Panzerbüchse Typ 97

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Panzerbüchse Typ 97
AT rifle Type 97 1.JPG
Allgemeine Information
Einsatzland: Japan
Herstellerland: Japan
Produktionszeit: seit 1937
Waffenkategorie: Panzerbüchse
Ausstattung
Gesamtlänge: 2100 mm
Gewicht: (ungeladen) 52,2 kg
Lauflänge: 1200 mm
Technische Daten
Kaliber: 20 × 125 mm
Mögliche Magazinfüllungen: 7 Patronen
Munitionszufuhr: Wechselmagazin
Kadenz: 12 - 21 Schuss/min
Ladeprinzip: Gasdrucklader
Listen zum Thema

Die Panzerbüchse Typ 97 (japan. 九七式自動砲 Kyūnanashikijidōhō, dt. etwa „automatische Kanone Typ 97“) war eine Panzerabwehrwaffe, die von der Kaiserlich Japanischen Armee während des Zweiten Weltkrieges eingesetzt wurde. Die Modellbezeichnung bezieht sich auf die Einführung im Jahr 2597 seit der Gründung des Kaiserreiches um 660 vor Christus, nach westlichem Kalender also 1937.

Technik[Bearbeiten]

Diese Waffe markiert das obere Ende der Leistungsskala der ballistischen Panzerbüchsen. Um eine möglichst hohe panzerbrechende Wirkung zu erzielen, wurde ein sehr großes Kaliber gewählt. Die Panzerbüchse arbeitete selbstladend und verschoss nur Dauerfeuer, während die damalige offizielle Bedienungsanweisung beschrieb, dass der Abzug der Waffe bei jeder Schussgabe betätigt werden sollte. Das alles trieb das Gewicht in die Höhe, sodass mindestens drei Soldaten vonnöten waren, um sie tragend zu transportieren. Dazu wurden zwei Tragenstangen in die Waffe eingefügt und diese wie eine Bahre angehoben. Für die Munition standen panzerbrechendes Wuchtgeschoss und Sprenggranate zur Verfügung, da die Waffe auch ungepanzerte Ziele bekämpfen sollte.

Trotz des hohen Gewichtes, des Gasdrucklade-Mechanismus und einer Mündungsbremse war der Rückstoß enorm. Um ihn zu bewältigen, wurde am Kolben eine rückwärts gerichtete Stütze angebracht, die tief im Boden zu verankern war. Das Magazin wurde von oben eingesetzt. Damit war ein niedriger Anschlag möglich, eine Stellung hob sich nur wenig von Boden ab und war schwer zu orten. Auf eine Entfernung von 300 m konnten Stahlpanzerungen von etwa 30 mm Dicke durchschlagen werden. Somit waren die Geschosse nur bei leichten Panzern wirkungsvoll, jedoch schon nicht mehr bei mittelschweren Modellen wie dem M4 Sherman. Es wurden nur etwa 400 Stück gefertigt, die vor allem gegen Landungsfahrzeuge wie den LVTs der amerikanischen Streitkräfte im Pazifik zum Einsatz kamen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Military Intelligence Division, War Department (USA), Japanese infantry weapons, Special Series, no. 19, 1943, „MODEL 97 (1937) 20-MM ANTI-TANK-RIFLE“ auf den Seiten 170 bis 177, ISBN 978-0-8071-2013-2   (Online abrufbar)