Paul Hector Mair

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Paul Hector Mair, auch Paulus, (* 1517 in Augsburg; † 10. Dezember 1579 ebenda) war Schreiber im Dienst der Stadt Augsburg, ab 1541 auch Stadtkassierer und ab 1545 auch Proviantmeister.

Leben[Bearbeiten]

Er sammelte alte Waffen und Fechtbücher (z.B. kaufte er 1544 Jörg Wilhalms Handschrift, 1556 den Codex Wallerstein) und kam schließlich auf den Gedanken, die "Feinheit der Lehre" in einem neuen, alles bisherige übertreffenden Kompendium festzuhalten. Dazu warb er zwei erfahrene Fechter an, die alle ihm bekannten Techniken nachprüfen und verfeinern mussten, bis sie in perfektionierter Form abgemalt werden konnten. Dieses Unternehmen erwies sich als enorm aufwändig, und er gab dafür den größten Teil des Vermögens und Einkommens seiner Familie aus. Als Maler engagierte er Jörg Breu den Jüngeren, dessen Anwesenheit in Augsburg ab 1543 gesichert ist. Mair war eine bekannte Figur in Augsburg, und gab aufwändige Feste und Empfänge, zum Teil finanziert durch Unterschlagungen aus der Stadtkasse. Entdeckt wurden diese nach einem Streit mit einem Amtsgehilfen, nach welchem die Bücher überprüft wurden, und 1579 wurde er, 62-jährig, als Dieb gehängt.

Drei Versionen seines Kompendiums sind erhalten, alle in zwei Bänden; eine lateinische Version, eine deutsche Version und eine synoptisch lateinisch-deutsche. Alle drei entstanden nach 1542, wahrscheinlich ab 1543 oder 1544, für welche Jahre die Anwesenheit Jörg Breus in Augsburg gesichert ist.

Außerdem erhalten ist eine kürzere, spätere Handschrift, angefertigt nach Aufzeichnungen des Anton Rast, die Mair 1552 erworben hatte. Rast († 1549) war Schwertfeger in Nürnberg und wahrscheinlich identisch mit einem 1522 erwähnten Hauptmann der Marx-Brüder.

Die private Amberger Collection in Baltimore, Maryland, enthält weiterhin ein 17-seitiges Fragment einer illustrierten Fechthandschrift, die Mairs Umfeld zugeordnet werden kann. Während die Illustrationen zum größten Teil den bei Egenolph veröffentlichten Holzschnitten ähnlich sind, weisen die ursprüngliche falsche Zuordnung des Ms. an Dürer, die abgebildeten Waffen, sowie eine nicht in Egenoplph abgebildete Illustration darauf hin, dass es sich um die Kopie eines früheren, evtl. Dürer zugänglichen Manuskripts handeln könnte.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]