Open Source Intelligence

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Open Source Intelligence (OSINT) ist ein Begriff aus der Welt der Geheimdienste. Dabei geht es darum, Informationen aus frei verfügbaren, offenen Quellen zu sammeln und aus der Analyse dieser unterschiedlichen Informationen verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei werden frei zugängliche Massenmedien genutzt, wie zum Beispiel Zeitschriften, Tageszeitungen sowie Radio und Fernsehen, aber auch das Internet und Web-basierte Anwendungen wie Google Earth. Der begriffliche Bezug auf Open Source bedeutet hier lediglich, dass frei zugängliche Informationen genutzt werden; eine Verbindung zu Open Source Software besteht nicht.

Die dazu benutzten Quellen werden unterschieden in Primärquelle Q1 als Augenzeugenbericht, Luftbild, gefilmtes ungeschnittenes Rohmaterial oder selber sehen und hören, Sekundärquelle Q2 als Auswertender- oder berichtender Bericht wie Zeitungsartikel oder Fernsehbeiträge (Berichtender hat mit Augenzeugen gesprochen) und Tertiärquelle Q3 für andere.

Die Vorteile von Open Source Intelligence gegenüber anderen Arten der nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung liegen in den geringeren Kosten, aber auch in dem geringeren Risiko für die damit beauftragten Mitarbeiter[1]. Damit die zahlreichen „Informationsschnipsel“ zu einem Erkenntnisgewinn führen, müssen diese nach ihrer Beschaffung zusammengesetzt und analysiert werden, um daraus das gewünschte „Informationsprodukt“ aufzubauen.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff Open Source Intelligence (OSINT) ist ein Terminus, der aus der internen Diktion der US-Geheimdienste stammt. Es wird seit 2002 sowohl vom Director of National Intelligence als auch dem Department of Defense (DoD) definiert als „produced from publicly available information that is collected, exploited, and disseminated in a timely manner to an appropriate audience for the purpose of addressing a specific intelligence requirement.“[2] Seit dem Jahr 2005 hat auch das U.S. Office of Management and Budget eine eigene Definition.[3]

OSINT-Behörden[Bearbeiten]

Für die Arbeit von US-amerikanischen Geheimdiensten spielt OSINT heute bereits eine große Rolle. In der Regel werden diese Aktivitäten jedoch als „media monitoring“ (Medienbeobachtung), „media analysis“ (Medienanalyse), „internet research“ (Internetforschung) oder „public surveys“ (Öffentliche Studien) bezeichnet, es handelt sich dabei jedoch um Open Source Intelligence. Der Foreign Broadcast Information Service, eine ehemalige Abteilung der CIA, war ein Beispiel für einen Teil eines Geheimdienstes, dessen Aufgabe die Sammlung und Analyse solcher öffentlicher Informationen ist.

Die Library of Congress, die Nationalbibliothek der USA, finanziert die Federal Research Division, die in großem Umfang gegen Gebühr maßgeschneiderte Open Source Untersuchungen für unterschiedliche Behörden durchführt.

Der deutsche Auslandsgeheimdienst, der Bundesnachrichtendienst, bedient sich ebenfalls in der Abteilung Unterstützende Fachdienste (UF) der mit der Nutzung von Open Source Intelligence verbundenen Vorteile.[4]

Auch Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder, wie zum Beispiel Scotland Yard oder die Royal Canadian Mounted Police haben in den vergangenen Jahren eigene OSINT-Abteilungen eingerichtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Publikationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, Fachbereich Wirtschaft, Elektronische Kriegsführung, Spionage und Datenschutz S. 16 (PDF; 175 kB)
  2. As defined in Sec. 931 of Public Law 109-163, entitled, "National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2006."
  3. FAIR Act Inventory Commercial Activities Inventory Function Codes
  4. Bundesnachrichtendienst: Abteilung Unterstützende Fachdienste (UF)