Penelope (Mythologie)

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Statue von Penelope im Vatikan, Rom

Penelope (griechisch Πηνελόπη, bei Homer auch Πηνελόπεια) ist in der griechischen Mythologie die Frau des Odysseus und die Mutter des Telemachos. Ihre Eltern sind Ikarios und Periboia (abweichend davon wird auch Astrodia als Mutter genannt[1]). Der Name setzt sich angeblich zusammen aus den griechischen Wörtern πήνη (pēnē = Gewebe) und λέπειν (lépein = abreißen, abschälen).

Penelope, eine spartanische Prinzessin, war das Muster einer treuen Ehefrau. Sie wusste ihre zahlreichen Freier, zu denen vor allem Antinoos und Eurymachos gehörten, während der Irrfahrt ihres Gatten zu vertrösten, indem sie vorgab, sie müsse erst ein Totentuch für ihren Schwiegervater Laertes weben. Doch in der Nacht trennte sie immer wieder auf, was sie am Tag gewebt hatte. Das ging über drei Jahre gut, bis die treulose Dienerin Melantho sie verriet und die Freier sie bei ihrem nächtlichen Treiben überraschten (Odyssee II 93-110; XIX 134-156).

Die Odyssee endet mit der Heimkehr des Odysseus (auf den Penelope 20 Jahre warten musste) sowie der Bestrafung der Freier und der treulosen Dienerinnen.

Nach dem Tod des Odysseus heiratete Penelope dessen Sohn Telegonos, den er mit der Zauberin Kirke während seiner Irrfahrt gezeugt hatte, und wurde durch ihn die Mutter des Italos. Penelope erhielt von Kirke die Unsterblichkeit.

Rezeption[Bearbeiten]

Alessandro Scarlattis Oper Penelope la Casta wurde Ende des 17. Jahrhunderts in Italien uraufgeführt. Gabriel Fauré schrieb eine Oper mit dem Titel Pénélope, die 1913 in Monte Carlo uraufgeführt wurde. Rolf Liebermanns Penelope (Opera semiseria, Libretto von Heinrich Strobel, UA bei den Salzburger Festspielen 1954) stellt die Frau in den Mittelpunkt der Handlung. Eine Erzählung, die aus moderner Sicht und im Gegensatz zur Odyssee das Schicksal der Penelope erzählt, ist The Penelopiade von Margaret Atwood. Inge Merkel verarbeitete den Stoff in ihrem Roman von 1987 mit dem Titel Eine ganz gewöhnliche Ehe. Odysseus und Penelope.

Literatur[Bearbeiten]

Rezeption
  • Gerlinde Ulm Sanford:Zur Kontinuität des kulturellen Erbes. Inge Merkels Penelope. Ein antikes Frauenschicksal gesehen aus moderner Sicht. New York 2004. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Penelope – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pherekydes in Scholien zu Homer Odyssee 1,275; 4,797; 15,16