Pazuzu

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Assyrische Darstellung von Pazuzu im Musée du Louvre aus dem 1. Jahrtausend v. Chr.

Pazuzu ist ein Dämon der babylonischen und assyrischen Mythologie.

Mythologie[Bearbeiten]

Er galt als Personifikation des kalten Windes und brachte Fieber und Kälte. Er wird als Sohn des Hanbu bezeichnet und wird mit löwenähnlichem Kopf, den Füßen eines Adlers, schlangenköpfigem Penis, einem Skorpionsschwanz und vier Flügeln dargestellt. Bei der einzigen Ganzkörperdarstellung weist eine Hand nach oben, die andere nach unten, was in hermetischen Spekulationen der Neuzeit als Hinweis auf den Grundsatz: „Wie oben, so unten“ gedeutet wurde. Normalerweise wird jedoch nur sein löwenartiger Kopf dargestellt.

Pazuzu schaut über eine Beschwörungsplakette von Lamashtu. Lamashtu plaque 9163

Er wird als Gegner Lamaštus beschrieben, die Mutter und Kind im Kindbett bedroht, und wurde daher von diesen auf Schutzamuletten dargestellt, getragen. Er erinnert damit an die Funktion des ägyptischen Dämons Bes, welcher eventuell ein Vorläufer sein könnte[1].

Verwendung in der Neuzeit[Bearbeiten]

Pazuzu ist auch der Name des Dämons, der im Film Der Exorzist Besitz von einem jungen Mädchen ergreift. In einer der ersten Einstellungen ist auch eine Statue von ihm zu sehen. Diese Statue wurde später von der Band Gorillaz wieder verwendet.

Im zweiten Band der Comic-Serie Adeles ungewöhnliche Abenteuer des französischen Zeichners Jacques Tardi wird ein bizarrer Pazuzu-Kult im Paris kurz vor dem Ersten Weltkrieg aufgedeckt. Ebenfalls trägt einer der Gegner Batmans in der Storyline Niemandsland von Dino Comics aus dem Jahr 2000 den Namen Pazuzu (ist dort ein Helfershelfer von Nick Scratch, einem Bösewicht).

In der Zeichentrickserie Futurama erschafft Prof. Hubert Farnsworth einen lebenden, fliegenden Wasserspeier, der auf den Namen Pazuzu hört.

Der Name Pazuzu wird auch von der polnischen Death-Metal-Band Behemoth als ein Titel auf dem Album The Apostasy aufgegriffen.

Baphomet nach einer Phantasie von Éliphas Lévi – Abbildung in seinem Werk Dogme et Rituel de la Haute Magie (1854)

Éliphas Lévis Baphomet soll unter anderem an Pazuzu angelehnt sein, was durch dessen Armhaltung und Flügel ersichtlich ist.

Der Name Pazuzu taucht außerdem im aktuellen Perry-Rhodan-Roman-Zyklus auf und beschreibt eine künstliche Intelligenz auf der Basis von Nanotechnologie, welche als „Flaschengeist“ auftritt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pazuzu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heeßel 2002, S.85