Nur nicht weich werden, Susanne!

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Filmdaten
Originaltitel Nur nicht weich werden, Susanne!
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1935
Stab
Regie Arzén von Cserépy
Drehbuch Hans Hömberg nach einer Novelle von Peter Hagen alias Willi Krause
Produktion Arzén von Cserépy
Musik Erwin Offeney,
Marc Roland
Kamera Guido Seeber
Besetzung

Nur nicht weich werden, Susanne! ist ein deutscher Spielfilm mit dem Untertitel Eine Groteske aus vergangener Zeit, der ab 1934 von der Berliner Cserepy-Tonfilmproduktion GmbH produziert und am 24. Januar 1935 veröffentlicht wurde.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt im Filmmilieu gegen Ende der Weimarer Republik vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise. Die Titelfigur Susanne ist eine arbeitslose Statistin, die durch einen Regieassistenten eine Nebenrolle in dem Kitschfilm Lieb mich mal in Honolulu findet. Die Produzenten sind Juden, die als geldgierig und lüstern dargestellt werden und zugleich eine illegale Spielbank betreiben. Als ein Besucher Selbstmord begeht, entführen die Filmproduzenten zur Ablenkung Susanne und eine weitere Schauspielerin. Georg, Susannes Verlobter befreit die Frauen. Gemeinsam versuchen sie, die Schuld der Produzenten nachzuweisen. Infolge der in Nur nicht weich werden, Susanne! thematisierten Machtergreifung der Nationalsozialisten werden die Produzenten verhaftet und Susanne und Georg ein Ehepaar.

Interpretation[Bearbeiten]

Der Film entstand in der frühen Phase der nationalsozialistischen Herrschaft noch vor einer relativen Zurücknahme antisemitischer Propaganda um die Zeit der Olympischen Spiele 1936. Eine weitere Welle antisemitischer Filme begann im Jahre 1939.[1]

Der Filmwissenschaftler Karsten Witte hat 1993 über den Film geschrieben:[2]

„Doch es gibt einen deutschen Regisseur. Der kämpft für den ‚sauberen, künstlerischen‘ Film - und will im Studio einen Realismus durchsetzen, den keiner ernst nimmt. (…) Diese dürftige Komödie hat zwei innere Feinde: den jüdischen Mann, dessen erotisches Begehren denunziert wird, und die autonome Frau, deren künstlerische Selbstverwirklichung erst ermutigt, dann erledigt wird. Der ästhetische Gegner heißt Realismus, der unterwandert und dann entkräftet wird (…) Im Dritten Reich soll daraus wieder die formende Kraft des Illusionismus werden.“

Der Kritiker David Stewart Hull vermutet, die offensichtlich schlechte Qualität des Drehbuches habe dazu beigetragen, dass Willi Krause, der seit Februar 1934 die neugeschaffene Position eines Reichsfilmdramaturg bekleidete, bei Propagandaminister Joseph Goebbels in Ungnade fiel, und zum April 1936 abgelöst wurde.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Klaus Kreimeier: Antisemitismus im nationalsozialistischen Film. In: Cilly Kugelmann & Fritz Backhaus (Hrsg.): Jüdische Figuren in Film und Karikatur. Die Rothschilds und Joseph Süss Oppenheimer Thorbecke, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-2317-0
  2. Karsten Witte: Film im Nationalsozialismus. In: Wolfgang Jacobsen, Anton Kaes, Hans Helmut Prinzler (Hrsg.): Geschichte des deutschen Films. Metzler, Stuttgart/Weimar 1993, ISBN 3-476-00883-5, S. 126 (hier zitiert nach Klaus Kreimeier: Antisemitismus im nationalsozialistischen Film)
  3. David Stewart Hull: Film in the Third Reich. University of California Press, 1969, S. 43