Strehlen (Dresden)

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Wappen von Strehlenmit Reick-Nordwest
Wappen von Dresden
Strehlen
mit Reick-Nordwest

Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 76 von Dresden
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 1′ 38″ N, 13° 45′ 47″ O51.02720833333313.762969444444125Koordinaten: 51° 1′ 38″ N, 13° 45′ 47″ O.
Höhe 125 m ü. NN
Fläche 2,35 km²
Einwohner 10.234 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 4355 Einwohner/km²
Postleitzahl 01219
Vorwahl 0351
Website www.dresden.de
Ortsamtsbereich Prohlis
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B172
S-Bahn S1, S2
Straßenbahn 9, 11, 13
Bus 61, 63, 66, 75, 85

Strehlen ist ein Stadtteil von Dresden im Ortsamtsbereich Prohlis im Südosten der Stadt gelegen. Strehlen grenzt an den innerstädtischen Vorstadtgürtel an.

Am Rande des Ortskerns befindet sich die wichtigste Geschäftsstraße Strehlens, die Lockwitzer Straße. Zusammen mit dem Wasaplatz bildet diese ein Stadtteilzentrum mit Bankfilialen, Einzelhändlern und Gastronomie im Südosten Dresdens.

Strehlen grenzt an die Stadtteile Zschertnitz, Mockritz, Leubnitz-Neuostra, Reick, Gruna, Seevorstadt und Südvorstadt.

Die Gemarkung Strehlen umfasst fast vollständig den Stadtteil Strehlen sowie weiterhin Teile der (statistischen) Stadtteile Gruna, Seevorstadt-Ost/Großer Garten, Südvorstadt-Ost, Räcknitz/Zschertnitz und Leubnitz-Neuostra.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Ort wurde Strehlen urkundlich 1288 zum ersten Mal als Strowelin, das heißt „Ort des Strowela“ erwähnt. 1307 erwarb das Kloster Altzella für seinen Klosterhof in Leubnitz den größten Teil des Dorfes und 1312 noch dazu die Hälfte des Strehlener Vorwerks. Nach der Reformation kam der Ort 1550 als Besitz des Klosterhofes zum Leubnitzer Amt, der unter der Lehnshoheit des Dresdner Rates stand. Infolgedessen erwarben viele Bürger Dresdens in Strehlen Felder und Wiesen und auch durch die Anlage des Großen Gartens musste das Dorf 1676 etwa 59 Hektar seines Gebietes abgeben. Dafür gingen zuvor die Fluren der Wüstung Frankenberg an Strehlen über.

Christuskirche in Strehlen

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zum Wohnort der Oberschicht, es entstanden hier viele der Dresdner Villenbauten, darunter auch einige Prachtbauten an der Parkstraße und der Wiener Straße. Am Wasaplatz gab es sogar eine geschlossene Bebauung im Stil der Jahrzehnte von 1870 bis 1900. Auf dem Gelände des ehemaligen Rothen Hauses, einem Forsthaus mit Schenke, zwischen Bahndamm, August-Bebel-Straße und Franz-Liszt-Straße entstand ab 1860 eine königliche Villa und ein eigener Bahnhof. Dieses Gebiet wurde seit den 1930er Jahren zum militärischen Objekt mit verschiedener Nutzung (z.B. Militärakademie Friedrich Engels oder Musterungsstelle nach der Wende; aber auch zwischen 1945 und 1952 als Sitz der Sächsischen Landesregierung). Die Gebäude südlich der August-Bebel-Straße werden zunehmend von der TU Dresden genutzt.[1] In Strehlen endete am Gasthaus Dorotheenhof die Pferdebahn. Im Strehlen der Jahrhundertwende lebte und arbeitete in der Residenzstraße 20 (heute August-Bebel-Straße) auch der Impressionist Wilhelm Claudius (1854–1942), Urgroßneffe des Dichters Matthias Claudius.

Im Jahr 1892 wurde der Ort nach Dresden eingemeindet. Ausschlaggebend hierfür waren die häufigen Überschwemmungen im Kaitzbachgelände, die den Bau eines Flutkanals zur Lingnerallee notwendig machten. Dies war für die Gemeinde nur gemeinsam mit der Stadt Dresden realisierbar.[2]

Südlich des nun ehemaligen Dorfes entstanden von 1900 bis 1930 geschlossene Wohnsiedlungen, die später auch in offenerer Bauweise als Genossenschaftswohnungen ausgeführt wurden. An der Reicker Straße, wo früher auf den ehemaligen Feldern große Gärtnereien arbeiteten, entstand ab 1980 ein Neubaugebiet (Otto-Dix-Ring), welches oft fälschlicherweise dem Stadtteil Reick zugeordnet ist.

Seit März 2001 steht an der Reicker Straße, umschlossen vom Otto-Dix- und Rudolf-Bergander-Ring, das Einkaufszentrum Otto-Dix-Center (ODC).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten]

Die Strehlener Straße liegt im benachbarten Stadtteil Südvorstadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Einverleibung Strehlens zu Dresden. Albanus, Dresden 1884 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strehlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Autoforschung statt Armeelaster: Die TU Dresden bekommt ein neues Versuchszentrum. Dresdner Neueste Nachrichten vom 1. Oktober 2013. (abgerufen 21. Februar 2014)
  2. Oskar Jähnichen (1833-1893) war über 28 Jahre lang, bis zur widerwilligen Eingemeindung der Gemeindevorstand von Strehlen (nur eine Person!, Die Landgemeindeordnung des Königreichs Sachsen. 1839, S. 62). Laut „dresden.stadtwiki.de“ (abgerufen 21. Februar 2014): Die Oskarstraße „... trägt seit 1888 ihren Namen nach dem einstmals ansässigen Gutsbesitzer Oskar Jähnichen ... {nach Adolf Hantzsch: Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens. 1905, S. 103f Werkansicht SLUB} ... Heute wird die Herkunft aber nach Oskar II., König von Schweden und Norwegen, am Straßenschild angezeigt, denn auch die umliegenden Straßennamen rühren vom schwedischen Königshaus her.“ ... dem Elternhaus der sächsischen Königin Carola.