Der Exorzist

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Dieser Artikel behandelt den Film aus dem Jahr 1973. Für die Romanvorlage siehe Der Exorzist (Roman).
Filmdaten
Deutscher Titel Der Exorzist
Originaltitel The Exorcist
Exorzistlogo.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1973
Länge 122 Minuten
Altersfreigabe FSK 18[1][2]
FSK 16 nach Neuprüfung
JMK 16 (Director's Cut)
Stab
Regie William Friedkin
Drehbuch William Peter Blatty
Produktion William Peter Blatty
Noel Marshall
Musik Jack Nitzsche
Mike Oldfield
David Borden
George Crumb
Hans Werner Henze
Krzysztof Penderecki
Anton Webern
Steve Boeddeker
Kamera Owen Roizman,
Billy Williams
Schnitt Norman Gay
Evan A. Lottman
Bud S. Smith
Besetzung

Der Exorzist ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1973. Er basiert auf dem Roman Der Exorzist von William Peter Blatty, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Der Exorzist zählt zu den größten Filmerfolgen der frühen 1970er Jahre und löste weltweit Diskussionen aus. Am 26. Dezember 1973 kam der Film in den Vereinigten Staaten in die Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Auf einer nordirakischen Ausgrabungsstätte entdeckt der kranke Jesuitenpater Lankester Merrin eine Dämonenfigur.

Während er darüber mit einem Kollegen in einem Museum redet, bleibt eine Pendeluhr stehen. Beunruhigt kehrt Merrin nach Georgetown zurück, einem Stadtbezirk von Washington D.C. Der ebenfalls in Georgetown lebende Jesuitenpater Damien Karras leidet darunter, dass seine greise Mutter einsam in einem verwahrlosten Mietshaus in New York lebt und er sie nicht überreden kann, in ein Seniorenheim zu gehen. Als sie von ihrem Bruder in eine armselige Irrenanstalt gebracht wird und bald darauf stirbt, macht Karras sich noch größere Vorwürfe. Er zweifelt an Gott und will sich von seinen Pflichten als psychiatrischer Berater der Georgetown University entbinden lassen. Zur gleichen Zeit stößt ein anderer Priester in der Kirche auf eine geschändete Marienstatue.

Die Filmschauspielerin Chris MacNeil ist für Dreharbeiten von Hollywood nach Washington D.C. gekommen und hat ihre 12-jährige Tochter Regan dabei. In der Stadtvilla, die sie in Georgetown bewohnen, werden sie von dem Kindermädchen Sharon Spencer und den Hausangestellten Karl und Willie Engstrom umsorgt. Chris ist geschieden. Mit dem Regisseur Burke Dennings sei sie nur befreundet, erklärt sie ihrer Tochter, als diese schon glaubt, sie bekomme einen Stiefvater. Nachts hört Chris Geräusche vom Dachboden und lässt Karl Fallen auf dem Dachboden aufstellen, weil sie davon ausgeht, dass es sich um Ratten handelt. Aber es wird kein Ungeziefer gefunden.

Während einer medizinischen Untersuchung bei Dr. Klein flucht Regan und sagt, er solle 'seine Finger von ihrer gottverdammten Fotze lassen'. Als Dr. Klein darüber mit Chris redet, kann sie es sich kaum vorstellen, denn sie kennt Regan nur als wohlerzogenes und liebenswürdiges Mädchen. Dr. Klein verschreibt Regan Ritalin gegen Hyperaktivität. Die Verhaltensstörungen verstärken sich dennoch: Regan wird immer aggressiver und ausfallender. Dr. Klein vermutet, dass die 12-jährige an einer Anomalie des Schläfenlappens leidet, aber Röntgenaufnahmen ergeben keinen Befund. Von der Konsultation eines Psychiaters rät Dr. Klein ab, stattdessen nimmt er weitere Untersuchungen des Gehirns vor.

Eines Abends hat Chris Freunde und Kollegen eingeladen. Plötzlich taucht Regan im Nachthemd auf, uriniert vor den Gästen auf den Teppich, und prophezeit einem Astronauten mit den Worten: Du wirst da oben sterben den Tod. Regans Zustand verschlimmert sich immer mehr, und als Chris eines Abends nach Hause kommt, findet sie Regan allein in ihrem Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster vor. Kurz danach kehrt das Kindermädchen Sharon zurück, das auf Regan aufpassen sollte, und erklärt ihre Abwesenheit damit, Medikamente für Regan besorgt zu haben, während Regisseur Dennings, der sich zufällig im Haus aufgehalten habe, bei Regan geblieben sei. Dieser ist jedoch nicht im Haus. Chris und Sharon erhalten kurz darauf die Nachricht, dass seine Leiche am Fuße einer Steintreppe unterhalb von Regans Zimmerfenster gefunden wurde. Polizei-Lieutenant William F. Kinderman vom Morddezernat untersucht den Fall und findet es merkwürdig, dass Dennings' Kopf um 180 Grad verdreht ist. Weil er annimmt, dass Dennings aus Regans Zimmerfenster stürzte, befragt er Chris MacNeil. Doch die Schauspielerin ist völlig davon überzeugt, dass der mit ihr befreundete Regisseur nicht in Regans Zimmer war. Mit eigenen Augen sieht Chris, wie das Bett, in dem ihre Tochter liegt, von unsichtbaren Kräften herumgerüttelt wird. Dr. Klein versucht das zunächst mit Spasmen des Mädchens zu erklären, aber Chris hat das Vertrauen zu ihm verloren. Weitere Ärzte und schließlich auch ein Psychiater werden hinzugezogen. Alle Untersuchungen und Beratungen bleiben ergebnislos.

Da schlägt einer der Ärzte vor, es mit Exorzismus zu versuchen. Dies sei zwar eine fragwürdige Methode und habe nichts mit den von der Kirche behaupteten Vorgängen zu tun, aber hin und wieder könne so eine Teufelsaustreibung durch die suggestive Wirkung psychosomatische Störungen beseitigen. In ihrer Verzweiflung und Angst um ihre Tochter wendet sich Chris an Damien Karras. Sie ist inzwischen davon überzeugt, dass Regan in ihrer Besessenheit Dennings umgebracht hat. Der Jesuit weigert sich zunächst, das aus dem Mittelalter stammende Ritual überhaupt in Betracht zu ziehen, aber Chris drängt ihn, sich ihre inzwischen auf dem Bett festgebundene, schrecklich verunstaltete, blasphemische, obszöne, schreiende, geifernde und sich windende Tochter Regan anzusehen. Durch mehrere Besuche kommt der unter Glaubenszweifeln leidende Geistliche zu der Überzeugung, dass Regan tatsächlich von einem Dämon besessen ist. Bischof Michael erlaubt den Exorzismus unter der Bedingung, dass er von einem erfahrenen Pater wie Lankester Merrin vorgenommen wird und Karras nur als Assistent mitwirkt. Die beiden Jesuiten beginnen mit der Teufelsaustreibung.

Als Karras nach kurzer Abwesenheit wieder in Regans Zimmer zurückkommt, findet er Merrin tot vor. Da fällt er mit den Worten "Nimm mich!" wütend über die Besessene her, der Dämon springt auf ihn über und der Exorzist stürzt sich durch das Fenster auf die Steintreppe. Karras erhält in der Stunde seines Todes die Absolution von Pater Dyer, der ihm die Beichte abnimmt. Regan ist vom Bösen befreit und wieder ein liebenswürdiges Mädchen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Wie erst später bekannt wurde, ist die besessene Regan, aus Gründen des Jugendschutzes, in manchen Szenen nicht von Linda Blair, sondern von Eileen Dietz gespielt worden.

1977 kam die Fortsetzung des Films mit dem Titel Exorzist II – Der Ketzer in die Kinos. Der zweite Teil mit Linda Blair, Richard Burton und Louise Fletcher konnte nicht an den Erfolg des Originals anschließen.

1980 erschien eine 18 Minuten lange Selected-Scenes-Edition von Warner Bros. auf Schmalfilm. Diese wirkt wie ein überlanger Trailer und zeigt die Höhepunkte aus dem ganzen Film. Der Handlungsstrang blieb dabei erhalten. Ein Jahr später folgte eine 3 x 110 m Fassung mit einer Spieldauer von ca. 47 Minuten. Beide Fassungen wurden in englischer, deutscher und spanischer Sprache international vertrieben, wobei die Kopien für den deutschsprachigen Raum ebenfalls in den USA gefertigt wurden. Die 18-Minuten-Fassung enthielt Szenen, die in die 47-Minuten-Fassung übernommen werden konnten, wobei dann eine ungefähre Gesamtlaufzeit von 52 Minuten entstand. Die Schmalfilmfassungen konzentrieren sich auf die wesentlichen Inhalte und Schauderszenen des Originalfilms. An einer Stelle wurde die Reihenfolge von Szenen geändert.

Im Jahr 1990 wurde schließlich die zweite Fortsetzung Der Exorzist III veröffentlicht, bei der Jason Miller als Patient X in einer Nebenrolle zu sehen ist. Regie führte William Peter Blatty, und als Vorlage diente dessen eigener Roman Legion (dt. Titel: Das Zeichen).

2001 erschien der Director’s Cut von Der Exorzist in den Kinos – eine um 10 Minuten längere und digital überarbeitete Version. Die Teufelsfratze, die in kurzen Zwischensequenzen erscheint (und sich im Director’s Cut während einer Nachtszene auf der Dunstabzugshaube der Küche zeigt), wird von Eileen Dietz verkörpert, die für Rollen mit aufwändiger Maske in vielen Filmen bekannt wurde und auch anstelle von Linda Blair die berüchtigtsten Szenen während Regans Besessenheit spielte. Der Film wurde durch die Digitalisierung des Films neu synchronisiert.

Im November 2004 erschien mit Exorzist: Der Anfang ein Prequel zur bisherigen Filmreihe. Gezeigt wird die erste Begegnung von Pater Lankester Merrin (Stellan Skarsgård) mit einer dämonischen Macht in Afrika. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wartet dieser Film mit einer Vielzahl von spektakulären Spezialeffekten auf. Regie führte Renny Harlin.

Im Oktober 2005 erschien ein weiteres Prequel auf DVD (Dominion: Exorzist – Der Anfang des Bösen), welches eine alternative Version zu Exorzist: Der Anfang ist. Dieser Film war die ursprünglich gedrehte Version von Exorzist: Der Anfang, der aber dem Studio und Testpublikum nicht gefallen hat, weshalb mit einem neuen Drehbuch fast der ganze Film noch einmal neu gedreht wurde.

Kritiken[Bearbeiten]

„Auf Angst und Schrecken spekulierender Psychoschocker, der seinem Thema mit den Mitteln des perfekt inszenierten Horrorfilms beizukommen versucht.“

Lexikon des internationalen Films

„Man kann nicht bestreiten, dass ‚The Exorcist‘ ein Publikum wirklich mitreißt; und trotzdem ist es ein billiger und minderwertiger Film – häufig ungeheuer plump in seiner Unfähigkeit, auch nur glatte Szenenanschlüsse zustandezubringen –, der nichts von der Professionalität besitzt, die den älteren und sicher konventionelleren Film über Besessenheit, ‚The Lady and the Monster‘, auszeichnete. Trotz all seines Hokuspokus gelingt es ‚The Exorcist‘ nicht, den Teufel fürchterlicher erscheinen zu lassen als die Vampirin in Carl DreyersVampyr‘. Es ist wohl ein Symptom für unsere wirre Zeit, daß die Leute in ‚The Exorcist‘ gerannt sind, um sich Angst machen zu lassen, weil sie schreien wollten, verschreckt und angeekelt wieder herauskommen, aber irgendwie doch stolz darauf, daß sie es ausgehalten haben.“

William K. Everson: Klassiker des Horrorfilms[3]

„Dieser Horror hat keine Gestalt, wird für den Betrachter nicht personifiziert, sondern äußert sich – in der kleinen Regan, also ausgerechnet in einem Kind, einem jungen Menschen, der seine Unschuld noch nicht verloren hat. Das absolut Böse, das nicht mit sich reden oder handeln lässt, das unweigerlich sein Unwesen treibt, nistet sich dort ein, wo man es am wenigsten erwartet. Du wirst nicht unschuldig bleiben, vermittelt der Dämon, Du wirst so schuldig werden wie Deine Eltern. Friedkin lässt dem Zuschauer keine Wahl, keinen Ausweg, keine Hoffnung. Er entzaubert jegliche Form von Wissenschaft, von Erklärung, Logik, Vernunft, Verstand, um deren Konsequenzen um so drastischer zu offenbaren. Hier liegt u.a. die zeithistorische Bedeutung des Films. Der Glaube an die vollständige Erklärbarkeit der Welt durch Wissenschaft, Technik, der Fortschrittsutopismus werden radikal gebrochen und als Aberglaube enthüllt.“

Ulrich Behrens: filmstarts.de[4]

Deutsche Synchronisation[Bearbeiten]

Darsteller Rolle Sprecher (Originalfassung)
Linda Blair/Eileen Dietz Regan Teresa MacNeil Simone Brahmann/Hanne Wieder
Ellen Burstyn Chris MacNeil Agnes Fink
Max von Sydow Pater Lankester Merrin Dieter Borsche
Jason Anthony Miller Pater Damien Karras Michael Degen
Lee J. Cobb Lt. William F Kinderman Arnold Marquis
Robert Symonds Dr. Taney Hansjörg Felmy
Wallace Rooney Bischof Michael Wolfgang Büttner
Barton Heyman Dr. Klein Manfred Schott
Reverend William O'Malley Pater Dyer Harald Leipnitz
Reverend Thomas Bermingham Universitätspräsident Tom Charles Regnier

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1974 zwei Oscars für das Beste Drehbuch und für den Besten Ton. Ferner gab es Nominierungen in den Kategorien Bester Nebendarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Regie, Bester Schnitt, Bester Film.

Der Film erhielt vier Golden Globes (Bester Film; Beste Regie; Bestes Drehbuch; Beste Nebendarstellerin) und war für drei weitere nominiert (Beste Hauptdarstellerin; Bester Nebendarsteller; Beste Nachwuchsdarstellerin).

Weitere Preise waren:

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“.

2010 wurde Der Exorzist als ein besonders erhaltenswerter US-amerikanischer Film in das National Film Registry aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Frank Trebbin: Die Angst sitzt neben Dir - Gesamtausgabe. 1 Auflage. Schönwalde 1998, ISBN 3-929234-03-3, S. 820. Filmbesprechung auf Seite 182
  2. ofdb.de: Fassungsansicht Kinostart, abgerufen am 6. Dezember 2013
  3. William K. Everson: Klassiker des Horrorfilms. Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-10205-7, S. 249. (OT: Classics of the Horror Film)
  4. Ulrich Behrens: Kritik zu "Der Exorzist" bei Filmstarts.de
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