehrheit im Kreisrat weiter für eine Fusion plädiert.[5] Die Gespräche über eine Dreier-Fusion gelten dennoch als gescheitert. Seitdem steuern die Kreise Göttingen und Osterode eine Zweier-Fusion ohne Northeim an.[6]

Zum 1. Januar 2013 wurde die Gemeinde Kreiensen in die Stadt Einbeck eingemeindet.[7]

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2011[8][9]
Wahlbeteiligung: 56,80 % (2006: 58,48 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,92 %
32,98 %
9,85 %
6,46 %
3,22 %
2,63 %
1,53 %
0,41 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2001
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   6
   4
   2
   0
  -2
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-2,68 %p
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Gemeinsam für Einbeck
g NORTHEIM 21

Kreistag[Bearbeiten]

Die Wahlperiode des Kreistags beträgt gemäß § 28 der Niedersächsischen Landkreisordnung (NLO) 5 Jahre, beginnt am 1. November des Wahljahres einer Kommunalwahl und endet am 31. Oktober des darauffolgenden Wahljahres.[10] Gemäß § 26 NLO besteht der Kreistag aus den Kreistagsabgeordneten sowie der Landrätin bzw. dem Landrat, die bzw. der kraft Amtes ebenfalls Mitglied des Kreistags ist. Gemäß § 27 NLO beträgt die Anzahl der Kreistagsabgeordneten des Landkreises Northeim 50 zuzüglich der Landrätin bzw. dem Landrat. Ab der Kommunalwahl am 11. September 2011 gilt das am 1. November 2011 in Kraft tretende Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG), in dem die Sitzverteilung in § 46 geregelt ist und im Vergleich zur NLO nicht geändert wurde.[11]

Wahlperiode SPD CDU FDP GRÜNE LINKE GfE Northeim 21
1. November 2001 – 31. Oktober 2006[12] 26 22 5 2 n.a. n.a.
1. November 2006 – 31. Oktober 2011[13] 23 19 4 3 1 n.a. n.a.
1. November 2011 – 31. Oktober 2016[14] 21 17 3 5 1 2 1

Die Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen haben eine Gruppe gebildet.[15]

Bezüglich der Bundestagswahlen liegt eine Zweiteilung des Landkreises vor. Während fast der gesamte Landkreis zum Wahlkreis 53 Goslar - Northeim - Osterode gehört,[16] gehören die Stadt Uslar und der Flecken Bodenfelde zum Wahlkreis 47 Hameln-Pyrmont - Holzminden[17].

Landräte[Bearbeiten]

Liste der Landräte des Landkreises Northeim[18]:

Zeitraum Name Partei
1885 – 1890 Alfred Freiherr von Grote
1890 – 1919 Max Kricheldorff
1920 – 1927 Georg Schuster
1927 – April 1930 Hermann Conring
April 1930 – August 1932 Ludolf-Theodor-Erich Kirschbaum
September 1932 – April 1945 Otto von der Schulenburg NSDAP
April 1945 – 2. September 1945 Carl Querfurt SPD
3. September 1945 – 20. September 1945 Karl Bathe*
21. September 1945 – 30. November 1945 Willi Vollbrecht*
1. Februar 1946 – 17. Juni 1946 Erich Danehl* SPD
17. Juni 1946 – 26. Oktober 1946 Georg Diederichs SPD
26. Oktober 1946 – 28. Dezember 1948 Erich Gerlach SPD
28. Dezember 1948 – 4. Dezember 1952 Ernst Carstens
4. Dezember 1952 – 30. November 1953 Hans Engel
30. November 1953 – 30. November 1954 Mannsfeld Thurm
30. November 1954 – 21. November 1955 Hans Engel
21. November 1955 – 26. November 1956 Mannsfeld Thurm
26. November 1956 – 14. Juli 1958 Carl Graf von Hardenberg
14. Juli 1958 – 8. April 1961 Willy Belz
8. April 1961 – 23. Oktober 1964 Ernst Hauk
23. Oktober 1964 – 25. Oktober 1968 Erwin Schmidt
25. Oktober 1968 – 24. April 1973 Wilhelm Gehrke SPD
24. April 1973 – 3. November 1981 Axel Endlein SPD
3. November 1981 – 10. November 1986 Hans-Peter Voigt CDU
10. November 1986 – 31. Oktober 2001** Axel Endlein SPD
seit 2. November 2001*** Michael Wickmann SPD

*: Von der Militärregierung eingesetzt
**: Jeweils 7 Tage Unterbrechung von 1. November 1991 – 7. November 1991 und vom 1. November 1996 – 7. November 1996. Nach Ende seiner Amtszeit wurde er vom Kreistag zum Ehrenlandrat ernannt.
***: Vom 2. November 2001 bis 30. April 2002 war er zunächst ehrenamtlicher, seit dem 1. Mai 2002 ist er hauptamtlicher Landrat des Landkreises Northeim[19] (1. hauptamtlicher Landrat nach Ende des Zweiten Weltkriegs[20]). Die erste reguläre Amtszeit war am 31. Oktober 2011 abgelaufen. Per Kreistagsbeschluss wurde sie bis zum 31. Oktober 2013 verlängert. Hintergrund war die mittlerweile fehlgeschlagene Bemühung um eine Kreisreform mit den Landkreisen Osterode und Göttingen. Bei der Landratswahl am 6. Oktober 2013 erhielt er 51,87 Prozent (2002 = 51,7 %) der abgegebenen Stimmen und wurde damit erneut zum Landrat gewählt. Die neue Amtszeit begann am 1. November 2013 und dauert acht Jahre.

Oberkreisdirektor[Bearbeiten]

Da der Landrat in der nationalsozialistischen Zeit sehr viel Macht ohne ausreichende Kontrolle besaß, wurde von der britischen Militärregierung 1946 der Oberkreisdirektor als Leiter der Verwaltung eingeführt.[20] Aufgrund der Doppelspitze in der niedersächsischen Kommunalverwaltung lag die Verwaltung zeitweilig nicht in den Händen der Landräte, die fortan ehrenamtliche Repräsentanten des Landkreises waren, sondern in der der gewählten Oberkreisdirektoren. Durch die Reform des Niedersächsischen Kommunalverfassungsrechts von 1996 wurde die Abschaffung dieser Doppelspitze beschlossen.[20] Im Landkreis Northeim ist dies mit der Wahl von Michael Wickmann, der seit dem 1. Mai 2002 gewählter hauptamtlicher Landrat ist, geschehen.[21]

Liste der Oberkreisdirektoren des Landkreises Northeim:[18]

Zeitraum Name
Mai 1946 – Oktober 1946 Hartwig F. Ziegler*
November 1946 – Oktober 1958 Erich Michel
November 1958 – Oktober 1970 Friedrich Sauerwein
März 1971 – März 1977 Wolfgang Senger
April 1977 – September 1980 Udo Cahn von Seelen
Oktober 1980 – 1. April 2001** Ralf-Reiner Wiese

*: Von der Militärregierung eingesetzt
**: Wiederwahl am 20. März 1992 für 12 Jahre. Im März 2001 hat Ralf-Reiner Wiese sein Amt mit sofortiger Wirkung an den Kreistag zurückgegeben um dann Altersteilzeit und Freistellungsphase vom 1. April 2001 – 28. Februar 2002 zu nutzen.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Im von Blau und Gold gespaltenen Schild zwei aufgerichtete rotgezungte Löwen in Gegenstellung in verwechselten Farben über einem ebenfalls gespaltenen Schildfuß in gleichfalls verwechselten Farben.“ Das Wappen wurde am 22. Juli 1948 genehmigt.

Die beiden Löwen repräsentieren die beiden Landkreise Northeim und Uslar, die 1932 den neuen Kreis Northeim gründeten. Die rechte Hälfte entspricht der rechten Hälfte des Wappens des Altkreises Uslar. Der Löwe stellt dabei das Wappentier der Welfen dar, die über Jahrhunderte über das hiesige und zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg gehörende Territorium herrschten.

Die Blasonierung der Flagge lautet: „Die obere Hälfte ist blau, die untere gelb; in der Mitte das Wappen des Landkreises.“

Partnerschaft[Bearbeiten]

Seit März 2003 besteht eine Partnerschaft des Landkreises Northeim mit dem Powiat Człuchów (früher Landkreis Schlochau) in Polen.[22]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Landkreis Northeim ist Teil der Region Südniedersachsen, deren Weiterentwicklung die Südniedersachsenstiftung unterstützt.

Die Industrialisierung des Landkreises wurde durch die Lage der Region im Zonenrandgebiet bis zur Wiedervereinigung benachteiligt.

Dementsprechend und aufgrund geeigneter Bodenstruktur tragen Land-, Forst- und Viehwirtschaft nach wie vor zur gesamten Wirtschaftsleistung bei und prägen die Kulturlandschaft des Landkreises. Zudem sind zahlreiche mittelständische Industriebetriebe ansässig.

Der Landkreis ist eine Ziel-2-Region des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Seit 2011 ist er Mitglied der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Durch das östliche Kreisgebiet verläuft die Bundesautobahn 7 HannoverKassel in Nord-Süd-Richtung (4 Anschlussstellen im Kreisgebiet) wie auch die Bundesstraße 3. Die Bundesstraßen 64 und 241 verlaufen in West-Ost-Richtung durch das Kreisgebiet.

Schiene[Bearbeiten]

Im Landkreis Northeim gibt es zwei Schienenknotenpunkte.

In Kreiensen, wo braunschweigisches Territorium das Leinetal schnitt, wurde ein bedeutender Bahnknoten angelegt. Die Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn eröffnete 1856 ihre Strecke von Braunschweig bis hierher und setzte sie 1865 in Richtung Holzminden fort. Heute kreuzen sich hier die Nord-Süd-Strecke und die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen.

Der zweite Knotenpunkt im Leinetal entstand in der Stadt Northeim durch Strecken der Preußischen Staatsbahn. In Northeim kreuzen sich Ost-West-Verbindungen mit der wichtigen Nord-Süd-Achse Hannover–Göttingen. Diese wurde 1854 von der Hannöverschen Staatsbahn erbaut. Seit 1868 wird in Richtung Herzberg - Nordhausen („Südharzstrecke“) gefahren und seit 1878 auch in der Gegenrichtung nach Uslar/Paderborn („Sollingbahn“). Von dieser Linie zweigt seit 1910 die Bahnstrecke Göttingen–Bodenfelde ab.

Allerdings ist mit etwa 35 km Länge die ICE-Neubaustrecke Hannover–Würzburg hinzugekommen. Diese verläuft ebenfalls in Nord-Süd-Richtung durch das östliche Kreisgebiet wie auch die parallel dazu verlaufende alte Nord-Süd-Strecke. Nächster Haltepunkt auf der ICE-Strecke ist Göttingen.

Zu diesem Netz von Hauptbahnen kamen nur noch wenige Nebenstrecken, die inzwischen stillgelegt sind. Die Braunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesellschaft schloss 1879 die Stadt Einbeck an die Bahn im Leinetal an; von dort führte 1883 die Ilmebahn die Gleise bis Dassel in den Solling hinein.

1921/1927 wurde die Bahnstrecke Uslar–Schönhagen (Han) von der Deutschen Reichsbahn eröffnet (9,62 km).

Die Preußische Staatsbahn verband ab 1902 Bad Gandersheim in nördlicher Richtung mit Hildesheim.

Im Jahre 1899 stellte die Kreisbahn Osterode – Kreiensen eine schmalspurige Verbindung zum Nachbarkreis Osterode her.

Ohne die Neubaustrecke der DB umfasste das Eisenbahnnetz vor 1958 in diesem Landkreis 184 km. Davon wurde ein Drittel (60 km) stillgelegt:

  • 1958–1989 schrittweise: Uslar – Schönhagen (Han) 9,62 km
  • 1967: Osterode – Goldbach-Marke – Kalefeld – Kreiensen 22 km
  • 1975: Lamspringe – Gehrenrode – Bad Gandersheim 10 km und Einbeck Mitte – Dassel 14 km
  • 1984: Einbeck-Salzderhelden – Einbeck Mitte (Personenverkehr) 4 km
  • 2002: Dassel – Markoldendorf (Gesamtverkehr) 5 km
  • 2004: Markoldendorf – Juliusmühle (Gesamtverkehr) 2 km

Bus[Bearbeiten]

Der Öffentliche Personennahverkehr des Landkreises wird im Wesentlichen mittels Buslinien durchgeführt. Der Schienenverkehr stellt lediglich eine Ergänzung dar. Alle Schienen- und Busverbindungen gehören zum VSN.

Radwegnetz[Bearbeiten]

Der Europaradwanderweg R1 und der Leine-Heide-Radweg führen durch den Landkreis. Der Weserradweg verläuft in einer Teilstrecke an der westlichen Landkreisgrenze. Ein Wegenetz am Solling ist zur Mountainbikeregion Solling-Vogler zusammengefasst.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Aufgestellte Krankenhausbetten im Landkreis Northeim
Krankenhaus Sitz 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
HELIOS Albert-Schweitzer-Klinik Northeim Northeim 301 290 290 278 273 273 273 275 275 275 250 228
Einbecker BürgerSpital
bis 2012 AWO Sertürner-Krankenhaus Einbeck
Einbeck 158 128 128 118 118 118 118 116 116 116 109 109
HELIOS-Klinik Bad Gandersheim
(ehem. Evangelisches Krankenhaus Bad Gandersheim)
Bad Gandersheim 125 110 92 92 98 110 110 110 110 110 110 100
Gesundheitszentrum Solling-Oberweser (GSO)
(gehörte 2006-2012 zum Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg;
zuvor: Albert-Schweitzer-Krankenhaus Uslar)
Uslar 65 60 60 55 55 51 44 44 38 35 0 0
Gesamt 649 588 570 543 544 552 545 545 539 536 469 437

Am Sultmer Berg nahe dem Segelfluggelände baut der Helios-Konzern von 2012 bis 2014 für rund 70 Millionen Euro einen Neubau eines Krankenhauses, der zu 25 Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert wird. Das bisher innenstadtnahe Areal wird aufgegeben und der Stadt Northeim zur weiteren Stadtteilentwicklung übergeben. Für 2014 sind auch im neuen Klinikum weiterhin 265 Planbetten vorgesehen.[23]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das erst 2008 entdeckte Harzhornereignis erfährt besonderes mediales Interesse. Beliebt sind auch die unter Naturschutz stehenden Erholungsgebiete wie Solling und Northeimer Seenplatte.

Sehenswert sind weiterhin zahlreiche Baudenkmale (→ Kategorie:Baudenkmal im Landkreis Northeim) und Sakralbauwerke. Beispiele zeugen von den Architekturepochen, in denen sie errichtet wurden:

In dem Landkreis ist außerdem ein bemerkenswert breites Spektrum archäologischer Fundstellen nachgewiesen:

  • frühmittelalterliche Hügelgräber (im Forst Winnefeld/Nienover; bei Dassel; bei Wachenhausen; über dem Gandersheimer Gänsegrund) und Wallburgen (über Negenborn/Volksen; Hüburg bei Greene; Vogelsburg bei Vogelbeck; Turmburg bei Trögen)
  • hochmittelalterliche Wüstungen (Wüstungen Schmeessen und Winnefeld im gemeindefreien Gebiet Solling; Stadtwüstung Nienover)
  • Ausgrabung und Teilrekonstruktion einer neuzeitlichen Glashütte am Lakenteich

Zur Pflege kultureller Einrichtungen wurde der Landschaftsverband Südniedersachsen als eingetragener Verein gegründet. Bekannte Museen sind die Blankschmiede Neimke, das Fredelsloher Töpfereimuseum Keramikum und das Portal zur Geschichte. Zu den überregional bedeutenden Kulturveranstaltungen gehören die Gandersheimer Domfestspiele.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Uslar Uslar Bodenfelde Hardegsen Nörten-Hardenberg Katlenburg-Lindau Dassel Moringen Bad Gandersheim Northeim Kalefeld Einbeck Einbeck Landkreis Northeim Niedersachsen Hessen Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Hildesheim Landkreis Goslar Landkreis Osterode am Harz Nordrhein-Westfalen Solling (gemeindefreies Gebiet)Municipalities in NOM.svg
Über dieses Bild

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2012[24].

Einheitsgemeinden

  1. Bad Gandersheim, Stadt (9963)
  2. Bodenfelde, Flecken (3284)
  3. Dassel, Stadt (10.025)
  4. Einbeck, Stadt, selbständige Gemeinde (31.751)
  5. Hardegsen, Stadt (7867)
  6. Kalefeld (6636)
  7. Katlenburg-Lindau (7257)
  8. Moringen, Stadt (7142)
  9. Nörten-Hardenberg, Flecken (8132)
  10. Northeim, Kreisstadt, selbständige Gemeinde (28.843)
  11. Uslar, Stadt (14.518)

gemeindefreies Gebiet

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  3. www.bürgerbegehren-northeim.de, abgerufen am 8. Mai 2012
  4. HNA, 25. Oktober 2012
  5. HNA, 11. Februar 2013
  6. Kreise Göttingen und Osterode streben Fusion an. Die Welt vom 14. Februar 2013. Auf www.welt.de, abgerufen am 19. März 2013.
  7. Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck, Landkreis Northeim. In: Nds. GVBl. Nr. 16/2012, ausgegeben am 26. Juli 2012, S. 268
  8. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/155000_000016/index.html
  9. http://wahlen.kds.de/2006kw/Daten/LKN/5_2_000155000E.html
  10. Niedersächsische Landkreisordnung in der Fassung vom 30. Oktober 2006 (Nds. GVBl. S. 510) (PDF). Abgerufen am 19. März 2011.
  11. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) vom 17. Dezember 2010 (PDF). Abgerufen am 19. März 2011.
  12. Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen: Landkreis Northeim Sitzverteilung Kreistagswahl 2001 - endgültiges Endergebnis, Abgerufen am 19. März 2011.
  13. Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen: Landkreis Northeim Kreiswahl 2006 - endgültiges Endergebnis, Abgerufen am 19. März 2011.
  14. [1], Abgerufen am . März 2011.
  15. Landkreis Northeim: Kreistag. Abgerufen am 23. August 2012.
  16. Der Bundeswahlleiter: Wahlkreis 053 "Goslar - Northeim - Osterode". Abgerufen am 19. März 2011.
  17. Der Bundeswahlleiter: Wahlkreis 047 "Hameln-Pyrmont - Holzminden". Abgerufen am 19. März 2011.
  18. a b 125 Jahre Landkreis Northeim: Landräte und Oberkreisdirektoren des Landkreises Northeim (PDF; 33 kB). Abgerufen am 19. März 2011.
  19. Landkreis Northeim: Der Landrat. Abgerufen am 19. März 2011.
  20. a b c Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport: Verabschiedung Landrat Wächter und Oberkreisdirektor Jahn. Abgerufen am 19. März 2011.
  21. Video: 125 Jahre Landkreis Northeim - Der Film. Abgerufen am 19. März 2011.
  22. Landkreis Northeim: Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde. Abgerufen am 19. März 2011.
  23. http://www.hna.de/anzeigen/specials/regionales/helios-ask/klinik-soll-2014-fertig-sein-2263380.html
  24. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Northeim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien