Otto Gussmann

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Burschenschaftsdenkmal Eisenach

Otto Gussmann (* 27. Mai 1869 in Wachbach, Württemberg; † 27. Juli 1926 in Dresden) war ein deutscher Maler und Professor der Ornamentik und der architekturbezogenen Malerei und Designer, zwischen Expressionismus, Jugendstil und Art déco.

Leben[Bearbeiten]

Der Pfarrerssohn Otto Gussmann nahm nach dem Besuch der Realschule eine Lehre als Dekorationsmaler in Stuttgart auf. Dort besuchte er auch die Kunstgewerbeschule. Im Jahr 1892 wechselte er an die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Vier Jahre später begann er das Studium an der Berliner Hochschule für Bildende Künste.

Nach dem Abschluss seines Studiums machte er sich einen Namen mit neuer architekturbezogener Malerei und Dekoration am Neubau Berliner Reichstags von Paul Wallot. Wallot holte ihn 1897 als Lehrer nach Dresden. Dort wurde er später Professor der Ornamentschule an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste, schließlich sogar Studiendirektor (Rektor) bis zu seinem Tod. Von 1915 bis 1919 war Otto Gussmann Professor an der Dresdner Kunstakademie.

Das Akademische Meisteratelier für dekorative Malerei wurde unter Gussmanns Leitung im Oktober 1910 eröffnet. Er war Gründungsmitglied der Dresdner Künstler-Vereinigung und der Künstlergruppe Die Brücke (1905). Während der Dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung 1906 in Dresden, für die Gussmann das Plakat schuf, gründete sich die Künstlergruppe Die Zunft, der Gussmann ebenfalls beitrat. Als Lehrer der Brücke-Künstler nahm Gussmann an der ersten Brücke-Ausstellung teil. Sein bekanntester Schüler, auch Mitglied der Brücke, war der expressionistische Maler Max Pechstein. Gleichfalls Schüler bei ihm war der Maler und Grafiker Otto Dix.

Im Jahr 1904 hatte Gussmann Gertrud Herzog geheiratete. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Lotte, Fritz und Otto. Gussmann starb 1926 während der Vorbereitungsarbeiten zur Dresdner Kunstausstellung an einem Herzinfarkt. Sein Grab befindet sich auf dem Urnenhain Tolkewitz.

Bedeutende Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Haenel (Hrsg.): Otto Gussmann. 60 Tafeln. Limpert, Dresden 1927.
  • Fritz Löffler: Gussmann, Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 333 f. (Digitalisat).
  • Kurt Proksch: Gussmann. Verlag der Kunst, Dresden 1989.
  • Adolf Smitmans, Anne Peters (Hrsg.): Otto Gussmann: 1869–1926. Städtische Galerie, Albstadt 1992.
  • Timo Niegsch (Red.): Gussmann – Lange – Dix : Albstadts Dresdner Kunst. Galerie Albstadt, Albstadt 2006.
  • K. R. Henker (Hrsg.): Grabmalskunst, 5. Folge, Eine Sammlung von Meisterwerken erschaffen zum Gedächtnis der Toten von Künstlern unsere Tage, Berlin o.J. (TU Berlin Architekturmuseum, Inv.Nr.B. 2363,04).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto Gussmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien