Orden der Heiligen Kyrill und Methodius

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Avers des Kreuzes des Ordens der Heiligen Kyrill und Methodius an der Collane

Der Orden der Heiligen Kyrill und Methodius wurde am 18. Mai 1909 durch den bulgarischen Zaren Ferdinand I. gestiftet und rangierte an erster Stelle der zu vergebenden Auszeichnung des Landes, die ausschließlich an höchste Staatsrepräsentanten zu Verleihung kam.

Nach dem Ende der Monarchie erfolgte in der Sozialistischen Volksrepublik am 13. Dezember 1950 die Stiftung einer Auszeichnung mit der Bezeichnung Orden „Kyrillos und Methodios“, die für Verdienste um die Wissenschaft, Kultur und Bildung vergeben wurde. Am 5. April 1991 wurde dieser nach der kommunistischen Ära abgeschafft. Durch Beschluss der Volksversammlung vom 29. Mai 2003 kam es zur Wiederherstellung der ursprünglichen Form zur Auszeichnung für Verdienste um Wissenschaft, Kultur und Bildung.

Zarenreich (bis 1944)[Bearbeiten]

Ordensklassen[Bearbeiten]

Der Orden wurde in nur einer Klasse gestiftet und besteht aus einem Großkreuz, dass entweder an einer Collane oder an einer Schärpe sowie mit einem Bruststern getragen wurde.

Ordensdekoration[Bearbeiten]

Das Ordenszeichen ist ein Silber vergoldetes hellblau emailliertes byzantinisches Kreuz. In den Kreuzwinkeln sind grün emaillierte Strahlenbündel angebracht, auf denen jeweils eine stilisierte Lilie liegt. Im aufliegenden Medaillon sind die Figuren der Heiligen Kyrill und Methodius nebeneinander stehend zu sehen. Umschlossen ist das Medaillon von einem goldenen Reif von der blau emaillierten Inschrift EX ORIENTE LUX (Aus dem Osten kommt Licht).

Der Bruststern hat die Form eines Malteserkreuzes und ist aus Silber gefertigt. In den Kreuzwinkeln sind lodernde Flammen mit aufgelegter Lilie zu sehen. Auf dem Kreuz waagrecht liegend zwei ausgebreitete goldene teilweise rot emaillierte Schwingen mit einem Heiligengesicht in der Mitte. Senkrecht sind ebenfalls Schwingen zu sehen, die die Bewegung der waagrechten Flügel symbolisieren sollen.

Die Glieder der Collane sind Silber vergoldet und zeigen abwechselnd einen stehenden, nach links gewendeten gekrönten Löwen und ein Lilie.

Verleihungen[Bearbeiten]

Die Anzahl der bulgarischen Ordensritter war auf fünfzehn Personen beschränkt, wobei lediglich neun Verleihungen vorgenommen wurden. Daneben erhielten weitere 52 Ausländer, zumeist Monarchen, diese höchste Auszeichnung.

Volksrepublik (1950-1991)[Bearbeiten]

Kyrill und Methodius-Orden 1. Stufe

Stufen[Bearbeiten]

Die Auszeichnung besteht aus drei Stufen:

  • 1. Stufe - Gold mit rotem Emaille
  • 2. Stufe - Gold mit blauem Emaille
  • 3. Stufe - Silber mit blauem Emaille

Aussehen[Bearbeiten]

Die Auszeichnung ist eine runde Medaille mit rotem oder blauem Emaillegrund. Sie zeigt das Bildnis der Heiligen im Relief. Im Vordergrund links Kyrill, der eine Schriftrolle mit den ersten vier Buchstaben des Kyrillischen Alphabets in den Händen hält. Leicht versetzt rechts dahinter Methodios mit einer Bibel unter dem Arm. Am oberen Rand ist auf der Medaille ein fünfstrahliger Stern zu sehen.

Trageweise[Bearbeiten]

Getragen wird die Auszeichnung an einem hellblauen Band auf der linken Brustseite.

Verleihungen[Bearbeiten]

Am 22. Mai 1951 fand die erste Verleihung dieser Auszeichnung an den bulgarischen Mathematiker Nikola Obreshkov (1896-1963) statt. Alle drei Klassen wurde insgesamt 48.200 mal verliehen.

Republik (seit 2004)[Bearbeiten]

1. Klasse
2. Klasse

Ordensklassen[Bearbeiten]

Der Orden besteht heute aus drei Klassen:

Ordensdekoration[Bearbeiten]

Das Ordenszeichen ist an die Form der Zarenzeit angelehnt. Die Flammen in den Kreuzwinkel sind jedoch nicht mehr mit einer Lilie belegt und im Revers finden sich statt der bekrönten Namenschiffre die Nationalfarben des Landes. Die ersten beiden Klassen sind vergoldet, die 3. Klasse lediglich versilbert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dimitri Romanoff: The Orders, Medals and History of the Kingdom of Bulgaria. Balkan Heritage, Rungsted Kyst 1982, ISBN 87-981267-0-9.
  • Todor Petrov: Bulgarian Orders and Medals 1878–2005. Military Publishing House Ltd., Sofia 2005, ISBN 954-509-317-X.