Paul Jonas (Bankier)

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Paul Jonas (* 19. Februar 1830 in Schwerinsburg; † 21. Januar 1913) war ein deutscher Jurist und Bankier.

Paul Jonas

Leben

Paul Jonas stammte aus einer ursprünglich jüdischen Familie aus Schwerinsburg, aber schon sein Großvater war vom Judentum zum Christentum konvertiert. Sein Vater Ludwig Jonas, ein protestantischer Theologe, war mit der ältesten Tochter des Grafen Heinrich von Schwerin-Putzar verheiratet und sein Bruder war der spätere Literaturhistoriker Fritz Jonas. Seit 1833 predigte Ludwig Jonas in der St. Nicolai-Kirche zu Berlin, wo er mit liberalen Überzeugungen hervorstach.

Anders als sein Vater widmete sich Paul Jonas dem Studium der Rechtswissenschaften, und zwar an den Universitäten Berlin, Heidelberg und Halle. In Berlin schloss er sich 1850 dem Corps Marchia an.[1] 1857 wurde er Gerichtsassessor in Breslau, dann Regierungsassessor. 1859 berief man ihn ins preußische Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. 1863 wechselte er als königlicher Eisenbahndirektionspräsident in die preußische Bahnverwaltung.

Nach dem frühen Tod seiner ersten Ehefrau Henriette Adelheid Lehr (1842–1867) heiratete Jonas 1869 die Tochter eines Zuckerfabrikanten, Helene Honig, eine Cousine seiner ersten Frau.[2]

1880 wechselte Paul Jonas auf Bestreben seines Schwagers Adelbert Delbrück in den Vorstand der Deutschen Bank. Dort wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Beteiligung der Deutschen Bank am Bau der Northern Pacific Railway in den USA zu verwalten. Jonas erwies sich mit seiner auf Sicherheit bedachten und risikoscheuen Natur sehr bald als Gegenpol zu Georg von Siemens, der noch erheblich stärker ins Ausland expandieren wollte. Von Siemens bezeichnete Paul Jonas in diesem Zusammenhang als Mühlstein an seinem Halse. 1887 kam es zum endgültigen Bruch mit Georg von Siemens, woraufhin Jonas aus dem Vorstand ausschied. Bis 1910 blieb er im Aufsichtsrat.

Die Deutsche Bank war nicht das einzige Institut, in dem sich Paul Jonas engagierte. 1882 war er Geschäftsführer der Kurfürstendamm-Gesellschaft, die Immobilienhandel in den Berliner Stadtteilen Grunewald und Westend betrieb. Die Deutsche Bank unterhielt die größte Beteiligung an der Aktiengesellschaft Kurfürstendamm.

Paul Jonas verfügte über zwei Villen: Die eine in der Berliner Tiergartenstraße 7, das vormalige Wohnhaus Werth, sowie die andere in der Kulmstraße 20 in Heringsdorf auf Usedom. 1912 wurde Jonas im Jahrbuch der preußischen Millionäre ein Vermögen von über drei Millionen Mark zugeschrieben.

Literatur

  • Birgit Jochens: Die Kaiserbäder auf Usedom: ein Vorort Berlins.
  • Erich Achtenberg: Berliner Hochfinanz. Kaiser, Fürsten, Millionäre um 1900. Frankfurt/M. 1965.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1960, 4, 291
  2. Der Stammbaum der Familie Bennecke