Otto Martin Torell

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Otto Torell
Gedenkstein für Otto Torell in Rüdersdorf

Otto Martin Torell (* 5. Juni 1828 in Varberg; † 11. September 1900 in Stockholm) war ein schwedischer Geologe, Glaziologe und Polarforscher.

Torell war 1870 bis 1897 erster Direktor der schwedischen geologischen Landesanstalt. Ab 1866 war er Professor für Zoologie und Geologie an der Universität Lund.

Aufgrund von Schliffspuren (Detersion) wies er nach, dass Norddeutschland während des Pleistozän von Inlandeis bedeckt war. Er widerlegte damit die sog. Drifttheorie, die besagte, dass nur einzelne Eisblöcke in ein flaches Meer in Mitteleuropa eindrangen. Die Rüdersdorfer Kalkberge, an denen die Schliffspuren gefunden wurden, sind der klassische Ort der norddeutschen Eiszeitforschung. Torrell stellte seine Thesen zur Inlandeistheorie auf der Sitzung der Deutschen Geologischen Gesellschaft im November 1875 vor.[1]

Torell leitete in den Jahren 1858, 1861, 1864 und 1868 Expeditionen nach Svalbard.[2] Er unternahm auch Expeditionen nach Grönland, Island, Spitzbergen und in die Alpen, wobei er auch Gletscher studierte und viele Vereisungsspuren studieren konnte.

Nach ihm sind Torell-Land und weitere geographische Orte in Spitzbergen sowie der Torell-Stein in Chemnitz benannt. Er war Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesellschaft für Geschiebekunde
  2. Die schwedischen Expeditionen nach Spitzbergen und Bären-Eiland ausgeführt in den Jahren 1861, 1864 und 1868 unter Leitung von O. Torell und A. E. Nordenskiöld, Griesbach, Gera 1874