Peter und Paul

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem katholischen Hochfest. Für weitere Bedeutungen siehe Peter und Paul (Begriffsklärung).
Die Kirchenväter Petrus und Paulus und das Christusmonogramm Chi-Rho (Katakomben in Rom, 4. Jh.)

Hl. Peter und Paul (Hl. Petrus und Hl. Paulus) ist ein Gedenktag an den überlieferten Todestag der Apostel und Kirchenväter Simon Petrus und Paulus von Tarsus. Gefeiert wird das Fest am 29. Juni.

Der Tag ist ein katholisches Hochfest, das sich bis in das Frühchristentum der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt. Auch in den orthodoxen und protestantischen Kirchen wird das Fest begangen, und in manchen Regionen ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag.

Feiertag[Bearbeiten]

In Preußen wurde Peter und Paul als Feiertag bereits im Dezember 1796 durch eine Anordnung Friedrich Wilhelms III. abgeschafft. In anderen deutschen Staaten blieb der Feiertag bis ins 19. Jahrhundert erhalten.

Im Schweizer Kanton Tessin, in einigen italienischsprachigen Gemeinden im Kanton Graubünden sowie in einigen Gemeinden des Kantons Luzern ist Peter und Paul ein gesetzlicher Feiertag.

Der 29. Juni wurde bis 1976 in ganz Italien als (gesetzlicher) Feiertag begangen. 1977 wurde er abgeschafft und blieb nurmehr in der Gemeinde Rom ein Feiertag. Die “Apostelfürsten” Petrus und Paulus sind die Stadtpatrone Roms, der Bischofsstadt des Papstes; die Basiliken Sankt Paul vor den Mauern und der Petersdom gelten als ihre Grabeskirchen.

In Italien wurde 2008 ein Gesetzesvorschlag ins Parlament eingebracht, der die Wiedereinführung des Peter-und-Paul-Tages am 29. Juni als gesetzlichen Feiertag in ganz Italien vorsieht[1]. Ministerpräsident Romano Prodi und viele Bischöfe und Kardinäle unterstützten dieses Vorhaben. Die Entscheidung lag beim Vatikan. Auch in der neuen Legislatur ab April 2008 mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi wurde der Gesetzentwurf für die Wiedereinführung des Peter-und-Paul-Tages als gesetzlicher Feiertag in Italien erneut in Kammer und Senat eingebracht. Der Ball liege aber nach wie vor beim Vatikan, betonte Gianni Letta, Untersstaatsekretär und rechte Hand des Ministerpräsidenten.

Brauchtum[Bearbeiten]

Gefeiert wird das Peter-und-Pauls-Fest besonders in Österreich und Bayern traditionell mit dem Peterlfeuer. Zeitnah zu diesem Tag finden in vielen katholischen Diözesen Priesterweihen statt.

Auch in der evangelischen Kirche wird das Fest am 29. Juni gefeiert, es ist aber im Bewusstsein vieler evangelischer Gemeinden in den Hintergrund getreten. Jedoch sehen die Gottesdienstordnungen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland diesen Feiertag noch vor.

Die Orthodoxe Kirche kennt von der Pfingstoktav bis vor dem Tag Peter und Paul eine Fastenzeit, das Apostelfasten. Dieses Fasten ist weniger streng als die anderen Fastenzeiten der Orthodoxen.

Patrozinien[Bearbeiten]

Zahlreiche Kirchen (Peter-und-Paul-Kirchen) tragen das Patrozinium der Heiligen Peter und Paul. Zu den bekannteren zählen die Dom- und Stadtpfarrkirche Hll. Petrus und Paulus, kurz Klagenfurter Dom, und der Dom in Posen (Poznań). Ein Peter- und Pauls-Altar steht in Comburg.

Auch eine Reihe von Klöstern (Peter-und-Paul-Klöster) wurden den Aposteln namentlich geweiht, darunter das Kloster Hirsau.

Ebenso trägt die St. Petersburger Peter-und-Paul-Festung diesen Namen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter und Paul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Senat Nr. 940; Kammer Nr. 1647