Oltcit

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Oltcit ist ein rumänischer Automobilhersteller, der anlässlich der Bukarester Automobilausstellung am 15. Oktober 1981 als Joint Venture von Citroën und dem rumänischen Staat in Craiova gegründet wurde. Zuvor gehörte das Werk dem staatseigenen Automobilhersteller Întreprinderea de Autoturisme an, der ab 1956 Fahrzeuge der Marke Škoda produziert hatte. Bis 1991 hielt Citroën 36 % der Anteile. Der Name setzt sich aus dem der rumänischen Region Oltenia und dem Gründer Citroën zusammen. Neben Fahrzeugen mit dem Namen Oltcit wurden später auch solche mit den Namen Oltena und Rodae hergestellt (die alle dieselbe Karosserie und Innenausstattung hatten).

Modelle[Bearbeiten]

Oltcit Spécial/Club und Citroën Axel[Bearbeiten]

Citroën Axel (1984–1990)
Oltcit Club (1982–1992)

Das erste Modell war der Oltcit Spécial bzw. Club. Er wurde ab Frühjahr 1982 produziert, nachdem er im Oktober 1981 auf einer Messe in Bukarest präsentiert wurde. Dies war ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse und in Rumänien sehr gefragt.

Es waren wahlweise zwei Motoren verfügbar: Ein Boxermotor mit zwei Zylindern, 652 cm³ und 30 PS (22 kW) aus dem Citroën Visa im "Spécial" und ein Vierzylinder-Boxermotor mit 1129 cm³ und 54 PS (39 kW) im "Club", ein Lizenzbau der Motorenfamilie aus dem Citroën GS. Dieses Modell wurde ab 1984 nach Westeuropa unter dem Namen Citroën Axel verkauft. In Rumänien wurde das Fahrzeug unter der Bezeichnung Oltcit bis 1991 unter Beteiligung von Citroën produziert, den Export nach Westeuropa jedoch stellte man bereits Ende 1988 ein.

Eine viertürige Version mit größerem Motor (mit 1,3 l Hubraum) wurde im Frühjahr 1989 als Prototyp der Öffentlichkeit präsentiert, wurde aber wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten nie in Serie gebaut.

PickUp[Bearbeiten]

1989 Oltcit PickUp (auch Oltina). Der Wagen hatte eine nur sehr kurze Ladefläche und hatte es schwer, gegen die Nutzfahrzeuge von ARO und Dacia zu bestehen. Die Produktion des PickUps wurde im Sommer 1995 eingestellt.

Oltena | Rodae[Bearbeiten]

1991 wurde das Jointventure mit Citroën beendet. Die neue staatlich kontrollierte Gesellschaft namens ACSA (Automobile Craiova SA) baute den Wagen als Oltcit bis 1993 weiter. Dann wurde der Name in Rodae Oltena geändert, was auch mit einer Änderung des Logos einherging.

Ende 1993 wurden an den südkoreanischen Hersteller Daewoo 51 % der Anteile der Fabrik verkauft. Das Fahrzeug bekam nochmals ein Facelift und wurde fortan als Rodae vermarktet, was für Daewoo Automobile stand. Es wurden insgesamt ca. 157.000 Stück des "Oltcit" gebaut (ab 1995 sind keine genauen Aufzeichnungen vorhanden). Vom Citroën Axel hingegen nur ca. 60.000 Stück. Im Jahr 1996 endete die Produktion dieses Fahrzeugs. Daewoo baute das Modell Nexia an diesem Standort. Ein geplanter Nachfolger auf Basis des Konzeptmodells Citroën Activa wurde nie in Serie gebaut. Lediglich wenige Studienobjekte wurden für Ausstellungen gefertigt.

Übernahme durch Ford[Bearbeiten]

In Folge der Insolvenz von Daewoo wurde das Werk in Craiova, das zuletzt nur noch im Ersatzteilhandel tätig war, 2006 vom rumänischen Staat übernommen, dem es nach Abschreibung der Altschulden gelang, 2007 die Mehrheitsbeteiligung an Ford zu verkaufen.[1] Im September 2009 wurde die Automobilproduktion wieder aufgenommen.

Quelle[Bearbeiten]

Witt, Peter: Autos und Motorräder zwischen Eisenach und Moskau, 1. Auflage, Verlag Peter Kurze, Bremen (1997), ISBN 3-927485-18-7

Van der Zanden, Thijs: Citroën Axel, 1. Auflage, Verlag CIP-gegevens (2012), ISBN 978-90-815208-0-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oltcit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatliche Beihilfen: Kommission prüft Privatisierung des rumänischen Automobilherstellers Craiova Pressemitteilung vom 10. Oktober 2007 (besucht am 31. Oktober 2010)