Perseiden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Perseiden[1]
Aktivitätszeitraum 17. Juli bis 24. August
Aktivitätsmaximum 12. August
Radiantenposition
des Maximums
RA: 3 h 12 m
DE: +58°
ZHR 100
Populationsindex 2,2
geozentrische Geschwindigkeit 59 km/s

Die Perseiden [pɛrseˈiːdn̩] (Laurentiustränen, Tränen des Laurentius) sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen um den 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. Der scheinbare Ursprung dieses Stroms, der Radiant, liegt im namensgebenden Sternbild Perseus.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung und Auftreten [Bearbeiten]

Das Sternbild Perseus kann am Nachthimmel folgendermaßen gefunden werden: von der fünf Mal verlängerten Hinterachse des Großen Wagens über den Polarstern bis zur Kassiopeia (Himmels-W) und dann im rechten Winkel nach rechts, auf etwa halbem Weg zur Capella im Fuhrmann.

Die Perseiden bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn immer um den 12. August die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen rasen dabei mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Die Sternschnuppe ist daher nicht das verglühende Staubkorn selbst, sondern wird durch das Rekombinationsleuchten der ionisierten Luft sichtbar.

Der gesamte Aktivitätszeitraum der Perseiden erstreckt sich vom 17. Juli bis zum 24. August. Die Zahl der Meteore wird immer dann größer, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn der früheren Bahn des Kometen besonders nahe kommt, wie es 1992 der Fall war. Dann erreicht der Meteorschauer ein Maximum von zirka 110 Meteoren pro Stunde unter Idealbedingungen (ZHR).

Geschichte [Bearbeiten]

Die erste bekannt gewordene Beobachtung der Perseiden fand vor etwa zwei Jahrtausenden in China statt. Danach gibt es Berichte aus Japan und Korea. In Europa stammt die erste bekannte Beobachtung aus dem Jahr 811.[2]

Da das Erscheinen der Perseiden mit dem Todes- und Namenstag des Märtyrers Laurentius (10. August) zusammenfällt, der im Jahre 258 mehrfach auf einem eisernen Grillrost gefoltert worden sein soll, werden sie im Volksmund auch Laurentiustränen oder Tränen des Laurentius genannt. Kurz vor seinem Tod soll Laurentius der Legende nach seinem Widersacher, dem römischen Kaiser Valerian, die folgenden Worte gesagt haben: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Sichtbarkeit [Bearbeiten]

Weil der Perseus zur Zeit des Maximus der Perseiden um etwa 06 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) kulminiert (er steht dann fast exakt im Zenit, es wird aber in den gemäßigten Breiten um 5 in der Früh schon hell), liegt die beste Beobachtungszeit zwischen etwa 02:00 und 04:00 (Kassiopeia im Zenit, Perseus gegen Osten daneben) – dann sind fast alle Perseiden am Himmel zu sehen, und der sichtbare Nachthimmel ist auch der, der in Bewegungsrichtung der Erde liegt (also die Stoßfront in den Perseidenschwarm bildet). Auch in den Tagen davor und danach sind nach Mitternacht meist viele Perseiden-Schnuppen zu sehen.[3]

Weil die Zeit und Intensität des Optimums des Stroms so günstig mit der Zenitlage des Radianten zusammenfällt, gehören die Perseiden mit zu den eindrucksvollsten Schnuppenschwärmen, und haben in der Geschichte einige Ausnahmeereignisse hervorgebracht.

Aktuell [Bearbeiten]

Die Perseiden im Jahr 2012[4][5][3] haben nach aktuellen Berechnungen ihr Maximum am 12. August gegen 15 Uhr MESZ.[5] Zu diesem Zeitpunkt erreichen die Perseiden in der Spitze eine ZHR von etwa 100 Meteoren pro Stunde.

Beste Beobachtungszeit ist in Mitteleuropa am 12. August in den frühen Morgenstunden vor Beginn der Dämmerung; das Maximum ist aber breit, daher kann man sowohl in der Nacht vom 11. auf den 12. sowie vom 12. auf den 13. mit zahlreichen Sternschnuppen rechnen.[3] Begünstigt wird die Sichtbarkeit der Perseiden durch den Mond, der sich im letzten Viertel befindet, sodass er mit seinem Licht nicht all zu sehr stören wird.

Aufnahmen [Bearbeiten]

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Perseiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. IMO Meteor Shower Calendar 2012
  2. Feuerwerk am Nachthimmel – Tagesspiegel vom 10. August 2010
  3. a b c Die Perseiden – Die Tränen des Laurentius: Sichtbarkeit, WAA Astropraxis online (mit Himmelskarten)
  4. Perseids 2012 (HTML-Datei, feraj.narod.ru, englisch, abgerufen am 23. Juli 2012)
  5. a b Perseiden: Die Perseiden 2012, leoniden.net (mit weiterführender Linksammlung)