Rüdersdorf bei Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin
Rüdersdorf bei Berlin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin hervorgehoben
52.47166666666713.78444444444462Koordinaten: 52° 28′ N, 13° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 70,11 km²
Einwohner: 15.117 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 15345 (Lichtenow),
15378 (Hennickendorf, Herzfelde),
15562 (Rüdersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 033638, 033434 (Hennickendorf, Herzfelde, Lichtenow)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 428
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hans-Striegelski-Straße 5
15562 Rüdersdorf bei Berlin
Webpräsenz: www.ruedersdorf.de
Bürgermeister: André Schaller (CDU)
Lage der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Blick auf Rüdersdorf (west)
Blick auf Rüdersdorf (ost)

Rüdersdorf bei Berlin ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg (Deutschland). Das heutige Gemeindegebiet ist identisch mit dem des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Rüdersdorf.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rüdersdorf liegt etwa 30 Kilometer östlich des Berliner Stadtzentrums. Es grenzt im Norden an die Gemeinden Fredersdorf-Vogelsdorf, Petershagen/Eggersdorf und Strausberg, im Osten an Rehfelde, im Süden an Grünheide (Mark) (Landkreis Oder-Spree) und Woltersdorf sowie im Westen an Schöneiche bei Berlin.

Geologie[Bearbeiten]

Rüdersdorf ist seit alters her durch seine in der Mark Brandenburg einmalig vorkommende Kalksteinlagerstätte bekannt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin hat laut Hauptsatzung[2] neben dem Kernort drei Ortsteile:

Dazu kommen die Wohnplätze: Alt Rüdersdorf, Alte Grund, Bergbrück, Berghof, Bergmannsglück, Franz-Künstler-Siedlung, Grünelinde, Hortwinkel, Landhof, Lichtenow Dorf, Rüdersdorfer Grund, Schulzenhöhe, Seebad Rüdersdorf und Tasdorf.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die evangelische Dorfkirche im Ortsteil Kalkberge

Rüdersdorf entstand als eine Gründung der Zisterzienser 1235–1250 im südöstlichen Barnim, wo das Kloster Zinna als Besitzer eines großen Landgebietes zehn Dörfer gründete. In diesem Zeitraum entdeckten der Sage nach Rüdersdorfer Bauern auf ihrer Feldflur das zutage tretende Kalkgestein. Bereits zum Bau des Dominikanerklosters in Strausberg 1254 wurde Rüdersdorfer Kalkstein verwendet. Um 1250 entstand die spätromanische Feldsteinkirche, die mit ihrem trutzigen Wehrturm der älteste noch erhaltene Bau aus der Gründungszeit Rüdersdorfs ist. Urkundlich wurde Rüdersdorf (Roderstorp) erstmals 1308–1319 erwähnt. Mit der Annahme der Reformation durch Kurfürst Joachim II. und der Säkularisierung des Klosters Zinna fiel der gesamte Besitz 1553 an den Landesherrn. In Rüdersdorf entstand in dieser Zeit ein Jagdschloss, als der Kurfürst oft seiner Jagdleidenschaft in den heimischen Wäldern frönte. 1571 wurde der ehemalige Klosterbesitz mit der Gründung des Domänenamtes Rüdersdorf in die kurfürstliche Verwaltung eingeordnet. Während des Dreißigjährigen Krieges brannte das von seinen Bewohnern verlassene Dorf völlig nieder.

1652 waren nach Landreiterstatistik drei Kossäten, vier Freileute, zwei Bergarbeiter, der Bergschreiber und der Pfarrer anwesend. Um 1710 waren wieder alle neu erbauten Höfe im Dorf besetzt. 1734 wurden 246 Bewohner in Rüdersdorf gezählt.

Auf Rüdersdorfer Grund und Boden entstand 1664 am Kesselsee eine kurfürstliche Steinbrecheransiedlung namens „Alter Kalckgrundt“ mit zehn Hausstellen. Einige Jahre später entstand im Tal des Tasdorfer Mühlenfließes eine weitere Steinbrecheransiedlung in der Nähe des alten Bergschreiberhauses namens „Neue Berge“. Für den Ausbau Berlins und Cöllns zur Festungsstadt lieferte Rüdersdorf große Mengen an Kalkstein. Beide Ansiedlungen bildeten den Kern des später gegründeten Bergmannsdorfes Kalkberge. König Friedrich II. ließ, um den Bergbau zu fördern, Häuser für Kolonisten mit der Verpflichtung zur Bergarbeit 1764–1765 erbauen. In Rüdersdorf entstand die Kolonie „Hortwinkel“ 1784–1785 für invalide Soldaten des Königs. Am 12. Mai 1812 brach im Dorf ein Brand aus, der sämtliche Bauernhöfe erfasste. Eine neue Kolonie zwischen Rüdersdorf und dem Hortwinkel war um 1845 im Entstehen. Sie trug als Bergarbeitersiedlung den Namen „Neue Welt“. 1856 hatte Rüdersdorf 1224 Einwohner, davon 13 Bauernfamilien, 105 Arbeiter- und 172 Bergarbeiterfamilien.

Im Juli/August 1887 verbrachte Theodor Fontane seinen Urlaub im Seebad Rüdersdorf am Kalksee. Gasthaus und Seebad waren auf dem Grundstück der alten Ziegelei Kalksee um 1865 neu erbaut worden.

Mit dem Bau der Berlin – Frankfurter Eisenbahn 1841 und der Preußischen Ostbahn 1860, die noch weit ab von Rüdersdorf verkehrten, wurden erstmals neue Reisewege erschlossen. Seit 1877 verband die Dampfschifffahrt die Rüdersdorfer Kalkberge mit Erkner. Neue Straßen, Brücken und Chausseen verbanden Rüdersdorf mit seinen Nachbarorten. 1900 zählte Rüdersdorf 2996 Einwohner. Der Tourismus zu den jährlichen Bergfestfeiern mit Besuch der Kalksteinbrüche und anschließender Sprengung machten Rüdersdorf immer mehr zum Anziehungspunkt.

1908 wurde Kalkberge-Rüdersdorf vom Stummfilm entdeckt. Zahlreiche Filmgesellschaften nutzten die Rüdersdorfer Kalksteinbrüche, den Ort und die Seen als Freiluftatelier. Damit verbunden sind klangvolle Namen von Regisseuren und Filmschauspielern wie Harry Piel, Ernst Lubitsch, Joe May, Harry Liedtke, Pola Negri, Lil Dagover, Maria Carmi, Henny Porten, Hilde Sessak, Hans Albers und Emil Jannings.

Am 31. März 1931 entstand die Großgemeinde Kalkberge (ab 1934 Rüdersdorf genannt) aus den Landgemeinden Kalkberge, Rüdersdorf und Tasdorf mit 10.707 Einwohnern. Sie vereinte in sich sowohl die industriellen Anlagen (Zementfabriken, Kalkwerke und Kalksteinbrüche) wie auch die ländlichen Gebiete der drei Gemeinden.

Von der Gemeinde KALKBERGE 1933 abgestempelte Dienstmarke

1934 begannen die Arbeiten zum Bau der Reichsautobahn mit dem Berliner Ring. 1937 wurde der Ostring mit den mächtigen Brückenviadukten am Talübergang Rüdersdorf eröffnet. Von 1935–1938 erbaute die Preussag Rüdersdorf in der ehemaligen Kiesgrube der Kalksandsteinfabrik Michel eine Siedlung, bestehend aus 70 Wohnhäusern, mit Namen „Bergmannsglück“. 1936 wurden hier 50 Bergarbeiterfamilien aus der Niederlausitz angesiedelt.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 2000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus 16 Nationen in Steinbrüchen der Preussag, im Beton- und im Zementwerk Zwangsarbeit verrichten. Auch sowjetische Gefangene in einem separaten Kriegsgefangenenlager, die unter KZ-ähnlichen Bedingungen lebten, sowie französische und italienische Internierte wurden für kriegswichtige Produktion verwendet.

Am 21. April 1945 wurde Rüdersdorf der Roten Armee übergeben. Bei Bombenangriffen und Kampfhandlungen im Ort starben 35 Menschen, darunter mehrere Kinder. Im Zweiten Weltkrieg fielen 305 Soldaten aus Rüdersdorf. Im Kriegsgefangenenlager Rüdersdorf sind nach 1945 weitere 750 Menschen verstorben.

Im ehemaligen Zementwerk der Preußag in Rüdersdorf wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von der Roten Armee ein Gefangenenlager errichtet, das Mai 1945 mit Zaun und Wachttürmen um das Werk vervollständigt wurde. Im Lager gab es ein zweites Lager, auch abgeschirmt, in dem höhere NSDAP-Kader, KZ-Leiter und -personal untergebracht waren. Im Lager waren etwa 30.000 Gefangene, die auf Holzgestellen in den verschiedenen Geschossen ihren Platz hatten. Das Zementwerk wurde von den Gefangenen demontiert und dann in die Sowjetunion transportiert. Mitte Juni 1945 wurden Soldaten, die unter etwa 17 Jahren waren, aussortiert und in Jugendkompanien gesammelt.[4]

In Rüdersdorf wurde in der Nachkriegszeit der größte baustoffproduzierende Betrieb in der DDR aufgebaut. Die sich in den folgenden Jahrzehnten ausweitende Zementproduktion ging einher mit erheblichen Umweltproblemen. 1953 erhielt der Ort durch den Bau der „Thälmannschule“ erstmals eine Gesamtschule und 1956 ein kulturelles Zentrum mit dem „Martin-Andersen-Nexö-Haus“. In den Jahren 1965–1967 wurden am Kalksee neue medizinische Einrichtungen für den Ort und Kreis erbaut. Es entstand das neue Kreiskrankenhaus mit Kinderstation und Poliklinik.

Mit dem Beschluss, 1969 eine fünfte Drehrohrofenstraße im Zementwerk IV zu erbauen, wurden tief greifende Maßnahmen in der Struktur des Ortsteils Kalkberge notwendig. 1972 begann die Teilortsverlagerung im Bereich der Reden-, Garten-, Breitscheid-, Schulstraße und Straße der Jugend. Sämtliche Grundstücke wurden geräumt und die Bewohner zogen in die Neubauwohnungen in der Brückenstraße. Anfang der 1980er Jahre wurden die Wohnhäuser am Seilscheibenpfeiler und große Teile der Heinitzstraße geräumt und abgerissen. Der Heinitzsee – ehemals ein gefluteter Tagebau – wurde 1975–1976 gesümpft und für den Restabbau genutzt. Damit war nicht nur der einstige Königssee verschwunden, sondern auch die historischen Wohngebiete des Bergmannsdorfes Kalkberge.

In der Wendezeit 1989/1990 und mit der Wiedervereinigung Deutschlands waren auch Politik, Verwaltung und Wirtschaft in Rüdersdorf erheblichen Veränderungen unterworfen.

Mit der Privatisierung des Kalksteintagebaus und der Zementfabriken sowie dem Abriss zerschlissener Fabrikgebäude verbesserte sich die Umweltsituation sehr. Die gravierenden Staubemissionen in Rüdersdorf wurden bis 1995 erheblich gesenkt.

Am 23. September 2008 erhielt die Gemeinde den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Amt Rüdersdorf[Bearbeiten]

Zur Verwaltung der vielen kleinen, damals noch selbständigen Gemeinden in Brandenburg wurden 1992 Ämter gebildet. Der Minister des Innern des Landes Brandenburg erteilte am 13. Juli 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Rüdersdorf.[5] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 21. Juli 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Rüdersdorf und bestand aus vier Gemeinden in den damaligen Kreisen Fürstenwalde und Strausberg:

  1. Hennickendorf
  2. Herzfelde
  3. Lichtenow
  4. Rüdersdorf

Zum 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Hennickendorf, Herzfelde und Lichtenow per Gesetz in die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin eingegliedert, das Amt Rüdersdorf aufgelöst und die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin amtsfrei.[6] Gegen ihre Eingliederung nach Rüdersdorf und den Verlust ihrer Selbständigkeit klagten die Gemeinden Hennickendorf und Lichtenow vor dem Verfassungsgericht des Landes Brandenburg. Die Klagen wurden "teils verworfen, im übrigen zurückgewiesen".[7][8] Amtsdirektorin in den Jahren des Bestehens des Amtes Rüdersdorf war Adelheid Bufe, die frühere Bürgermeister von Rüdersdorf[9]

Religionen[Bearbeiten]

In Rüdersdorf bestehen Gemeindeeinrichtungen der evangelischen, der katholischen und der neuapostolischen Kirche.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahre 1931 wurden die Dörfer Rüdersdorf, Tasdorf (mit Berghof, Schulzenhöhe und Grünelinde) und Kalkberge zur Gemeinde Kalkberge zusammengeschlossen. 1934 erfolgte die Umbenennung in Rüdersdorf bei Berlin. Seit Oktober dem 26. Oktober 2003 sind Hennickendorf, Herzfelde und Lichtenow aufgrund der Gemeindegebietsreform Ortsteile Rüdersdorfs.[11] Eine Klage seitens Hennickendorfs und Lichtenows, welche sich gegen die Eingemeindung richtete, ist vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt worden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung von Rüdersdorf in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. In der historischen Entwicklung sieht man deutlich, wie mit der Entwicklung der Hauptstadt Berlin die Bevölkerung in Rüdersdorf überproportional vom Rest Brandenburgs ansteigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stagniert die Bevölkerung. Seit der Wende und dem Rückgang der örtlichen Industrie sinkt die Einwohnerzahl. Obwohl Rüdersdorf zum „Speckgürtel“ Berlins gehört, gehen sowohl die Statistiker des Landesamtes als auch die Bertelsmann-Stiftung von weiter sinkenden Zahlen aus.

Rüdersdorf bei Berlin:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 9 044
1890 10 742
1910 16 190
1925 17 041
1933 16 926
1939 18 328
1946 16 959
1950 17 624
1964 18 028
1971 18 385
Jahr Einwohner
1981 17 931
1985 18 219
1989 17 998
1990 17 533
1991 16 951
1992 16 786
1993 16 631
1994 16 510
1995 16 338
1996 16 220
Jahr Einwohner
1997 16 394
1998 16 414
1999 16 369
2000 16 256
2001 16 073
2002 16 063
2003 16 098
2004 15 965
2005 15 880
2006 15 782
Jahr Einwohner
2007 15 582
2008 15 484
2009 15 344
2010 15 316
2011 14 916
2012 15 093
2013 15 117

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[12].

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Rüdersdorf besteht nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 aus 28 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:[13]

CDU 7 Sitze
SPD 6 Sitze
Die Linke 6 Sitze
Unabhängiger Bürger Bund (UBB) 4 Sitze
Freie Vertreter Gewerbe (BfB) 2 Sitze
Bürger für Bürger 1 Sitz
Rüdersdorfer Umweltarbeitskreis (RUAK) 1 Sitz
Herzfelder Wählergemeinschaft (HWG) 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Gemäß der aktuellen Gemeindeordnung des Landes Brandenburg wird der Bürgermeister der Stadt alle acht Jahre durch die Bürger gewählt. Gegenwärtig bekleidet André Schaller (CDU) dieses Amt in seiner ersten Amtsperiode. Am 16. November 2003 stellte sich Schaller der Wahl zum Bürgermeister und setzte sich in der Stichwahl mit 61,69 Prozent gegen Jörg Lehmann (SPD) durch.[14]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. August 1995 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold eine bewurzelte grüne Linde, begleitet von zwei roten Schilden, darin vorn gekreuzte Schlägel und Hammer, hinten eine beblättere silberne Rübe.“[15]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaften mit:

Partnerschaften der Ortsteile:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick über den Rüdersdorfer Steinbruch
Blick auf den Museumspark
Schachtofenbatterie, Museumspark Rüdersdorf bei Berlin.
Schachtofenbatterie, Museumspark Rüdersdorf bei Berlin.

In der Liste der Baudenkmale in Rüdersdorf bei Berlin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kulturhaus Rüdersdorf „Martin Andersen Nexö“, erbaut 1954–1956 durch Emil Leibold im neuklassizistischen Stil.[16]
  • Evangelische Kirche in Kalkberge, 1869–1873 im neugotischen Stil nach Entwurf von Friedrich August Stüler errichtet. Die Ausstattung aus der Erbauungszeit ist fast komplett erhalten.
  • Evangelische Hoffnungskirche in Alt-Rüdersdorf, mittelalterlicher Feldsteinbau und das mit Abstand älteste Gebäude Rüdersdorfs
  • Katholische Kirche, 1905 im neuromanischen Stil erbaut, erhielt 1965 eine moderne Ausstattung
  • Im Museumspark:
    • Kanalportale im Industriemuseum Rüdersdorf
    • Rumfordofen I
    • Rumfordofen II (Bohlenbinderhaus)
    • Seilscheibenpfeiler
    • Schachtofenbatterie

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Denkmal für sieben ermordete Gegner des NS-Regimes auf dem Friedhof Kalkberge an der Straße der Jugend, errichtet von der Partnerstadt Pierrefitte

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Seenkette: Kalksee, Hohler See, Großer Stienitzsee, Kleiner Stienitzsee, Kriensee, Kesselsee
  • Flüsse/Kanäle: Mühlenfließ (Stienitzsee-Hohler See), Langerhanskanal (Kriensee-Mühlenfließ), Stolpkanal (Hohler See-Kalksee), Kalkgraben (Kesselsee-Kalksee)
  • Karpfenteich (Museumspark)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rüdersdorfer Bergfest (erstes Juli-Wochenende eines jeden Jahres)
  • Rüdersdorfer Wasserfest
  • Walpurgisnacht im Museumspark Rüdersdorf
  • Rüdersdorfer Frühjahrsregatta
  • Rüdersdorfer Städtepartnerschaftsturnier (Schach)
  • Rüdersdorfer Karneval im Kulturhaus

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personen-Nahverkehr[Bearbeiten]

  • Busverkehr Oder-Spree:
    • Bus 418 Rüdersdorf, Brückenstraße – Rüdersdorf, Krankenhaus ↔ Erkner, Jägerstraße – Erkner, OT Hohenbinde
    • Bus 429 Herzfelde, Kirche ↔ S-Bahnhof Erkner

Autobahn und Bundesstraßen[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Kalksteinwerk
  • Rüdersdorfer Zement GmbH (Abbau und Förderung von Kalkstein und Verarbeitung zu Zement). In Rüdersdorf wird seit über 750 Jahren Kalksteinbergbau getrieben.[17]
  • Die Deutsche-Post-Tochter DHL betreibt in der Ernst-Thälmann-Straße mit über 450 Mitarbeitern ein 40.000 m2 großes Paketzentrum, welches über 100.000 Pakete täglich bearbeitet. Es ist für 65 % des Berliner Raums und angrenzende Brandenburger Landkreise zuständig.[18]
  • Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH (Oberflächenbeschichtungen mit Metallen, Karbiden und Keramiken, Verschleißschutz)

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Im Ort gibt es die Immanuel-Klinik Rüdersdorf (ehemals Evangelisch-Freikirchliches Krankenhaus Rüdersdorf). Der Bau eines Krankenhauses war im Januar 1907 von einem Zweckverband der Gemeinden Rüdersdorf, Kalkberge, Tasdorf, Herzfelde, Woltersdorf und Hennickendorf beschlossen worden, am 12. November 1909 wurde es eröffnet. Ab 1945 war es bis zur Übernahme durch kirchliche Träger nach der politischen Wende 1989/90 Kreiskrankenhaus. 1962 wurde in Waldlage in der Nähe des Kalksees mit einem Krankenhausneubau mit angeschlossenem Ambulatorium begonnen, das am 17. Dezember 1969 übergeben wurde und zu einer merklichen Verbesserung der Versorgung im Gebiet Fürstenwalde/Strausberg sorgte. 1991 kam es zur Gründung der Krankenhaus und Poliklinik Rüdersdorf GmbH als Tochtergesellschaft der Immanuel-Krankenhaus GmbH, die das Immanuel-Krankenhaus in Berlin betreibt. 1995 kam in unmittelbarer Nachbarschaft die Reha-Klinik Klinik am See hinzu. 2009 wurde ein Neubau der Immanuel Klinik Rüdersdorf eröffnet, der das im März/Mai 2010 abgerissene Krankenhaus aus DDR-Zeiten ersetzt hat. Ungewiss ist die Zukunft der an das alte Krankenhaus angeschlossenen Poliklinik, die allerdings beim Abriss des Krankenhauses stehenblieb.

Durch die Krankenhäuser, die ein recht großes Einzugsgebiet mit mehreren Senioren- und Pflegeheimen haben, ist Rüdersdorf Sterbeort bekannter Persönlichkeiten wie Harald Juhnke oder Klaus-Jürgen Wussow.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Kienitz: Rüdersdorf. Die Reihe Archivbilder. Erfurt 2000
  • Eva Köhler: Rüdersdorf. Die Kalkhauptstadt am Rande Berlins. Berlin 1994
  • Margrit Höfer, Gerd Markert: Rüdersdorf bei Berlin. Einst und Jetzt. Culturcon-Medien, Berlin/Wildeshausen 2010, ISBN 978-3941092-44-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin vom 26.02.2009 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg – Gemeinde Rüdersdorf
  4. Fritz Pietrowiak: Nur der Wille zählt. edition fischer, Frankfurt/Main 2009, ISBN 978-3-89950-445-3, S. 69–87.
  5. Bildung der Ämter Gartz/Oder, Bad Liebenwerda, Mühlberg/Elbe, Plessa, Märkische Schweiz, Premnitz, Rüdersdorf, Scharmützelsee, Steinhöfel/Heinersdorf Elsterland, Kleine Elster und Falkenberg Uebigau. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 21. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 54, 31. Juli 1992, S. 970/1.
  6. Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5. GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.82), geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187)
  7. Kommunale Verfassungsbeschwerde gegen die Eingliederung der Gemeinde Hennickendorf in die Gemeinde Rüdersdorf – Urteil vom 15.12.2005 VfGBbg 172/03
  8. Kommunale Verfassungsbeschwerde gegen die Eingliederung der Gemeinde Lichtenow in die Gemeinde Rüdersdorf – VfGBbg 188/03
  9. Rüdersdorf bei Berlin
  10. [tt_news=469&cHash=ea3b2c5ef9 Neu gestaltete Kirche in Rüdersdorf.] Neuapostolische Kirche Berlin-Brandenburg, 16. November 2009, abgerufen am 30. November 2013: „Nach umfangreicher Modernisierung des Kirchengebäudes in Rüdersdorf feierte Bezirksapostel Wolfgang Nadolny, Leiter der Gebietskirche Berlin-Brandenburg, am Sonntag, den 8. November 2009 mit der Gemeinde den ersten Gottesdienst. Nach dem Umbau finden in Petershagen keine Gottesdienste mehr statt, mit dem Wiederbezug der Rüdersdorfer Kirche wurde die Gemeinde Petershagen in den Gemeindebereich Rüdersdorf eingegliedert.“
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  12. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  13. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  14. Webseite Landeswahlleiter Brandenburg
  15. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  16. 50 Jahre Kulturhaus "Martin Andersen Nexö" in Rüdersdorf bei Berlin. In: Gemeindemagazin Rüdersdorf bei Berlin 2006. Stadtmagazin BS GmbH, 28. August 2010, abgerufen am 30. November 2013.
  17. 750jähriges Jubiläum des Kalksteinbergbaus in Rüdersdorf. Landesregierung Brandenburg Staatskanzlei, 2. Juli 2004, abgerufen am 30. November 2013.
  18. DHL Frachtzentrum Rüdersdorf. In: „Paketda.de“. Abgerufen am 30. November 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rüdersdorf bei Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien