Paula Fox

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Paula Fox (* 22. April 1923 in New York City) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, die in New York lebt. Lange Zeit war sie vergessen, heute sieht man sie als eine Klassikerin der Moderne.

Leben[Bearbeiten]

Die Eltern – der Vater Paul Fox (Stückeschreiber für die Filmindustrie in Hollywood) war irischer Abstammung, die Mutter Elsie Fox, geborene de Sola (Schauspielerin) stammte aus Kuba – kümmerten sich nicht um sie. Wenige Tage nach ihrer Geburt gaben die sehr jungen Eltern den Säugling in einem Findlingsheim ab. Später ließen sie Paula von einem Geistlichen aufziehen, Pater Elwood (der Journalist war), der zu ihrer wichtigsten Bezugsperson wurde. Er vermittelte dem Mädchen Bildung und gab ihr Halt. Im Alter von sechs Jahren kam Paula in ein Kinderheim nach Kalifornien. Zwei Jahre später zog sie auf eigenen Wunsch zur Familie ihrer Mutter nach Kuba, wo sie mit ihrer Großmutter lebte und Spanisch lernte. Dort teilte sie ein sehr einfaches Leben vorwiegend mit dem Personal einer Zuckerrohrplantage. 1933 kehrte sie zusammen mit ihrer Großmutter nach New York zurück, nachdem es auf Cuba Unruhen gegeben hatte. Mit 12 Jahren war Paula Fox bereits auf neun verschiedene Schulen gegangen. Sie lebte abwechselnd in Kalifornien, New York, Cape Cod und Florida. Im Alter von 20 Jahren bekam sie eine Tochter, die sie im Alter von drei Jahren zur Adoption freigab. Im letzten Kapitel von In fremden Kleidern beschreibt sie die Suche nach dieser Tochter und das bewegende erste Treffen mit Linda, als diese eine junge Frau ist. Heute ist Paula Fox in dritter Ehe verheiratet, mit dem Literaturkritiker und Übersetzer Martin Greenberg. Sie leben in Brooklyn, New York. Paula Fox hat drei Kinder und mehrere Enkelkinder – eines davon ist die Sängerin Courtney Love.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2008 wurde Ein Bild von Ivan mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Kinderbuch ausgezeichnet.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Neben Kinderbüchern, für die sie mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet wurde, schreibt sie Romane. In Deutschland bekannt sind vor allem:

  • Was am Ende bleibt (Desperate Characters, 1970); C. H. Beck Verlag, München 2000 ISBN 3-406-46060-7
  • Kalifornische Jahre (The Western Coast, 1973); C. H. Beck Verlag, München 2001 ISBN 3-406-47152-8
  • Lauras Schweigen (The Widow's Children, 1976); C. H. Beck Verlag, München 2002 ISBN 3-406-48703-3
  • Luisa (A Servant's Tale, 1984); C. H. Beck Verlag, München 2005 ISBN 3-406-53549-6
  • Der Gott der Alpträume (The God of Nightmares, 1990); C. H. Beck Verlag, München 2007 ISBN 978-3-406-55614-2
  • In fremden Kleidern: Geschichte einer Jugend (Borrowed Finery: a memoir, 2001) C. H. Beck Verlag, München 2003, ISBN 3-406-50271-7; Autobiographie
  • Ein Bild von Ivan (Portrait of Ivan, 1969); Boje Verlag, Köln 2007 ISBN 978-3-414-82059-4; Jugendbuch
  • Die Zigarette und andere Stories (News from the World: stories and essays, 2011), aus dem Amerikanischen von Karen Nölle und Hans-Ulrich Möhring, C. H. Beck Verlag, München 2011 ISBN 978-3-406-61289-3
  • Der kälteste Winter (The Coldest Winter: A Stringer in Liberated Europe, 2005) C.H.Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54208-4; Autobiographie 1946−1947

In ihren 153 Seiten starken Erinnerungen Der kälteste Winter beschreibt Paula Fox ihre Erfahrungen als junge Frau im Nachkriegseuropa 1946. Sie reiste im Auftrag einer britischen Nachrichtenagentur und nutzte die einjährige Reise zu einer Recherche des Nachkriegselends und ihrer eigenen Wurzeln.

In ihrem meisterhaften Roman Was am Ende bleibt schildert sie, wie sich das fragile Zusammenleben eines gutsituierten, kinderlosen US-amerikanischen Ehepaares durch eine Kleinigkeit, einen Katzenbiss, in alltägliches Grauen verwandelt.

Mit In fremden Kleidern erzählt Paula Fox autobiographisch von ihrer Kindheit und Jugend. Ein weiterer Roman, der die Kindheit thematisiert, ist Paul ohne Jakob.

Ihr in den USA am meisten beachtetes Buch ist der von der Sklaverei handelnde Jugendroman The Slave Dancer (1973); dt. Sklavenfracht für New Orleans (Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1979) und Jessies Melodie (Köln: Boje, 2013; ISBN 978-3-414-82249-9).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]