Paradox (Warez-Gruppe)

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Ein Crack von Paradox

Paradox (Eigenschreibweise: PARADOX, abgekürzt PDX) ist eine Demo- und Warez Release Group. Sie zählt zu den aktivsten organisierten Gruppen, die illegale Cracks zum Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen bei Computer- und Videospielen in Umlauf bringt.

Geschichte[Bearbeiten]

Paradox wurde Ende 1989 von ehemaligen Mitgliedern der dänischen Gruppe Trilogy (Bad Boy, Black Hawk, Tas, Pcsu, QRD) sowie der französischen Gruppe M.A.D (Olivier, Stinger, The Surge, Clash, Tagada) gegründet. In ihrer Anfangszeit war die Gruppe vor allem auf das Cracken von Amiga-Software spezialisiert. Später kamen auch das Sega Mega Drive und das Super Nintendo Entertainment System hinzu. Nachdem die Gruppe sich 1991 auflöste, da viele aktive Mitglieder zu Quartex wechselten, wurde sie von Max MAXiMiLiEN Louarn und den ehemaligen Quartex-Mitgliedern Black Hawk und Paragon wieder ins Leben gerufen. Paradox veröffentlichte Cracks für Computerprogramme und -spiele auf der PlayStation, PlayStation 2, PlayStation Portable, Dreamcast,[1] Nintendo 64, Nintendo GameCube, Wii, Xbox und Microsoft Windows. Im Mai 2005 gelang es Paradox als erster Warez-Gruppe, den Kopierschutz der UMD-Datenträger für PlayStation-Portable-Spiele auszuhebeln.[2] Im PC-Bereich war eine BIOS-Emulation von Paradox 2007 die erste Möglichkeit, den Aktivierungszwang des Betriebssystems Microsoft Windows Vista zu umgehen, ohne dafür das BIOS selbst verändern zu müssen.[3]

Sowohl die originären Gründer Olivier, Clash und Tagada, als auch der spätere Paradox-Neugründer Maximilien Louarn wurden aufgrund ihrer Tätigkeiten festgenommen. Während Olivier, Clash und Tagada für die Nutzung der Blue Box in Frankreich festgenommen wurden, wurde Louarn erstmals wegen der Raubkopie von Super-Nintendo-Spielen 1993 verhaftet.[4] Ein Jahr später wurde er wegen Telefonkartenbetrug an der MCI Communications, in dem unter anderem auch Kim Schmitz verwickelt war,[5] in den USA festgesetzt und verurteilt.[6][7][8] Das Paradox-Mitglied tyson wurde im kanadischen Neufundland und Labrador ein Ziel der Operation Buccaneer, einer internationalen Großrazzia in 27 Städten und fünf Ländern im Dezember 2001.[9][10]

Demoparty-Awards[Bearbeiten]

Einige der von Paradox veröffentlichten Demos gewannen erste Plätze bei internationalen Wettbewerben der Demoszene.

  • 1. Platz Alcatraz Pentcost 1990
  • 1. Platz Saturne 1994 (Amiga 64)
  • 1. Platz Euskal 2001 (Wild Compo)[11]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Newton: The Encyclopedia of High-Tech Crime and Crime-Fighting: From Airport Security to the Zyx Computer Virus ISBN 0-8160-4978-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warezgruppen-Dokumentation auf sega-dc.de
  2. Golem.de: PSP: UMD-Verschlüsselung von Warez-Gruppe geknackt?
  3. Panagiotis Kolokythas: Windows Vista endgültig geknackt? OEM-BIOS wird emuliert, PC-Welt, 5. März 2007
  4. Gérard Petitjean: Super-Mario et les pirates. Le Nouvel Observateur. 12. Januar 1995. Archiviert vom Original am 31. Oktober 2008. Abgerufen am 30. Juli 2014.
  5. Reza Rafati: The Ringleader: Kim (Owner Megaupload) involved in calling card fraud investigation in the nineties. Cyberwarzone. 21. Januar 2012. Archiviert vom Original am 25. Mai 2013. Abgerufen am 30. Juli 2014: „Secret Service agents in Washington nabbed Frenchman Max Louarn in a sting for another calling-card scheme.“
  6. Phone card scam figure sentenced. In: The Free Lance-Star, 13. Februar 1995. 
  7. Hacker Sentenced. The Washington Post. 12. Februar 1995. Abgerufen am 30. Juli 2014.
  8. Telecommunications Fraud Leader Sentenced. Abgerufen am 30. Juli 2014.
  9. Spiegel.de: "Drink or Die": Fünf Jahre Knast für den Internet-Piratenchef?
  10. Jan Krömer, Evrim Sen: No copy: die Welt der digitalen Raubkopie. Klett-Cotta 1999, Seite 213, 3. Auflage, ISBN 3608500294
  11. Ergebnisse der Demo-Competition der Euskal 9