Perseus (Sternbild)

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Sternbild
Perseus
Legende
Perseus constellation map.png
Karte des Sternbilds Perseus
Lateinischer Name Perseus
Lateinischer Genitiv Persei
Kürzel Per
Rektaszension 129381h 29m 38s bis 451224h 51m 22s
Deklination 2305519+30° 55′ 19″ bis 2590617+59° 06′ 17″
Fläche 651 deg²
Rang 24
Vollständig
sichtbar
90° Nord bis 31° Süd
Beobachtungszeit
für Mitteleuropa
Herbst
Anzahl der Sterne
heller als 3 mag
5
Hellster Stern
(Größe)
Mirfak (1,79)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Künstlerische Darstellung des Sternbildes Perseus
Foto des Sternbildes Perseus
Foto von Kassiopeia und Perseus 2011; HRO
Das Sternbild Perseus, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Der Perseus ist ein Sternbild des Nordhimmels. Es ist am besten am Herbst- und Winterhimmel zu sehen und liegt mitten im Band der Milchstraße.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Sternbild soll die Gestalt des griechischen Helden Perseus darstellen, der die tödliche Medusa besiegte. Die Sterne Mirfak, δ, ε und ζ bilden den Körper und ein Bein des Perseus. Der Stern Algol repräsentiert das abgeschlagene Medusenhaupt, das er in der Hand hält.

Perseus ist in unseren Breiten teilweise zirkumpolar, d. h., das ganze Jahr über sichtbar. Besonders gut kann er im Herbst beobachtet werden, da er dann hoch über dem Horizont steht.

Durch das Sternbild zieht sich die Milchstraße, die hier allerdings nicht sehr auffällig ist, da zahlreiche Dunkelwolken das Licht der Sterne abschwächen.

Im Perseus befinden sich interessante Beobachtungsobjekte, wie der offene Sternhaufen M 34 und der Doppelsternhaufen h und Chi Persei.

Geschichte[Bearbeiten]

Perseus gehört zu den 48 klassischen Sternbildern, die von Ptolemäus beschrieben wurden.

Bereits im Mittelalter hatten arabische Astronomen die eigenartige Verdunklung des Sterns Algol beobachtet. Der Name leitet sich aus dem arabischen Ras al Ghul ab und bedeutet Haupt des Dämonen.

Mythologie[Bearbeiten]

In der griechischen Mythologie war Perseus der Sohn des Zeus und der Danaë. Er besiegte die todbringende Gorgone Medusa, deren Blick jedes Lebewesen in Stein verwandeln konnte und schlug ihr das Haupt ab. Mit Flügelschuhen angetan rettete er die schöne Andromeda, die an einen Fels gekettet dem Meeresungeheuer Ketos geopfert werden sollte, und bekam sie als Lohn zur Frau.

Andromeda, samt ihren Eltern Kepheus und Kassiopeia sowie das Meeresuntier sind ebenfalls als Sternbilder in der Nähe des Perseus am Himmel verewigt worden, Letzteres als Sternbild Walfisch (Cetus).

Himmelsobjekte[Bearbeiten]

Sterne[Bearbeiten]

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
α 33 Mirfak (auch Marfak oder Algenib) 1,79m 592 F5 Ib
β 26 Algol 2,12 bis 3,39m 93 B8 V
ζ 44 Menkib 2,9m ca. 1000 B1 Ib
ε 45 2,90m 538 B0.5 V
γ 23 2,91m 256 G8 III
δ 39 3,01 528 B5 III
ρ 25 Gorgonea Tertia 3,2 bis 4,1m 325 M3 III
η 15 Miram 3,77m 1331 K3 Ib
ν 41 3,77m 557 F5 II
κ 27 Misam 3,79m 112 K0 III
ο 38 Atik 3,84m 1476 B1 III
τ 18 3,93m 248 G4 III
MX 3,96m 554 B3 Ve
ξ 46 Menkib 4,0m ca. 1000 O7.5
φ 4,01m 717 B2 Vpe
ι 4,05m 34 G0 V
θ 4,10m 37 F7 V
μ 4,12m 723 G0 Ib
16 4,22m 128 F2 III
58 4,25m 642 G8 II
λ 4,25m 347 A0 IVn
ψ 4,32m 700 B5 Ve
σ 4,36m 353 K3 III
17 4,56m 409 K5 III
b 4,60m 318 A2 V
ω Gorgonea Quarta 4,61m 305 K1 III
34 4,67m 559 B3 V
52 4,67m 627 G5 II
π Gorgonea Secunda 4,68m 326 A2 Vn
k 4,77m 205 K0 II-III
V469 4,80m 464 B4 IV
HR 991 4,85m 1476 K2 III
12 4,91m 81 F9 V
54 4,93m 226 G8 III
24 4,94m 350 K2 III
32 4,96m 155 A3 V
40 4,97m 924 B0.5 V
HR 1034 4,99m 570 B5 V
4 4,99m 740 B8 III
HR 969 5,04m 834 G5 II
31 5,05m 481 B5 V
LT 5,10m 387 B9p
V467 5,14m 298 A3 V
29 5,16m 528 B3 V
V474 5,16m 2052 A2 Ia
43 5,28m 133 F5 IV
59 5,30m 271 A1 Vn
36 5,30m 119 F4 III
HR 1011 5,32m 625 B5 V
20 5,34m 235 F4 V
HR 1207 5,39m 845 B6 V
14 5,43m 693 G0 Ib
HR 1330 5,46m 259 A7 V
HR 885 5,47m 558 G4p
V396 5,47m 586 B8 IIIp Mn
30 5,49m 645 B8 V
HR 1215 5,49m 971 B1.5 V

Doppelsterne[Bearbeiten]

System Größen Abstand
ε 2,9 / 7,4m 8,8"
ζ 2,9 / 9,4m 12,9"
η 3,9 / 8,5m 28"
57 6,1 / 6,8m 122"

ε Persei ist ein 538 Lichtjahre entfernter Doppelstern. Schon mit einem kleinen Teleskop ab 6 cm Öffnung können beide Komponenten beobachtet werden.

Ebenfalls leicht zu beobachten ist das rund 1000 Lichtjahre entfernte Doppelsternsystem ζ Persei. Das System gehört zu einer OB-Assoziation, die als Perseus OB2 oder II Perseus bezeichnet wird.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten]

Stern Größe Periode Typ
β 2,12 bis 3,39m 2,867 Tage Bedeckungsveränderlicher
ρ 3,3 bis 4,0m ca. 40 Tage halbregelmäßig Veränderlicher

Algol (β Persei), der zweithellste Stern im Perseus, verändert seine Helligkeit regelmäßig über einen Zeitraum von 2 Tagen und 21 Stunden. Der Helligkeitsabfall wird durch einen lichtschwächeren Begleitstern verursacht, der vor dem hellen Hauptstern vorbeizieht. Algol ist der Namensgeber eines Typs von Bedeckungsveränderlichen Sternen.
Algol repräsentiert das Auge der mythologischen Medusa.

ρ Persei ist ein 325 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Seine Helligkeit verändert sich über einen Zeitraum von etwa 33 bis 40 Tagen.
Der lateinische Name Gorgonea Tertia bedeutet „dritte der Gorgonen“.

Messier- und NGC-Objekte[Bearbeiten]

Messier (M) NGC sonstige Größe Typ Name
34 1039 6m Offener Sternhaufen
76 650 9,0m Planetarischer Nebel Kleiner Hantelnebel
744 7,9m Offener Sternhaufen
869 4,5m Offener Sternhaufen h Persei
884 4,5m Offener Sternhaufen Chi Persei
1342 6,7m Offener Sternhaufen
Tr 2 5,9m Offener Sternhaufen
Mel 20 1,2m Offener Sternhaufen
957 7,6m Offener Sternhaufen
1333 5,6m Reflexionsnebel
1444 6,6m Offener Sternhaufen
1499 5,0m Gasnebel Kaliforniennebel
1528 6,4m Offener Sternhaufen
1545 6,2m Offener Sternhaufen
1582 7,0m Offener Sternhaufen

M 34 ist ein offener Sternhaufen in etwa 1.400 Lichtjahren Entfernung. Den schönsten Anblick bietet er im Fernglas oder im Teleskop bei niedriger Vergrößerung, wobei etwa 100 Sterne sichtbar werden.

Die beiden benachbarten Sternhaufen h und Chi Persei können schon mit bloßem Auge als neblige Fleckchen wahrgenommen werden. Sie befinden sich in etwa 7.500 Lichtjahren Entfernung. Auch hier bietet sich der schönste Anblick im Fernglas oder im Teleskop bei niedriger Vergrößerung, da dann beide Objekte gleichzeitig sichtbar sind.

M 76, ein planetarischer Nebel, ist der Überrest eines Sterns in etwa 5.000 Lichtjahren Entfernung. Er ist allerdings nicht so leicht zu beobachten, da er ziemlich lichtschwach ist.

Der offene Sternhaufen Melotte 20 (α Persei-Gruppe) ist die auffällige Ansammlung von schon mit bloßem Auge sichtbaren Sternen um den Hauptstern Mirfak. Ähnlich wie die Hyaden bildet diese Gruppe einen Bewegungshaufen (siehe auch Sternstrom) und ist zudem Teil einer OB-Assoziation.

NGC 1499 ist ein Emissionsnebel, dessen Form an den US-Staat Kalifornien erinnert. Er wird daher auch als “Kaliforniennebel” bezeichnet. Aufgrund seiner geringen Flächenhelligkeit wird der Nebel erst auf lang belichteten Fotografien sichtbar.

Meteorströme[Bearbeiten]

Das Sternbild Perseus kann am Nachthimmel wie folgt aufgesucht werden: Von der fünf Mal verlängerten Hinterachse des Großen Wagens über den Polarstern bis zum Himmels-W (Kassiopeia) und dann im rechten Winkel nach rechts, auf etwa halbem Weg zu Capella im Fuhrmann

Im Perseus liegt der Radiant des Meteorstrom der Perseiden, der sein Maximum um den 12. August jeden Jahres erreicht.

Darüber hinaus existiert noch der schwache Meteorstrom der September-Perseiden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]