Pelasger

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Als Pelasger (griechisch Pelasgoí Πελασγοί) wurde in der Antike eine der ältesten Bevölkerungen Griechenlands bezeichnet. Unabhängig davon, ob es tatsächlich je ein klar definierbares Volk dieses Namens gab, benutzt die zeitgenössische Forschung Pelasger manchmal als Bezeichnung für prähistorische nicht-griechischsprachige Gruppen auf der südlichen Balkanhalbinsel.

Wohnsitze[Bearbeiten]

Pelasger sind schon bei Homer erwähnt. Demnach lebten Pelasger im thessalischen Argos ("Pelasgisches Argos") [1], Larisa [2], womit wahrscheinlich das thessalische Larisa, eventuell aber auch ein gleichnamiger Ort in der Troas gemeint ist [3], Dodona[4] (in Epirus) und auf Kreta [5].

Dodona wird auch von Hesiod als Sitz der Pelasger angegeben (frg. 212). Ferner beschreibt er Pelasgos, den Stammvater der Pelasger, als autochthon (frg. 43). Schwierigkeiten bereitet sowohl der modernen Forschung als auch schon antiken Autoren die Bemerkung Hesiods, dass Pelasgos der Vater des Lykaon gewesen sei (frg. 44), da dieser in Arkadien lebte, was nicht zu den Gegenden passt, in denen Homer die Pelasger ansiedelt.[6]

Herodot schreibt, dass der erste Name Griechenlands Pelasgía (griechisch Πελασγία) gewesen sei,[7] und nennt Palasger als Bewohner von Plakia und Sykale am Hellespont[8], Samothrake[9], Dodona[10], Arkadien, Argos, Lesbos[11] sowie Lemnos und Imbros[12]. Außerdem erwähnt Herodot (im Zusammenhang mit Plaka und Sykale - I, 57, s.o.) Pelasger, den Tyrsenern benachbart, in Kreston. Die Lage von Kreston ist ungeklärt, nach herrschender Meinung ist es im Bereich der Chalkidike anzunehmen. Zudem behauptet Herodot, die Bewohner Attikas seien pelasgischen Ursprungs.[13] Die Sprache der Pelasger sei, nach den Pelasgern zu seiner Zeit zu urteilen, eine nichtgriechische gewesen.[14]

Die Forschung geht davon aus, dass es bereits bei Herodot teilweise zu Verwechslungen der Pelasger mit den Tyrsenern gekommen ist (s. u.). Bei späteren Quellen ist es - sofern sie nicht Aussagen älterer, bereits angeführter Autoren wiederholen - noch schwieriger zu entscheiden, ob sie Pelasger oder andere alte Bevölkerung meinen. Zunehmend wurde auch "pelasgisch" auch als Synonym für sehr alt benutzt. Von römischen Autoren werden Pelasger teilweise sogar mit griechischer Bevölkerung gleichgesetzt. Als zusätzliche zu den oben genannten Regionen, die nach Quellen ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. von Pelasgern besiedelt gewesen sein sollen, sind: Böotien, Teile der Argolis, Sikyon, Orte in West-Kleinasien sowie viele Regionen bzw. Städte in Italien, von der Po-Ebene bis nach Süditalien.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Pelasger waren sesshaft und trieben Ackerbau und Viehzucht, rodeten Wälder, ebneten Felsen, trockneten Sümpfe aus, legten in fruchtbaren Talebenen Städte mit festen Burgen an, die meist den Namen Larissa führten, und erbauten – so die späteren Quellen – die ältesten Bauwerke (zyklopische Mauern). Auf der Westseite des Ägäischen Meeres war es der Stamm der Minyer am Pagasitischen Golf, der zuerst Unternehmungen zur See versucht haben soll, die in der Argonautensage verherrlicht wurden.

Sie verehrten – wiederum nach Aussage der viel späteren griechischen Quellen – als höchsten Gott Zeus, den Aither, den leuchtenden Himmel, ohne Bild und Tempel auf hoch ragenden Berggipfeln. Die Vielgötterei und der Anthropomorphismus der späteren Zeit waren ihnen fremd. Ihr Name wurde von dem der Hellenen verdrängt, in dem sich die Stämme der Ionier, Achaier, Aioler und Dorer vereinigt haben sollen, und sie verschmolzen mit diesen.

Interpretation[Bearbeiten]

Wie viel Wahrheit in diesen Berichten steckt, ist seit langem umstritten. Die zahlreichen Erwähnungen bei antiken Autoren belegen vielleicht, dass in archaischer und wohl auch noch klassischer Zeit, als die frühen Quellen entstanden, eine Bevölkerung mit vermutlich nicht-griechischem Idiom in einigen Gegenden Griechenlands wohl noch fassbar war. Da sich die Pelasger allerdings sonst nicht nachweisen lassen (zum Beispiel archäologisch, denn die „zyklopischen Mauern“ stammen nicht von ihnen, sondern von den mykenischen Griechen der Bronzezeit), konnte die moderne Forschung zum Pelasger-Problem bisher kaum Näheres herausfinden.

Der Name bezeichnet in Teilen der Forschung keinen homogenen oder besonderen Volksstamm mit einheitlicher Sprache, sondern die Reste der Bevölkerung Griechenlands vor der Einwanderung der Indogermanen, die sich zu Beginn der klassischen Antike Griechenlands noch nicht vollständig assimiliert hatten und daher - z. B. sprachlich - noch von der übrigen Bevölkerung unterscheidbar war. Ein vorindogermanische Ursprung der Pelasger ist jedoch nicht unumstritten. Griechische Quellen betrachteten die Pelasger mehrheitlich als eigenes, sehr altes Volk, jedoch gleicher Abstammung mit den Hellenen, wie z. B. in Attika, Ionien und anderen Landschaften viele Geschlechter sich ihres angeblichen pelasgischen Ursprungs rühmten.

Gleichsetzungen[Bearbeiten]

Versuche, die Pelasger mit den in ägyptischen Texten aus der Zeit Ramses III. erwähnten Peleset, die zu den Seevölkern gehörten und sehr wahrscheinlich mit den Philistern identisch sind, in Verbindung zu bringen, sind umstritten und vor allem etymologisch zweifelhaft. Besonders eine zur Gleichsetzung notwendige Umwandlung des "g" in Pelasger zu einem "t" in ägyptischen Quellen - dort werden die Philister mit den Konsonanten plst wiedergegeben - lässt sich nur schwer erklären [15]

Sprache[Bearbeiten]

Zur Frage, welche Sprache (oder Sprachen) die Pelasger verwendeten, siehe Ägäische Sprachen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ellis Hesselmeyer: Die Pelasgerfrage und ihre Lösbarkeit. Franz Fues, 1890.
  •  F. Lochner-Hüttenbach: Die Pelasger (Arbeiten aus dem Institut für vergleichende Sprachwissenschaft in Graz). Wien 1960.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homer, Ilias 2, 681.
  2. ebenda 2, 840ff.
  3. F. Lochner-Hüttenbach: Die Pelasger, 1960, S. 98 f. (mit weiteren Literaturangeben zur Kontroverse).
  4. Homer, Ilias 16, 233.
  5. Homer, Odyssee 19, 177ff.
  6. Lochner-Huttenbach, a.a.O, S. 101f.
  7. Herodot, Historien II, 56.
  8. ebenda, I, 57.
  9. ebenda II, 51.
  10. ebenda, II, 51ff.
  11. ebenda, IV, 145.
  12. ebenda, V, 26.
  13. ebenda, I, 57.
  14. ebenda.
  15. Lochner-Hüttenbach, Die Pelasger, S. 141ff.